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19. Dezember 2008, 11:07 Uhr

Toyota hängt die Deutschen ab

TÜV-Mängelstatistik

Mängelzwerg des Jahres wurde der Toyota Corolla Verso. In der wichtigen Gruppe der der zwei- bis dreijährigen Fahrzeuge landet er auf dem ersten Platz. Qualität muss nicht teuer sein, Platz Nummer zwei wird von einem günstigen Kleinwagen belegt, dem Mazda2.

Erstmals seit langem kann Toyota wieder die Spitzenposition erobern© Toyota

Wegen erheblicher Mängel wurde jedem sechsten Fahrzeug in Deutschland im Jahr 2008 die TÜV-Plakette verweigert. Bei den rund 7, 7 Millionen Hauptuntersuchungen ist die Mängelquote um 0,9 Prozentpunkte auf 16,6 Prozent gestiegen.

Das Auto mit der niedrigsten Mängelquote bei der TÜV-Prüfung kommt erstmals seit sechs Jahren wieder von Toyota. Der Kompakt-Van Corolla Verso belegt beim aktuellen TÜV Report 2009 in der wichtigen Gruppe der Zwei- bis Dreijährigen den ersten Platz und landet damit vor dem Kleinwagen Mazda2 der ersten Generation sowie dem deutschen Duo Porsche 911 und Ford Fusion. Der Vorjahressieger Mazda3 fällt leicht ab und erreicht Rang fünf, den er sich mit dem Ford Fiesta teilt.

Hohe Durchfallquote in der Gruppe der Zehn- bis Elfjährigen

Insgesamt ist der Anteil der Pkw mit erheblichen Mängeln bei den rund sieben Millionen ausgewerteten Hauptuntersuchungen leicht gestiegen. Im Schnitt aller Klassen und Modelle lag die Quote mit 16,6 Prozent rund 0,9 Prozent über dem Vorjahreswert. Am häufigsten beanstandeten die Tester Beleuchtung, Bremsen, Fahrwerk und Auspuffanlage. Besonders schlecht schnitten laut TÜV ältere Fahrzeuge ab; in der Gruppe der Zehn- bis Elfjährigen wurde nahezu jedem vierten Fahrzeug die Plakette zunächst verweigert.

Mängelzwerg Toyota Corolla Verso

Beim Mängelzwerg des Jahres, dem Toyota Corolla Verso, mussten nur zwei Prozent der bei der HU vorgefahrenen Fahrzeuge zur Nachbesserung in die Werkstatt. Der Schnitt in seiner Altersklasse lag bei fünf Prozent. Im Vorjahr wurde der Corolla Verso gemeinsam mit der damals noch angebotenen Limousinen-Version gelistet und erreichte mit einer Mängelquote von drei Prozent Rang 22.

Rang zwei unter den Fahrzeugen, die das erste Mal beim TÜV vorfahren mussten, nimmt wie im Vorjahr der Kleinwagen Mazda2 mit einer Mängelquote von 2,1 Prozent ein. Auf dem dritten Platz folgen die ersten deutschen Modelle: der Sportwagen 911 und der Mini-Van Ford Fusion mit einer Quote von je 2,2 Prozent. Der Fusion bestätigt damit das gute Ergebnis des Vorjahres, der 911 kann sich leicht steigern.

Deutsche im guten Mittelfeld

Unter den 20 bestplatzierten Modellen finden sich weitere sieben deutsche Modelle: Ford Fiesta, Porsche Boxster, VW Fox, BMW 3er, Opel Meriva, Ford C-Max und VW Golf; Deutschlands Bestseller landet mit einer Quote von 3,3 Prozent auf Platz 20. Die restlichen Modelle in den Top-20 kommen allesamt von den japanischen Herstellern Toyota, Mazda, Honda und Subaru. Mängelriese ist wie im Vorjahr der koreanische Kia Carnival mit einer Quote von 26,1 Prozent.

Porsche: Je älter umso besser

In der vor allem bei Gebrauchtwagenkäufern beliebten Altersklasse von vier bis fünf Jahren teilen sich die Porsche-Sportwagen Boxster und 911 die Spitzenposition mit der geringsten Mängelquote von 3,6 Prozent. Unwesentlich schlechter ist der Drittplatzierte Subaru Forster, bei dem 3,7 Prozent Mängel aufwiesen. Der Durchschnitt aller Autos lag bei 9,3 Prozent. Mit dem schwächsten Ergebnis schneidet erneut der Kia Carnival ab, der in 29,3 Prozent aller Fälle erhebliche Mängel aufwies.

Bei sechs bis sieben Jahre alten Fahrzeugen rangiert der Porsche 911 vor dem Boxster, umgekehrt ist die Reihenfolge bei den Acht- bis Neunjährigen. Die Mängelquote hat bei den Modellen jeweils um die fünf Prozent gelegen, im Durchschnitt haben 14 beziehungsweise 18,3 Prozent Mängel aufgewiesen. Bei den ältesten getesteten Autos (10 bis11 Jahre) dominiert der Porsche 911 mit 5,6 Prozent Mängelquote, der Toyota RAV 4 folgt erst mit neun Prozent auf Position zwei vor dem Toyota Starlet mit zehn Prozent.

Probleme der Datenbasis

Der TÜV Report, den die deutschen TÜVs gemeinsam mit der Zeitschrift "Auto Bild" herausgeben, ist die wichtigste Mängelstatistik für den deutschen Pkw-Markt, aber nicht die einzige. Auch andere Prüforganisationen veröffentlichen die Auswertung ihrer Hauptuntersuchungen. Die Ergebnisse weichen teilweise voneinander ab. So kürt die vor allem im Osten Deutschlands stark vertretene Dekra die obere Mittelklasselimousine Audi A6 zum Mängelzwerg.

Die guten Plätze auf den Listen sind hart umkämpft. So bieten einige Hersteller etwa spezielle Vorbereitungsuntersuchungen für die TÜV-Prüfung an, so dass die Halter mit einem fehlerlosen Fahrzeug vorfahren können. Eine Rolle bei der Platzierung spielt auch das Verhältnis des Fahrers zum Auto; so kann etwa davon ausgegangen werden, dass der Besitzer eines teueren Sportwagens sein Auto besser in Schuss hält als ein Student seinen billigen gebrauchten Kleinwagen, bei dem der TÜV als Mängelcheck fungiert, um zu wissen, was gemacht werden muss.

mid/bp

KOMMENTARE (10 von 10)
 
Krakatoa41 (20.12.2008, 13:29 Uhr)
Richtig
Ich fahre seit 20 Jahren Toyota und kann das nur bestätigen, wenn ich auf der Straße einen Audi sehe, der erst seit 2 Jahren auf dem Markt ist und bei dem bereits Teile der Beleuchtungseinrichtung nicht mehr funktionieren, Frage ich mich jedes Mal wo ist bei diesem Kaufpreis eigentlich die Qualität abgeblieben und dann die berechtigte Angst vieler Käufer deutscher Autos, Sie könnten ein Montags oder Freitagsauto gekauft haben, das spricht Bände.
Putinki (20.12.2008, 08:02 Uhr)
Relativitätstheorie
Manche mögen gern die deutsche Autoindustrie in den Dreck ziehen, obwohl sie die Beste in der Welt ist. Am stärksten wundern sich die Japaner, und am glücklichsten sind die Grünen und Chaoten.
gmathol (20.12.2008, 03:57 Uhr)
Unsinn.
Das kenn ich von allen Bekannten und Freunden die dumm genug waren einen Japaner zu kaufen anders. Enorm hohe Reperaturkosten, gepaart mit nicht vorhandenen Sicherheitsfunktionen und eine Karosse die schon beim Aufprall auf einen Heuballen den Geist aufgibt.
Ich/wir haben bei Mazda und Toyota in den jeweiligen Zentralen gearbeitet - was hier dem Kunden als Neuwagen untergejubelt wird kann man nur als Betrug bezeichnen.
Rueckrufaktionen werden bei Japanern grundsaetzlich nicht ueber das KBA vorgenommen. Die TUEV Statistik sieht die Japaner eher auf den letzten Plaetzen.
Schrat1971 (19.12.2008, 22:18 Uhr)
Null Aussagewert
Wenn technisch baugleiche Fahrzeuge in der Tabelle völlig verschieden abschneiden, kann man das Ergebnis sowieso nicht ernst nehmen.
blendaxx (19.12.2008, 21:02 Uhr)
Chapeau !
Wir waren 19 Jahren überzeugte Volkswagen Fahrer. Mit der Qualität hatten wir nie richtig Probleme, was mich aber nervte waren Telefonbuchstarke Kataloge wo jedes noch so standartisierte Ausstattungsmerkmal mit horrenden Extrapreisen zu Buche schlugen.
Nach anfänglicher Skepsis sind wir dann umgestiegen auf den Corolla Verso. Toyota hatte ein transparents Concept, 3 Ausstattungspakete die wirklich alles abdeckten und eine wirklich überzeugende Pannenstatistik. Den fahren wir jetzt 15 Monate und rückblickend kann ich sagen: ein gefühlter "Lottogewinn"
Viper2024 (19.12.2008, 19:42 Uhr)
Deutsche Autos
Ich hatte bisher nur deutsche Autos (VW & Audi) und bisher immer nur Pech mit den Karren gehabt. In meinem Bekanntenkreis fahren viele Toyota und Honda und deren Autos haben noch nie kaputte Zylinderkopfdichtungen, Steuergeräte und Wasserpumpen nach 50.000 km gehabt.
Von daher wird mein nächstes Auto auch eine Japaner!
Eisenbaer (19.12.2008, 17:47 Uhr)
Mittelwert ermitteln
Zum TÜV gehen die Leute, die ihren VW nicht in die Werkstatt geben, sondern lieber selbst schrauben. Zum VW-Händler kommt gemeinhin die DEKRA zur zweijährigen technischen Überwachung. Die TÜV-Werte waren einmal aussagekräftig, sind es aber schon lange nicht mehr.

Hilft da nur beide Reports auszuwerten und die Zahlen daraus zu einem Mittelwert subsummieren. Alles andere ist Kaffeesatzleserei.
Blacky007 (19.12.2008, 16:29 Uhr)
Wenn du eine Statistik erstellst
achte penibel darauf, wer dich dafür bezahlt...
xt22 (19.12.2008, 13:32 Uhr)
"Probleme der Datenbasis"
Daher der Unterpuntk "Probleme der Datenbasis"...
eurocrimi (19.12.2008, 12:45 Uhr)
Und was sagt die DEKRA
es wird kolportiert, dass die DEKRA andere Statistiken hat, bei welchen deutsche Hersteller mit Abstand vorne liegen.
P.S. Ich ändere diesen Artikel, wenn mir ein anderer Hersteller mehr bezahlt
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