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Großes Drama im kleinen Körper

Bestürzt und geschockt sind die meisten Eltern, wenn sie zum ersten Mal hören, dass ihr Kind Diabetes Typ 1 hat. Doch heute ist das kein Grund zur Panik mehr. Betroffene Kinder können ein fast normales Leben führen.

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Zuckerkranke Kinder dürfen tollen und toben wie andere Kinder auch© Colourbox

Ihr Kind hat immer Durst, muss oft auf die Toilette, ist schlapp oder nimmt an Gewicht ab? Das können Anzeichen für Diabetes Typ 1 sein. Bei dieser Stoffwechselerkrankung produziert die Bauchspeicheldrüse nicht mehr genügend Insulin. Dabei ist das Hormon lebenswichtig: Es hilft dem Körper, Zucker aus dem Blut in die Zellen zu bringen - nur so können wir überleben. Fehlt das Hormon, sammelt sich der Zucker im Blut. Ist der Blutzuckerspiegel zu hoch, können Nerven absterben.

Schuld am Versagen der Bauchspeicheldrüse ist das Immunsystem. Es stuft die Insulin produzierenden Zellen der Drüse plötzlich als gefährliche Fremdlinge ein. Und gegen Schädlinge geht das körpereigene Abwehrsystem mit Gewalt vor: Kleine Helfer des Immunsystems bekämpfen die Zellen so lange, bis sie fast vollständig zerstört sind.

In Deutschland spielt sich dieses innere Drama bei fast 25.000 Kindern und Jugendlichen ab. Und jedes Jahr steigt diese Zahl. Inzwischen ist Diabetes Typ 1 eine häufige chronische Krankheit im Kindes- und Jugendalter.

Viren und Gene sind die Schuldigen

Wahrscheinlich gibt es zwei Auslöser für diese plötzliche Verwirrung des Immunsystems. Wissenschaftler vermuten seit Längerem, dass eine Infektion mit Masern-, Mumps- oder Rötelnviren die Körperabwehr in die Irre leiten kann. Aber auch die Gene spielen eine gewisse Rolle: Bei 10 bis 15 Prozent aller Kinder und Jugendlichen unter 15 Jahren mit einem Diabetes Typ 1 sind Vater oder Mutter ebenfalls zuckerkrank.

Wenn der Körper kein eigenes Insulin mehr produziert, muss der Stoff gespritzt werden. Denn nur so kann der Zuckergehalt im Blut sinken. Und nur Insulin kann den Körperzellen jenen Treibstoff liefern, den sie zum Überleben brauchen: den Zucker. Sonst droht Ihr Kind schwer krank zu werden, schlimmstenfalls gleitet es ins Koma.

Ihr Kind braucht Insulin - und Unterstützung

Um das zu vermeiden, benötigt Ihr Kind fremdes Insulin. Von nun an wird es ein Leben mit der Spritze führen. Gerade kleine Kinder verstehen das oft nur sehr schwer. Sie brauchen viel Hilfe und Unterstützung, weil sie lernen müssen, sich selbst zu behandeln. Das erfordert viel Disziplin.

Denn der Zuckerpegel im Blut darf nicht über bestimmte Grenzen steigen. Sonst leidet der ganze Körper darunter: Der Zucker greift mit der Zeit Adern, Nerven, Augen und Nieren an. Im schlimmsten Fall drohen später Herzinfarkt, Blindheit, Amputationen oder der tägliche Gang zur Dialyse.

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