Platt gemacht

8. September 2011, 09:43 Uhr

Auf der Ifa haben vier Computerhersteller Ultrabooks gezeigt - extrem flache und leichte Laptops, die leistungsmäßig mit normalen Notebooks mithalten können. Vorbild: Apples Macbook Air. Doch der Weg dahin ist mühsam. Von Ralf Sander

Ultrabooks, Intel, Notebooks, Laptops, Acer, Asus, Toshiba, Lenovo

Acers Aspire S3 kommt schon Ende September©

Apple treibt die Konkurrenz schon wieder vor sich her. Doch diesmal ist es weder das iPhone noch das iPad, das die High-Tech-Unternehmen in aller Welt in Wallung bringt - sondern das Macbook Air. Apples nur 1,7 Zentimeter dickes und in der 11-Zoll-Variante nur rund ein Kilo schweres Notebook beherrscht die Nische der sogenannten ultra-portablen Laptops. Auf der Ifa haben vier Hersteller erste Exemplare der Ultrabooks vorgestellt, die es mit dem superschlanken Apple-Rechner aufnehmen sollen. Dieses Unterfangen scheint allerdings nicht ganz so einfach zu sein.

Intel hat sehr genaue Vorstellungen

Das Ultrabook wurde vom Chiphersteller Intel auf der IT-Messe Computex im Mai als neue Geräteklasse präsentiert. Zusätzlich zur extrem schlanken Bauweise und einem geringen Gewicht soll ein Ultrabook eine lange Akkulaufzeit, gute Leistung und einen schnellen Systemstart wie ein Tablet bieten. Intel glaubt, dass neben regulären Notebooks, Tablets und den inzwischen ins Hintertreffen geratenen kleinen, aber leistungsschwachen Netbooks noch Bedarf ist für leichte tragbare Computer. Die stromsparenden und wenig Hitze produzierenden Sandy-Bridge-Prozessoren für die Ultrabooks kommen - natürlich - von Intel.

Acer Aspire S3

Eines der Ultrabooks, die auf der Ifa gezeigt wurden, ist das Aspire S3 von Acer, mit einem Display von 13,3 Zoll Diagonale, wahlweise einer Festplatte oder Solid State Disk (SSD) als Massenspeicher sowie SD-Kartenleser und USB- und HDMI-Anschlüssen. Das Gerät wiegt rund 1,4 Kilogramm ist zwischen 1,3 und 1,7 Zentimetern dick. Wlan ist eingebaut, eine Mobilfunkvariante bisher nicht angekündigt. Je nach Ausstattung und Prozessor - Intels Core i3, i5 oder i7 - soll es zwischen 800 und 1200 Euro kosten, wenn es Ende September auf den Markt kommt.

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Das Ideapad U300s von Lenovo soll rund 1000 Euro kosten©

Lenovo Ideapad U300s

Lenovos Ideapad U300s bringt nur rund ein Kilogramm auf die Waage, sein Aluminumgehäuse ist knapp 1,5 Zentimeter dick. Zu dem 13,3-Zoll-Bildschirm im Format 16:9 gesellt sich eine SSD zur Datenspeicherung. Die Hitze im Inneren des Rechners wird unter anderem durch eine luftdurchlässige Tastatur gesenkt. So wird laut Lenovo verhindert, dass der Laptop auf dem Schoß unangenehm heiß wird. Im 4. Quartal soll das Ideapad U300s für rund 1000 Euro erhältlich sein.

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Asus' Ultrabooks der UX-Serie kommen in zwei Varianten - irgendwann©

Asus UX21/UX31

Asus hat gleich zwei Modelle seiner UX-Serie vorgestellt. Das kleinere Ultrabook UX21 bringt einen Bildschirm von 11,6 Zoll Diagonale mit und soll 1,1 Kilogramm wiegen. Der größere Bruder UX31 hat einen 13,3-Zoll-Bildschirm und bringt 1,3 Kilo auf die Waage. Beide Geräte haben einen HDMI- und drei USB-Anschlüsse, gespeichert wird auf SSD. Wann und zu welchem Preis die beiden Ultrabooks auf den Markt kommen werden, ist noch unbekannt.

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Auch Toshiba schickt vor Weihnachten mit dem Portegé ein Ultrabook ins Rennen©

Toshiba Portegé Z830

Der vierte im Bunde der Ultrabook-Produzenten ist Toshiba mit seinem Portegé Z830, das - wie die anderen vorgestellten Rechner - mit Windows-Betriebssystem ausgeliefert wird. Das 1,1 Kilogramm schwere und 1,6 Zentimeter dicke Gerät ist für November 2011 angekündigt, ein Euro-Preis steht noch nicht fest.

Die Euphorie hält sich in Grenzen

Intel träumt davon, dass bis Ende 2012 die Superflachmänner einen Marktanteil von 40 Prozent des Laptop-Marktes erreichen werden. Die Produzenten scheinen nicht ganz so euphorisch zu sein. Wie die asiatische IT-Publikation Digitimes berichtet, werden die Unternehmen dieses Jahr jeweils höchstens 50.000 Geräte ausliefern, um den Markt zu testen. Außerdem haben die Computerbauer teilweise mit den Vorgaben von Intel zu kämpfen. So soll kein Ultrabook mehr als 1000 US-Dollar kosten. Oder in einer anderen Währung: Es darf nicht teurer sein als Apples Macbook Air. Hinzu kommen offenbar Probleme mit dem extrem limitierten Platz im Innern des Gehäuses. Die Ultrabook-Hersteller hatten sich außerdem bei Intel über hohe Kosten beschwert und Rabatte oder finanzielle Hilfen gefordert.

Intel meint es jedenfalls Ernst mit seinen Plänen. Dafür investierte der Chip-Gigant sogar 300 Millionen US-Dollar in einen "Ultrabook-Unterstützungsfonds". Der Grund für den ganzen Aufwand: Intel will nicht mehr abhängig sein von nur einem Hauptabnehmer für seine Sandy-Bridge-Prozessoren. Wer das ist? Apple! Die Intel-Chips schuften auch im Macbook Air. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, hatte Apple im Mai Intel gedroht, sich einen neuen Prozessor-Lieferanten zu suchen, wenn der Energieverbrauch der Chips nicht drastisch gesenkt würde. Intel kam dem Wunsch nach - und begann gleichzeitig die Ultrabooks aggressiv zu pushen. In diesem Business wird nicht nur Hardware platt gemacht.

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