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18. Oktober 2009, 18:52 Uhr

Mindestens zwei Hacker bei SchülerVZ

Mein Name, meine Schule, mein Alter, mein Foto - wer glaubte, seine Daten seien auf SchülerVZ sicher, muss sich eines Besseren belehren lassen. Wie das Management einräumte, haben mindestens zwei Hacker Nutzerdaten geklaut - und zwar bis zu einer Million.

Datenklau, Schüler, VZ, netzpolitik.org, Hacker, SchülerVZ

"Alle Schüler aus Berlin": Datenklau bei SchülerVZ© Gerit Borth/ddp

Ungezählte Nutzer des Online-Forums SchülerVZ sind Opfer eines großangelegten Datenmissbrauchs geworden. Ein Täter, der inzwischen identifiziert wurde, hat illegal Daten aus Nutzerprofilen kopiert und sie Dritten zugänglich gemacht. Wer diese Dritten sind, wolle der Mann "zum jetzigen Zeitpunkt" nicht sagen. "Wir haben es mit hochkriminellen Leuten zu tun", sagte Geschäftsführer Markus Berger de León. Der Hacker habe die kopierten Daten in einem geschlossenen, passwortgeschützten Internetforum zum Download bereitgestellt - insgesamt siebzehn Nutzer hätten diese dort heruntergeladen. Außerdem habe es mindestens einen zweiten Hacker gegeben, der Sicherheitsabfragen geknackt und automatisiert Daten kopiert habe.

Rund eine Million Nutzerdaten - darunter Angaben zu Namen, Schulen, Geschlecht und Alter sowie Fotos - wurden netzpolitik.org zugespielt. "Mit den Listen lassen sich einfache Datenabfragen erstellen wie 'alle Schüler aus Berlin', oder 'alle Schülerinnen im Alter von 13, die in Siegen wohnen samt Bild und ihrer Schule'", schreibt Blog-Betreiber Markus Beckedahl auf seiner Seite. Ein Sprecher der VZ-Netzwerke sagte dazu, der anonyme Versender dieser Datensätze sei nicht der tatsächliche Verursacher, sondern ein Trittbrettfahrer, der Zugang zu den Daten des eigentlichen Täters gehabt habe.

Mailadressen angeblich geschützt

Nach VZ-Angaben hat der Täter automatische Leseverfahren - sogenannte Crawler - eingesetzt, um aus dem Netzwerk öffentlich sichtbare Nutzerdaten zu kopieren. Nicht betroffen seien speziell geschützte Daten wie Postadressen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern, Fotoalben und Zugangsdaten. Zu keiner Zeit habe der Täter Zugang zu Datenbanken gehabt. Doch das kann für die Opfer nur ein schwacher Trost sein. Auf der Website von SchülerVZ heißt es: "Deine persönlichen Daten sind auf unseren Servern (...) bestmöglich geschützt. Sie können z.B. nicht von Suchmaschinen wie Google ausgelesen werden und tauchen somit nicht außerhalb von SchülerVZ auf."

VZ-Sprecher Dirk Hensen erklärte, man habe die Datenschutzbehörden informiert und werde rechtliche Schritte einleiten. Der Branchenverband Bitkom mahnte Eltern, mit ihren Kindern über Datenschutz zu sprechen. Zu den VZ-Netzwerken gehören die Plattformen SchülerVZ, StudiVZ und MeinVZ. Nach Unternehmensangaben sind dort mehr als 15 Millionen Mitglieder registriert.

DPA/AP
 
 
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