Die elf häufigsten Fallen für Verkäufer

27. Dezember 2008, 16:26 Uhr

Weihnachten ist vorbei, nicht alle Geschenke waren ein Hit. Viele finden sich auf Ebay wieder. Doch es gibt Auktionen, bei denen auch begeisterten Händlern das Lachen vergeht. Ob Spaßgebot, Packstations-Betrug oder Zahlungsverweigerung: Wir nennen die größten Gefahren - und erklären, wie Sie sich davor schützen. Von Christoph Henn

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Gefunden im: Ebay-Magazin, Ausgabe 03/08

1. Käufer will Ware doch nicht haben

Es passiert immer wieder: Nach Auktionsende hat der Höchstbietende plötzlich kein Interesse mehr an der Ware. Als Verkäufer bekommt man entweder gar keine Reaktion oder man erhält fadenscheinige Begründungen für den Rückzieher. Wer gewerblich verkauft, muss darüber fast noch froh sein: Das einmonatige Widerrufsrecht würde es dem Käufer auch erlauben, vom Vertrag erst nach Erhalt der Ware zurückzutreten. Dadurch können dem Händler sogar noch Extra-Kosten für Hin- und Rückversand entstehen. Anders sieht es für Privatverkäufer aus: Sie haben mit dem Gewinner der Auktion einen Vertrag geschlossen, der von beiden eingehalten werden muss - ohne dass dem Käufer ein Widerrufsrecht zustünde. Nur: Das allein bringt noch kein Geld. Meist erspart es viel Aufwand, nicht auf die Zahlung zu bestehen, sondern den Artikel dem Zweitbietenden anzubieten oder neu einzustellen. Zuvor muss allerdings der Kaufvertrag aufgelöst werden. Wenn der ursprüngliche Käufer nicht schon erklärt hat, dass er die Ware nicht mehr will, sollten Sie ihm eine Zahlungsfrist setzen und nach Fristablauf den Rücktritt vom Vertrag erklären. Sonst kann es passieren, dass Sie auf einmal zwei rechtmäßige Käufer haben - aber nur einen Artikel. Auch wer die Einhaltung des Kaufvertrags durchsetzen will, sollte laut Rechtsanwalt Arndt Joachim Nagel von der IT-Recht-Kanzlei dem Kunden erst eine einwöchige Zahlungsfrist per Einschreiben setzen. "Danach kann man bei Gericht einen Mahnbescheid beantragen, der dem Schuldner zugestellt wird." Wird dagegen kein Widerspruch eingelegt, beantragt man einen Vollstreckungsbescheid. Damit kann man - nach Verstreichen der Einspruchsfrist - zum Gerichtsvollzieher gehen.

2. Käufer hat Ware nicht bekommen

Wenn die Ware den Käufer - angeblich oder tatsächlich - nicht erreicht, hängt viel vom Status des Verkäufers ab. Denn prinzipiell gilt: Gewerbliche Verkäufer haften, wenn ein Päckchen nicht beim Kunden ankommt; Privatverkäufer sind aus dem Schneider, sobald sie die Sendung ordnungsgemäß aufgegeben haben. Für Profi-Händler ist es daher ratsam, versichert zu verschicken, damit sie sich den Schaden vom Versender erstatten lassen können, wenn ein Paket verschwindet. Privatverkäufer sollten die Sendung im Beisein eines Zeugen packen und aufgeben, um belegen zu können, dass sie alles richtig gemacht haben. Wer Paypal als Zahlungsform anbietet, sollte nicht unversichert versenden - egal ob er privat oder gewerblich.

3. Ware ist kaputt

Anja D. (Name der Redaktion bekannt) hat Ärger, seit sie ihre Spielkonsole bei Ebay verkauft hat. Kurz nach Erhalt der Sony PSP meldete sich die Käuferin mit der Behauptung, das Gerät sei defekt. Außerdem beantragte sie mit der Begründung "Ware nicht wie beschrieben" Käuferschutz, woraufhin Anjas Paypal-Konto mit 158 Euro belastet wurde. Zwar ist Anja sicher, dass sie ein einwandfreies Gerät verkauft hat, doch es steht Aussage gegen Aussage. Zudem hat sie bei ihrer Auktion zwei wesentliche Dinge versäumt: Sie hat vergessen, die Gewährleistung auszuschließen, wozu sie als Privatverkäuferin berechtigt wäre; nun muss sie wie ein gewerblicher Händler auch für Mängel haften, die sich erst nach der Übergabe der Ware zeigen. Zum Zweiten hat Anja D. nichts unternommen, um sich vor einer beliebten Betrugsmasche zu schützen: Dabei kauft der Täter einen Artikel, von dem er bereits ein defektes Modell besitzt. Dann sendet er das kaputte Altgerät zurück, lässt sich den Kaufpreis erstatten und behält den funktionierenden Artikel. Wer technische Geräte verkauft, sollte deshalb immer die Seriennummer fotografieren, um sie später mit dem reklamierten Gerät vergleichen zu können. Für Privatverkäufer gibt es noch eine goldene Regel, um späteren Ärger zu vermeiden: Beschreiben Sie den Artikel ehrlich. Kratzer, Dellen und sonstige Mängel sollte man ausdrücklich erwähnen. Nur dann kann der Käufer später nicht behaupten, die Ware sei anders beschaffen als in der Auktion beschrieben. Gewerbliche Händler hingegen haben kaum Möglichkeiten, sich gegen Reklamationen zu wehren. Sie stehen zwei Jahre lang - bei Gebrauchtware eventuell nur ein Jahr - in der Gewährleistungspflicht.

4. Kunde ändert Versandadresse

"Der Laptop soll ein Geschenk für meine Freundin sein. Deshalb würde ich Sie bitten, ihn gleich an folgende Adresse zu schicken …" Die Bitte klingt harmlos und ist es meist auch. Dennoch sollten Verkäufer hellhörig werden, wenn Käufer und Empfänger der Ware nicht identisch sind. Der Grund: Teil der Masche mancher Ebay-Betrüger ist, dass der Artikel nicht an denjenigen geht, der die Ware bezahlt. Sie kontaktieren die Verkäufer gerade ausgelaufener Angebote, geben sich mithilfe verschiedener Tricks als Käufer aus und bitten um Zusendung an eine andere Adresse. Der wahre Käufer bekommt von all dem nichts mit, zahlt und fordert irgendwann seinen Artikel ein. Der betrügerische Empfänger hat inzwischen den Briefkasten abmontiert, in dem die Ware landete, und sich aus dem Staub gemacht. Um das zu verhindern, sollten Verkäufer nur Adressänderungswünsche akzeptieren, die direkt über den Ebay-Account des Käufers kommen; werden sie per E-Mail geäußert, sollte man per Ebay-Mitteilung nachfragen. Wer Paypal akzeptiert, sollte nie an eine Alternativ-Adresse senden, wenn diese nicht in der Paypal-Zahlungsbenachrichtigung steht (siehe Falle 9).

5. Käufer will Ware in Packstation haben

Zurzeit verursacht eine neue Variante des Adressänderungsbetrugs viel Schaden: Dabei nutzen die Kriminellen keine falschen Briefkästen, sondern die Packstationen von DHL. Zunächst suchen sie per Inserat im Internet Leute, die sich "100 Euro dazuverdienen" möchten. Dafür müsse man sich beim Packstation- System anmelden und dann die Zugangsdaten an den Auftraggeber schicken. Dann kaufen die Betrüger mit gestohlenen Kreditkartendaten oder über gekaperte Paypal-Accounts bei Ebay oder anderen Shopping-Seiten ein und geben die "gekaufte" Packstation-Adresse als Anschrift an. Laut der auf Online-Betrug spezialisierten Webseite falle-internet.de ist dabei der Name irrelevant, die Zustellung richte sich nur nach Packstation und "Postnummer". Diese Sicherheitslücke ermöglicht es den Gaunern, den Inhaber des gekaperten Ebay- oder Paypal-Accounts als Empfänger zu nennen und so beim Verkäufer keinen Verdacht aufkommen zu lassen. Am Ende bleiben mindestens zwei Betrogene: der Verkäufer, nachdem die Zahlung vom rechtmäßigen Inhaber der Kreditkarte oder des Paypal-Kontos zurückgebucht wurde; und der Mieter der Packstation, zu dem die Warensendung zurückverfolgt werden kann. Der Verkäufer muss versuchen, sein Geld über den Paypal-Verkäuferschutz zurückzuholen - was nur funktioniert, wenn der Betrüger die Packstation-Adresse ins Paypal-Konto eingetragen hat. Der Betrüger hingegen, der bei seinen Pack- station-Gesuchen natürlich falsche Daten angibt, ist längst über alle Berge. Deshalb sollte jeder Verkäufer wachsam sein, wenn er an eine Packstation verschicken soll - vor allem, wenn eine rückbuchbare Zahlungsform wie Kreditkarte oder Paypal vereinbart wurde. Große Online-Händler wie computeruniverse.net oder handhirn.de verweigern aus Sicherheitsgründen die Lieferung an Packstationen bei diesen Zahlungsarten komplett oder zumindest bei Neukunden. Wer nicht so weit gehen will, kann den Kunden auf die Problematik hinweisen und um eine Personalausweiskopie bitten - um sicherzugehen, dass der Handelspartner tatsächlich der Zahlende ist.

6. Gebot war ein Witz

Ein Spaßbieter allein kann nicht viel Schaden anrichten, ein zweiter Spaßbieter aber genügt, um jede Auktion in völlig unrealistische Preisbereiche zu treiben. Wenn Ihr Taschenbuch bei 50.000 Euro liegt, können Sie die Gebote der entsprechenden Preistreiber streichen (siehe Falle 8), um Ihre Auktion wieder auf Normalniveau zu bringen. Gleichzeitig sollten Sie die Spaßvögel über die Seite www.ebay.de/help/policies/ unwelcome-buying.html bei Ebay melden. Wer regelmäßig von Spaßbietern belästigt wird, muss annehmen, dass ihm ein böswilliger Nachbar oder ein konkurrierender Ebay-Händler systematisch die Auktionen ruinieren will. Private Verkäufer können sich mit einer Klausel im Auktionstext schützen, wonach Spaßbieter mit einer Vertragsstrafe belegt werden. Das Amtsgericht Bremen hält 30 Prozent des ohne Kaufabsicht abgegebenen Gebots als Abschreckung für angemessen (Az. 16 C 168/05). Gewerblichen Händlern hilft das nicht, weil bei ihnen der Höchstbietende ohnehin ein Widerrufsrecht hat.

7. Verkaufen im Auftrag

Es ist ein simpler Gefallen, um den einen der Nachbar oder eine Arbeitskollegin ohne Ebay-Account da bittet: "Könntest du das für mich versteigern?" Doch wer darauf eingeht, muss großes Vertrauen in seinen Auftraggeber haben. Denn Vertragspartner des späteren Käufers wird auf jeden Fall der Inhaber des Ebay-Accounts. Zwar könne man mit dem Auftraggeber eine Freistellungsvereinbarung treffen, wonach dieser dem Verkäufer eventuelle Schäden ersetzen muss, sagt Rechtsanwalt Nagel. Mit dem verärgerten Käufer muss sich aber der Account- Inhaber auseinandersetzen, wenn das angebliche Designer-T-Shirt sich als Fälschung entpuppt oder der Schallplattenspieler doch nicht so "voll funktionsfähig" ist, wie die Arbeitskollegin vorher behauptet hatte. Wer sich dazu verleiten lässt, für Fremde zu verkaufen, obwohl er kein professioneller Verkaufsagent ist, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit in kriminelle Machenschaften verwickelt. Markenfälscher etwa suchen gezielt nach unbescholtenen Ebay-Mitgliedern, um über deren Accounts Fakes zu vertreiben. Andere Betrüger verzichten komplett auf Ware. Sie engagieren Jobsuchende dafür, einen Account zu eröffnen und hochpreisige Artikel mit längeren Lieferzeiten, etwa Möbel, einzustellen. Diese leiten die sicher handeln Verkaufen und Verdienen eingegangenen Zahlungen dann an den Auftraggeber weiter, der daraufhin die Ware direkt an die Kunden verschickt - so behauptet er zumindest. In Wahrheit setzt er sich mit dem Geld ab und der ahnungslose Verkäufer hat bald die geprellten Kunden am Hals, die die Ware wollen oder das Geld zurückfordern.

8. Gebotsrücknahme lässt Preise purzeln

Wenn ein Kaufinteressent kurz vor Auktionsende sein Gebot zurückzieht - etwa mit der Begründung "falscher Betrag eingegeben" -, kann das für den Verkäufer unangenehm werden. Ein Beispiel sehen Sie auf der oben abgebildeten Biethistorie zu einer Zugfahrkarten- Auktion: Bieter s. (Name der Redaktion bekannt) setzt um 13.09 Uhr das höchste Maximalgebot, sodass er mit 36,16 Euro an der Spitze steht. Wenige Minuten später bieten 1***s 777 Euro und e***e 123 Euro. Nun steht die Auktion bei 124 Euro, womit das Ticket teuer und für andere Bieter uninteressant ist. Acht Sekunden vor Schluss ziehen beide Spitzenreiter ihre Gebote zurück - und s. erhält den Zuschlag für 36,16 Euro. Auch wenn es sich nicht beweisen lässt: Dieser Fall sieht sehr nach Gebotsabschirmung aus. Davon spricht man, wenn mehrere Ebay-Mitglieder zusammenarbeiten, um einen Preis erst übermäßig nach oben zu treiben und am Ende abstürzen zu lassen. Hier traf es als Verkäufer die Bahn, die den Verlust wohl verkraften kann - auch wenn sie ihn nicht hätte akzeptieren müssen: Laut Ebay- AGB (§ 10.1) kommt nach einer Gebotsrücknahme "zwischen dem Mitglied, das nach Ablauf der Auktion aufgrund der Gebotsrücknahme wieder Höchstbietender ist, und dem Anbieter kein Vertrag zustande". Der Anbieter braucht nur an den neuen Höchstbietenden zu verkaufen, wenn er das möchte - und muss den Preisverfall nicht hinnehmen. Weil es auch Gebotsabschirmungs- Konstellationen gibt, bei denen diese Klausel nicht greift, weil der Höchstbietende nicht überboten wurde, sollte man die Bieterlisten während der Auktion im Auge haben - vor allem, wenn der Preis in unerwartete Höhen steigt. Wenn Sie auf der Seite "Gebotsübersicht" auf den Ebay-Namen eines Bieters klicken, erfahren Sie unter anderem, wie oft jemand in den letzten sechs Monaten Gebote zurückgezogen hat. Wer angesichts früherer Gebotsrücknahmen und ungewöhnlich hoher Gebote den Verdacht hat, dass eine Gebotsabschirmung vorliegt, kann die entsprechenden Gebote über offer. ebay.de/ws/EbayISAPI.dll?CancelBidShow streichen lassen. Wenn Sie erst nach Auktionsende argwöhnisch werden, sollten Sie Ihren Verdacht und die mutmaßlich kooperierenden Accounts an Ebay melden (über www.ebay.de/ help/contact_us/_base/result_6_2_10.html). Zudem können Sie die Gebotsrücknahmen juristisch angreifen: "Wenn der Käufer den Vertrag nicht wirksam angefochten hat, bleibt er bestehen", sagt Rechtsanwalt Nagel. Und: "Ein einfaches 'falscher Betrag eingegeben' reicht nicht ohne Weiteres als Anfechtungsgrund."

9. Kunde zieht Zahlung zurück

Wer Paypal anbietet, hat im Prinzip eine sichere Zahlungsform gewählt: Er genießt Verkäuferschutz in unbegrenzter Höhe und ist vor ungerechtfertigten Rückbuchungen sicher. Allerdings unterliegt dieser Schutz Einschränkungen, die dazu führen können, dass der Verkäufer am Ende ohne Geld und ohne Ware dasteht. Ein Beispiel: Mitglied A ersteigert bei Mitglied B einen Fernseher. Er zahlt per Paypal und holt kurz darauf das Gerät persönlich ab. Tage später wird der Kaufbetrag wieder von Bs Konto abgebucht - A hat behauptet, die Ware nicht erhalten zu haben. Juristisch steht B dumm da, weil er keinen Zeugen für die Übergabe hat; und auf den Verkäuferschutz kann er auch nicht setzen: Der greift laut Paypal- Richtlinien nicht bei Selbstabholung. Um solchen Desastern zu entgehen, sollte jeder Verkäufer prüfen, ob seine Auktion Verkäuferschutz-kompatibel ist, ehe er Paypal anbietet. Nicht von dieser Ausfallsicherung abgedeckt sind neben Artikeln, die der Kunde selbst abholt, "immaterielle Güter, Dienstleistungen, Geschenkgutscheine und weitere nicht physische Güter" sowie "Artikel, die nicht versandt werden, zum Beispiel Fahrzeuge, einschließlich Autos, Motorräder, Boote und Flugzeuge". Alle anderen Artikel genießen laut Richtlinie nur dann Verkäuferschutz, wenn die Zahlung als Ganzes einging ("keine Teilzahlung, keine Ratenzahlung"); wenn der Verkäufer keine Extra-Gebühr für Paypal-Zahlungen erhoben hat; wenn die Ware "an die auf der Seite Transaktionsdetails angegebene Adresse versandt" wurde (vgl. Fallen 4 und 5); wenn der Verkäufer im Streitfall einen Versandbeleg vorweisen kann (vgl. Falle 2), was bei höheren Warenwerten auf versicherten Versand hinausläuft. Werden Zahlungen zu Unrecht vom Paypal-Konto abgezogen, ist es laut Rechtsanwalt Arndt Joachim Nagel kompliziert, sich juristisch zu wehren. "Ich würde deshalb empfehlen, keine größeren Beträge dauerhaft auf dem Paypal-Konto liegen zu lassen."

10. Käufer nutzt Verkäuferfehler aus

Es soll Käufer geben, die sich an Fehlern von Verkäufern bereichern wollen. Sie suchen etwa gezielt nach Artikeln, die viel mehr wert sind als den einen Euro Sofortkauf-Preis, zu dem sie versehentlich eingestellt wurden. Nach dem Kauf bestehen die Kunden auf der Übergabe des Produkts zum Schnäppchenpreis. Verkäufer, denen so ein Miss Missgeschick passiert, müssen aber nicht in Panik ausbrechen. In der Regel lässt sich der Vertrag anfechten, wenn ihm ein offensichtlicher Irrtum zugrunde liegt, wie kürzlich etwa das Amtsgericht Bremen entschied (Az. 9 C 142/07). Wichtig ist jedoch, dass man diesen "Erklärungsirrtum" (Versehen bei der Preisangabe) dem Käufer unverzüglich mitteilt. Allerdings sollten Verkäufer beachten, dass Ebay-Verträge nur in Ausnahmefällen wie bei offensichtlichen Versehen anfechtbar sind. Selbst die Gründe, die Ebay zur Löschung von Auktionen durch den Verkäufer anbietet, sind juristisch nicht immer wasserdicht: Wer eine Auktion mit der Begründung vorzeitig beendet, er finde den angebotenen Artikel nicht mehr, riskiert eine Schadenersatzforderung. "Das Verlieren der Ware führt nur dann zur Befreiung von der Leistungspflicht, wenn daraus die objektive Unmöglichkeit resultiert, die Ware zu liefern", erklärt Rechtsanwalt Arndt Joachim Nagel, "also nur, wenn der Artikel auch von keinem anderen Händler geliefert werden kann." Ohnehin reiche es nicht, Gebote und Auktion zu löschen. "Der Vertrag muss wirksam angefochten werden, was aus Beweisgründen schriftlich erfolgen sollte."

11. Abmahner greift an

Von A wie AGB bis W wie Widerrufsbelehrung: Die Abmahnrisiken für Online-Verkäufer sind in Deutschland kaum überschaubar. Die IT-Recht-Kanzlei listet mehr als 140 "gängige Abmahngründe" bei Ebay, Amazon und sonstigen Online-Shops auf.

Die überwältigende Mehrheit davon betrifft aber nur professionelle Händler - oder Privatverkäufer, die längst die Grenze zur Gewerblichkeit überschritten haben. Sobald ein Verkäufer eine Spielregel des gewerblichen Wettbewerbs verletzt, kann er von anderen Händlern abgemahnt werden. Oft geht es dabei nur um Lappalien: ein abgekürzter statt ausgeschriebener Vorname im Impressum; ungenaue Angaben zur Lieferzeit; die Angabe der Widerrufsfrist mit "vier Wochen" statt "einem Monat". Doch können auch solche Kleinigkeiten teuer werden. Die Abmahnung kommt meist vom Anwalt des Wettbewerbers, der seine Arbeit dem Abgemahnten in Rechnung stellt - oft mit einem hohen dreistelligen Euro-Betrag. Spätestens bevor man die zur Abmahnung gehörende Unterlassungserklärung unterschreibt, sollte man einen Anwalt kontaktieren. Am sichersten ist es aber, seine Auktionen regelmäßig juristisch prüfen zu lassen, um Abmahnern erst gar keine Angriffsfläche zu bieten.

Zum Thema
KOMMENTARE (3 von 3)
 
miho2008 (29.12.2008, 13:58 Uhr)
Ebay ist nur noch fett und gierig!
Leider sind die Zeiten, in denen es bei eBay noch Spaß machte, vorbei.
Ebay ist daran zu 100% selbst schuld und wäre gut beraten wieder zu seinen Ursprüngen zurückzukehren!
Die unzähligen Änderungen und vor allen die Gebührenerhöhungen, haben das Mass voll werden lassen.
Ebay wird nur auf Dauer überleben, wenn es wieder zu vernünftigen Preise n möglich sein wird, Artikel zu verkaufen. Von den unzähligen Besonderheiten und Hindernissen beim Einstellen ganz zu schweigen.
Nur noch eine Frage der Zeit bis Amazon noch mehr in diesen Markt vordringt.
Ich kaufe auch seit diesem Jahr nichts mehr bei eBay und werde dies auch in 2009 nicht tun, solange sich eBay weiter so negativ verändert!
Back to the roots...
Und immer noch keine Alternative zu eBay, dass soll einer verstehen?
karo4ever (28.12.2008, 23:46 Uhr)
Die ganze Auflistung zeigt 2 Dinge
1. Ebay ist und bleibt ein riesiger Tummelplatz für Betrüger
2. Paypal ist keine Erleichterung sondern ein weiteres Sprungbrett für unlautere Methoden.
Wer hätte das gedacht.
so long
Karo
Clibanarius (28.12.2008, 18:27 Uhr)
Wäre auch mal...
...geraten, auf die dubiosen Tricks der Verkäufer hinzuweisen. Ich kaufe kaum noch etwas bei Ebay, vor 3-4 Jahren habe ich noch min. einen Kauf bei Ebay getätigt, heute sind es wenns hochkommt 2-3 im Jahr, stattdessen mehr Streifzüge und Stöbern ohne Kauf. Dabei stösst man öfters auf Verkäufer, auf deren Gebote ein anderer Account ständig mitbot, aber nie etwas kaufte. Hinweise an Ebay auf solchen auffälligen Muster hin, beantwortete sie, man werde es prüfen. Aber auch nach 2 Monaten geschah nichts. Dabei hat Ebay diesen Auswüchsen kräftig nachgeholfen, indem die Accounts maskiert sind und andere Kunden deshalb nur noch in Kleinarbeit solche Gebotstreibereien erkennen können.
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Ebay ist, was neue Artikel angeht, eh tot. Aber selbst gebrauchte Artikel aus den Bereichen Elektro, Haushalt, Unterhaltung und IT haben am Ende einer Auktion oft solche Mondpreise, da kann man sich auch gleich bei regulären Online-Shops mit Neuware eindecken.
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