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24. Januar 2011, 17:30 Uhr

Genug von Eric

Wie vielen IT-Giganten zuvor droht auch Google nach Jahren des Wachstums Stagnation. Um diesem Schicksal zu entgehen, muss Konzernchef Eric Schmidt wieder Platz machen für Mitgründer Larry Page. Von Matthias Lambrecht

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"Ein toller Firmenchef." Aber offenbar nicht toll genug für Google: Eric Schmidt wird in den Verwaltungsrat abgeschoben© Beck Diefenbach/Reuters

Die Nachricht über seinen Rückzug bei Google war kaum ein paar Stunden alt, da telefonierte Eric Schmidt schon mit Silicon-Valley-Blogger Michael Arrington. Schließlich hatte der scheidende Google-Chef etwas klarzustellen: Aufgestiegen sei er nun, beharrt er. Als Chairman des Verwaltungsrats von Google treffe er weiterhin alle wichtigen Entscheidungen mit den Gründern Larry Page und Sergey Brin. "Nur dass Larry dafür künftig die Anerkennung und die Aufmerksamkeit bekommen wird", erklärte Schmidt etwas gönnerhaft-väterlich. Per Twitter, wie sich das in der kalifornischen Tech-Szene gehört, hatte er zuvor schon seine "Follower" wissen lassen: Die "tägliche Aufsicht durch Erwachsene" sei nicht mehr notwendig.

Nun wird Larry Page wieder die operative Führung der Such- und Werbemaschine übernehmen - und im Valley wird heftig über den Chefwechsel spekuliert. Schmidts Rat wird nicht mehr gebraucht, urteilt Henry Blodget vom Branchendienst "The Business Insider". "Die Typen, die Google kontrollieren, Larry und Sergey, haben entschieden, dass sie genug von Eric hatten", so Blodget. "Also haben sie ihn gefeuert." Offenbar versucht Google mit dem Chefwechsel, dem Schicksal anderer IT-Giganten zu entgehen, die nach schnellem Wachstum träge wurden. Aber Google will beweglich und innovativ bleiben.

Hip sind jetzt andere

Unter Schmidt hat das lange funktioniert. Vor zehn Jahren ist er an die Spitze gerückt. Damals drangen die Risikofinanzierer des jungen Unternehmens auf einen Profi im Topmanagement, der für weiteres Wachstum sorgen sollte. Schmidt, bis dahin Chef des Softwareunternehmens Novell, löste den End-20er Page ab. Unter dem Profi stieg Google vom Startup mit rund 200 Mitarbeitern zum globalen, börsennotierten Branchenriesen mit bald 25.000 Beschäftigten auf. Im vergangenen Quartal fuhr Google einen Rekordumsatz von 8,4 Milliarden Dollar und einen Gewinn von 2,5 Milliarden Dollar ein.

Noch immer ist Google ein bisschen anders, noch immer lautet das Firmenmotto: "Tue nichts Böses." Und noch immer haben die Googler die Freiheit, ein Fünftel ihrer Arbeitszeit auf eigene Projekte zu verwenden. Aber trotz aller Innovationen ist auch Google von den Problemen schnell wachsender Organisationen nicht verschont geblieben. Das süße Gift des andauernden Erfolgs verleitet zu Nachlässigkeiten, die schiere Größe lässt den Konzern behäbiger reagieren als vor ein paar Jahren. Inzwischen ist es cooler, woanders zu arbeiten: bei den jungen, aufstrebenden Social-Media-Diensten wie Groupon, Twitter und Facebook etwa. Die ziehen jetzt die jungen Talente an, das wichtigste Kapital der Technologieunternehmen.

Höchste Zeit umzusteuern, finden die Gründer. "Zu unseren vorrangigen Zielen gehört es, Google zu einem großen Unternehmen zu machen, das die Beweglichkeit und die Seele, die Leidenschaft und die Geschwindigkeit eines Startups hat", tönt denn auch schon der neue Chef Page.

Seite 1: Genug von Eric
Seite 2: Teil 2: "Big Company Disease"
Seite 3: Teil 3: Glücklos bei Zukäufen
 
 
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