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13. Juli 2010, 10:39 Uhr

"Ich habe Facebook erfunden"

Hat Mark Zuckerberg das weltweit größte soziale Netzwerk entwickelt, oder schmückt er sich mit fremden Federn? Paul Ceglia behauptet, er habe Facebook programmiert und will vor Gericht 84 Prozent Anteil an dem milliardenschweren Internet-Unternehmen erstreiten.

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Facebook-Chef Mark Zuckerberg muss vor Gericht um sein Unternehmen kämpfen© Mario Anzuone/Reuters

Juristischer Wirbel um das weltgrößte soziale Netzwerk Facebook: Ein US-Bürger namens Paul Ceglia macht geltend, dass ihm 84 Prozent des inzwischen milliardenschweren Internet-Unternehmens gehören, wie aus Gerichtsdokumenten hervorgeht, die seit Montag einsehbar sind. Der Kläger aus dem US-Bundesstaat New York gibt an, von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg im Jahr 2003 beauftragt worden sein, bis 1. Januar 2004 eine Internet-Seite namens "The Face Book" oder "The Page Book" zu programmieren.

In dem Vertrag seien Ceglia von Zuckerberg, der damals Student der US-Elite-Hochschule Harvard war, 1000 Dollar Honorar (795 Euro) und ein 50-Prozent-Anteil an der Seite zugesprochen worden. Zudem sei Ceglia ein weiteres Prozent zugesagt worden für jeden Tag den sich der Start der neuen Website verzögere. Facebook ging am 4. Februar 2004 online, also 34 Tage nach dem Jahreswechsel, weshalb der Kläger nun 84 Prozent der Seite reklamiert.

Gericht friert Vermögenswerte ein

Facebook ist Schätzungen zufolge inzwischen mehr als sechs Milliarden Dollar wert. Ein Facebook-Sprecher erklärte, die Klage sei "völlig unseriös". Das Unternehmen werde sie "energisch bekämpfen". Die New Yorker Justiz ordnete unterdessen an, alle Vermögenswerte von Facebook einzufrieren, bis der Rechtsstreit geklärt ist. Der Facebook-Sprecher erklärte, diese Entscheidung habe keinen Einfluss auf den Betrieb der Seite, die mit inzwischen rund 400 Millionen Nutzern das größte soziale Netzwerk der Welt ist.

Laut "Wall Street Journal " sieht die US-Justiz die Glaubwürdigkeit des Klägers durch einen früheren Rechtsstreit beeinträchtigt. Paul Ceglia sei im vergangenen Jahr von der Justiz des US-Bundesstaats New York vorgeworfen worden, die Kunden einer von ihm geführten Holzpellet-Firma um rund 200.000 Dollar geprellt zu haben, weil er bestellte Ware nicht geliefert habe.

AFP/bla
 
 
KOMMENTARE (10 von 10)
 
utasieg (15.07.2010, 17:23 Uhr)
Es wäre besser gewesen
wenn der Erfinder sich diesen Dreck in den Hintern gesteckt hätte
neyzen (14.07.2010, 08:45 Uhr)
Nein...
FB habe ich erfunden !
mh0001 (13.07.2010, 15:24 Uhr)
Inhalt der Klageschrift fehlinterpretiert?
Laut Klageschrift scheint doch Ceglia der Auftraggeber und Zuckerberg der Auftragnehmer gewesen zu sein. Zuckerberg hat 1000$ erhalten. (Seite 4, Nr. 10)

Damit würden auf die von Ceglia geforderten Anteile mehr Sinn machen.

Quelle: http://www.scribd.com/doc/34239119/Ceglia-v-Zuckerberg-complaint
facility (13.07.2010, 14:16 Uhr)
Lesen!
Also wer den Artikel liest, wird bemerken, dass nicht der Entwickler seine Aufgabe zu spät erfüllt hat, sondern der Auftraggeber das ganze zu spät gelauncht hat. Deshalb die Sache mit den Prozenten.
Allerdings ist das geschäftlich immernoch sehr ungewöhnlich, die meisten Auftraggeber bleiben bei Festbeträgen, sofern der Entwickler später nicht Teil des Unternehmens ist.
Skorti (13.07.2010, 14:09 Uhr)
Der erste Entwickler ....
der für eine Verspätung belohnt wird. Macht das Ganze sehr suspekt.
Julian2225 (13.07.2010, 14:04 Uhr)
Sounds familiar!
Wie war das damals noch mit Microsoft? Gates ging aehnlich vor und kaufte jemandem die Dosgeschichte ab und war allerdings klug genug keine prozentuale Beteiligung in den Vertrag reinzuschreiben.

Das der Herr nun verunglimpft wird Ceglia ist auch logisch, denn es geht ja nicht um Kleingeld. Aber wenn er einen unterschriebenen Vertrag hat sollte die Sache ja wohl rechtens sein, oder sind Vertraege heute gar nichts mehr wert?
endbenutzer (13.07.2010, 13:45 Uhr)
@shine:
"...Selbst wenn Ceglia die vollen Sourcen haben sollte, heißt das noch lange nicht, daß er auch die Rechte daran hält..."

Aber zumindest hätte er einen Fuß in der Tür.
shine (13.07.2010, 12:53 Uhr)
@endbenutzer
Selbst wenn Ceglia die vollen Sourcen haben sollte, heißt das noch lange nicht, daß er auch die Rechte daran hält. Wenn er in Auftrag entwickelt hat, dann hat der Auftraggeber alle Rechte daran. Wichtig wäre nun zu klären, wie die Verträge gestaltet waren und ob Ceglia tatsächlich etwas zusteht. Im Übrigen klingt die Vertragsklausel mit 1% zusätzlichem Anteil pro verzögertem Tag. Normalerweise gibt es eine Vertrags"strafe" bei Verzögerung für den Hersteller/Entwickler...
endbenutzer (13.07.2010, 12:44 Uhr)
Wenn Ceglia...
...das ganze Ding programmiert hat, hat er doch sicher während seiner Tätigkeit immer mal wieder Backups der verschiedenen Entwicklungsstufen gemacht. Soll er sie halt vorzeigen - falls er nicht so einfältig war, diese Kopien ausschließlich auf dem Server seines Auftraggebers zu lagern..
Magicr (13.07.2010, 12:31 Uhr)
Das ich das noch erleben darf
Auf heise.de habe ich schon viele Artikel zu Patenttrollen gelesen. Eigentlich hätte dieser Fall nur ein müdes Lächeln erzeugen sollen. Tut es aber nicht. Hoffentlich verfolgt die Stern-Redaktion diesen Fall weiter.
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