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7. Juni 2008, 14:35 Uhr

Frings ist der heimliche Boss

Torsten Frings gilt neben Michael Ballack als der Kopf der deutschen Elf. Doch während der deutsche Kapitän die Titelblätter ziert, steht Frings cool und lässig in seinem langen Schatten. Intern jedoch genießt er mindestens genauso viel Respekt. Von Martin Sonnleitner

Bissig, zweikampfstark, dynamisch: Torsten Frings ist neben Michael Ballack die zentrale Figur im deutschen Spiel© Torstten Silz / DDP

Da ist diese Wangennarbe, die einem zunächst ins Auge sticht, dann das Tribal-Tattoo. Schließlich die wispernde Stimme. Nein, Torsten Frings ist nicht einfach zu durchschauen. Lediglich auf dem Fußballplatz gelingt das ein wenig: Frings ist neben Kapitän Michael Ballack die Zentralkraft im deutschen Spiel, umtriebiger Mittelfeldallrounder, schuss-, zweikampf-, willensstark, hart im Nehmen, torgefährlich und für viele Experten der heimliche Chef im Team.

Frings' Geheimnis beginnt damit, dass er eigentlich gelernter Stürmer ist. Noch in der A-Jugend bei Alemannia Aachen spielte er im Sturm. Mit 17 Jahren schaffte er den Sprung in die erste Mannschaft. Dann erst arbeitete er sich positionsmäßig schrittweise nach hinten.

Ehrgeiz, Mumm, mentale Stärke

"Klar, er war talentiert, doch dass er diese Karriere hinlegt und Nationalspieler wird, hätte ich nie im Leben gedacht", wundert sich sein damaliger Jugendcoach Günter Cajet noch heute über die außergewöhnliche Laufbahn seines einstigen Schützlings."Es gab talentiertere Spieler, doch er hatte den Ehrgeiz und den nötigen Mumm."

Sein jetziger Trainer bei Werder Bremen, Thomas Schaaf, drückt es noch pointierter aus: "Er weiß mental genau, was er will und stellt sich in den Dienst der Mannschaft. Mit dieser Einstellung reißt er alle mit." Versetzt zu Michael Ballack verrichtet der nach wie vor torgefährliche Frings in der Nationalelf deshalb meist die Kärrnerarbeit.

Vertrauen des Bundestrainers

Es kam beinahe einer Huldigung gleich, als Bundestrainer Joachim Löw wenige Wochen vor der Europameisterschaft dem lange verletzten und noch angeschlagenen Frings seinen ganz persönlichen Freibrief für die EM aussprach:"Frings ist ein Turnierspieler."

Eine Innenbandverletzung am rechten Knie hatte ihn über Monate außer Gefecht gesetzt. Einen Tag vor dem Polen-Spiel lobte Löw nun: "Ich muss ihm ein Kompliment aussprechen, mit welcher Energie er die Einheiten bewältigt, wie er sich herangekämpft hat." Auch Ballack bestätigte die Ausnahmestellung des 31-Jährigen: "Es ist ganz wichtig, dass er rechtzeitig wieder fit geworden ist."

Im modernen Fußball wird gerne mit zwei defensiven Mittelfeldakteuren agiert, der sogenannten Doppel-Sechs. Offensivfreunden gilt diese Sicherheitsvariante als Angsthasenfußball. Löw entschied sich nach einigen Experimenten für die versetzte Zentrale, Ballack vorne, dahinter Frings. Weniger aus ideologischen Gründen, sondern eher, weil er weiß, dass der Bremer diese neuralgische Nahtstelle im System trocken und pflichtbewusst abdichtet.

Der stille Boss

Frings' Standing im Team wird in Sönke Wortmanns Film "Deutschland. Ein Sommermärchen" eindrucksvoll dokumentiert. Nach dem Sieg im Spiel um den dritten Platz in Stuttgart diskutierten die Nationalspieler über das Abschiedsfest der WM 2006. Ballack führte das Wort und plädierte dafür, nach all den Strapazen in Stuttgart zu bleiben. Frings zischte lässig, cool und ohne eine Miene zu verziehen, er wäre für Berlin, dem eigentlichen Mekka der deutschen Mannschaft und ihrer Fans. Er setzte sich durch.

Von Martin Sonnleitner
 
 
KOMMENTARE (4 von 4)
 
NName (08.06.2008, 12:27 Uhr)
ab
Sarah Brandner ist vom Beruf her schon Photomodel, daher weiss sie auch wie sie posieren muss. Dass das dann manchmal etwas nach gestellter Beziehung aussehen mag, kann zwar sein, ist aber letztenendlichs reine Spukalation.
Das mit Lehmann ist sicher so ne Sache, da geb ich dir schon recht. Wäre eher für einen Enke, der die selbe Ruhe wie Lehmann ausstahlt, aber dann auch innerliche so ruhig ist und dementsprechend auch hält.
albundy69 (08.06.2008, 11:02 Uhr)
Mutproben !!!
Wenn Frings so cool ist wie beschrieben, müsste er 2 Mutproben ohne weiteres bestehen !
a) Lehmann rauswerfen zu lassen
b) Schweinsteigers Freundin beizubringen, dass die Öffentlichkeit erkannt hat, dass diese "Liebe" genau so echt ist wie das Geschleime von Beckham hoch 2. Model bleibt eben Model, jeder Blick kontrolliert wo eine Kamera ist und der arme Trottel merkt nicht mal, dass "Sarah-Darling" auch eine Mülltonne abknutschen würde, wenn sie dafür 3,2 Sekunden Berühmtheit bekäme !
Slapmastert (08.06.2008, 10:15 Uhr)
Endlich sagt das auch mal jemand!
@ Dylan1941: Also da kennt wohl jemand die Bremer Gemütlichkeit nicht ;)
Frings ist "Cool", je nach Definition meint es eine Person, die verhältnismäßig wenig Angst vor einer speziellen Situation hat. Da fällt Frings auf jeden Fall rein!
Ich bin ohnehin froh, dass dieser Artikel den Weg in die Öffentliche gefunden hat.
Frings ist meiner Meinung nach einer der wichtigsten Spieler für das Deutsche Team. Ballack ist einfach eine ganz andere Sorte Spieler, das macht den wirklichen Unterschied.
Dylan1941 (08.06.2008, 09:48 Uhr)
Cool ?
Frings wirkt auf mich in seinen Interviews nicht cool, sondern eher schüchtern und wenig wortgewandt .
Die großen Weisheiten in flüssigen Sätzen kann von Ihm genausowenig wie von Herrn Klose erwartet werden .
Aber Coolness hat auch etwas mit Sicherheit und exakten Aussagen zu tun (z.B. Kimi R.), dies fehlt beiden völlig ...
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