Ratgeber Ernährung

Abnehmen in der Gruppe

Anders als bei den meisten Diätprogrammen zählen die Weight Watchers keine Kalorien, sondern Punkte. stern.de verrät, für wen das Konzept taugt.

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Die meisten Obst- und Gemüsesorten können laut Weight-Watchers-Plan in beliebiger Menge gegessen werden©

Die Amerikanerin Jean Nidetch hatte eine Idee: Nachdem sie feststellte, dass ihr das Abnehmen zusammen mit ihren Freundinnen leichter fiel als alleine, gründete sie 1963 die Firma Weight Watchers. Noch heute sind die wöchentlichen Gruppentreffen vermutlich das wichtigste Element dieses Diätkonzeptes.

Die Weight-Watchers-Methode eignet sich für gesunde Übergewichtige mit einem Body-Mass-Index (BMI) von 25 bis 35, die nicht an Begleiterkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck leiden. Auch Kinder unter zehn Jahren sowie Schwangere, Menschen mit Essstörungen oder schwer Adipöse sind zu den Treffen nicht zugelassen.

Das Prinzip

Statt Kalorien zählen Weight-Watchers-Teilnehmer sogenannte "ProPoints", also Punkte. Bis Ende 2009 hießen diese noch schlicht Points, aber da Weight Watchers zu Beginn Jahres 2010 sein Konzept grundlegend überarbeitet hatte, bekamen auch die Points einen neuen Namen. Jedes Nahrungsmittel oder Gericht hat einen festen ProPoints-Wert, der sich danach errechnet, wie hoch der Eiweiß-, Fett-, Kohlenhydrat- und Ballaststoffgehalt eines Lebensmittels ist. Früher ergab sich der Points-Wert daraus, wie viele Kalorien und Fett in einem Lebensmittel steckten.

Anfang 2013 wurde das ProPoints-System weiterentwickelt und heißt nun ProPoints Plan 360°. Grundlage dieser Erweiterung sind neuere Forschungsergebnisse zum sogenannten hedonistischen Hunger: dem Drang zu essen, obwohl man längst satt ist. Dieser hedonistische Hunger sei vor allem in einer Welt, in der verführerische, kalorienreiche Lebensmittel allzeit verfügbar sind, ein großes Problem. Daher hat Weight Watchers sein Konzept um Verhaltenstipps erweitert, die sich auf drei Bausteine verteilen: "Mein Plan", "Mein Umfeld" und "Meine Routine". Sie sollen Abnehmwilligen im Alltag helfen, diesen Dickmachern besser zu widerstehen. Die Verhaltenstipps reichen von der Empfehlung, ein Ernährungstagebuch zu führen ("Mein Plan"), über Hilfe beim Bestücken des Kühl- und Vorratsschranks bis hin zu Ideen, sich neue Angewohnheiten anzutrainieren, zum Beispiel immer einen gesunden Snack dabei zu haben, um nicht doch zum Schokoriegel zu greifen ("Meine Routine").

Am Anfang einer Diät ein Coach auf der Grundlage einiger Faktoren wie Gewicht, Körpergröße, Geschlecht und Alter individuell fest, wie viele ProPoints der Teilnehmer pro Tag verbrauchen darf, wenn er abnehmen möchte. Dieses Budget wird regelmäßig angepasst.

Die Punktebilanz gilt für jeweils einen Tag. Dazu kommt ein Wochenextra, das der Teilnehmer einlösen kann, wenn er zum Beispiel ins Restaurant geht oder eine Feier ansteht. Das Wochenextra lässt sich beliebig zu den ProPoints einlösen. Diese gelten wiederum nur für die aktuelle Woche und lassen sich nicht in die nächste Woche übertragen.

Zusätzlich gibt es sogenannte Sattmacher. Rund 200 Lebensmittel, die gut und lange sättigen, dabei aber einen geringen ProPoints-Wert haben, sind entsprechend grün gekennzeichnet, darunter unter anderem alle frischen Obst- und Gemüsesorten, fettarme Milchprodukte, mageres Fleisch und Fisch, aber auch Kartoffeln, Reis oder Vollkornbrot als Kohlenhydratlieferanten.

Nach Lust und Laune kann sich der Teilnehmer seinen Speiseplan zusammenstellen. Verboten ist nichts, solange er sein persönliches Punktebudget nicht überschreitet. Der Teilnehmer kann sich zwischendurch auch mal für einen Sattmacher-Tag entscheiden. Dann muss er keine ProPoints zählen, sondern beschränkt seine Auswahl auf die entsprechend gekennzeichneten Lebensmittel. Von denen kann er so viele essen, bis er satt ist.

Im Weights-Watchers-Einkaufsführer finden Teilnehmer ProPoints-Werte für mehr als 30.000 Lebensmittel, auch von Discountern. Daneben informiert der Restaurantführer darüber, wie viele ProPoints im Restaurant zusammenkommen würden: 2500 Speisen aus 24 Ländern sind hier aufgezählt, auch die aus bekannten Fast-Food-Ketten.

Teil des Programms ist, alle verzehrten Speisen und Getränke mit den entsprechenden ProPoints-Werten zu protokollieren. Der Vorteil dabei ist, dass das Thema Ernährung gezielt ins Bewusstsein rückt und Fehler im Essverhalten leichter aufzuspüren sind.

Die Gruppentreffen sind ein wichtiges Element

Protokolliert wird aber nicht nur das Essen, die Abnehmwilligen sollen auch Bewegung in ihren Alltag einbauen und notieren. Das Konzept schreibt keine konkreten Sportarten vor. Vielmehr werden bestimmte Bewegungseinheiten, auch Alltagsbewegungen wie Treppensteigen, belohnt: Teilnehmer können sich dafür einige ProPoints gutschreiben.

Neben den drei Elementen Ernährung, Bewegung und Verhalten sind die wöchentlichen Gruppentreffen das wahrscheinlich wichtigste Element der Weight-Watchers-Methode. Getreu dem Motto "Zusammen ist man stark" besprechen und analysieren die Teilnehmer gemeinsam mit einem Coach Ernährung und Bewegungsverhalten - daher auch der Name Weight Watchers ("Gewichtsbeobachter"). Die Coachs erklären ernährungswissenschaftliche Zusammenhänge und geben Tipps zum Durchhalten.

Wem das Abnehmen in der Gruppe nicht zusagt, das Punkte-Zählen aber schon, hat die Möglichkeit, Weight Watchers online zu verfolgen. Außerdem gibt es ein Fernprogramm sowie Einzelcoaching oder Weight Watchers Center, eine Anlaufstelle für Interessierte. Seit 2012 steht Abonnenten auch eine kostenlose App zur Verfügung, um im Alltag alle nötigen Informationen wie Rezepte oder Einkaufslisten schnell zur Hand zu haben.

stern-Abnehm-Coach Abnehmen und dauerhaft Ihr Wunschgewicht zu halten, schaffen Sie nur mit der richtigen Mischung aus bewusster Ernährung und mehr Bewegung. Der stern-Abnehm-Coach unterstützt Sie dabei.

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