
Vom kleinen Vormagen rutscht die Speise direkt in den Dünndarm hinein© Martin Freiling
In bestimmten Fällen kombinieren Ärzte Magen verkleinernde Eingriffe mit so genannten malabsorptiven Verfahren: Der Darmtrakt wird so umgebaut, dass weniger Nährstoffe aufgenommen werden können.
Das hierzulande gängigste Kombi-Verfahren ist ein Magenbypass. Dabei wird der Magen im oberen Teil durchtrennt. Am Eingang bleibt ein kleiner Vormagen übrig, der etwa das Fassungsvermögen eines Schnapsglases hat. Den Ausgang des Vormagens vernäht die Chirurgin mit einer hochgezogenen Schlinge des Dünndarms.
Die Nahrung wird so schnell in den Dünndarm befördert. Durch den großen Rest des Magens und den Zwölffingerdarm gelangt keine Nahrung mehr. Sie werden aber nicht entfernt, sondern bleiben mit dem Dünndarm verbunden und dienen als Zuleitung für Verdauungssäfte aus Galle und Bauchspeicheldrüse.
Je weiter unten am Dünndarm der Vormagen angenäht wird, desto stärker wirkt sich die Operation aus. Denn je kürzer das Stück Dünndarm ist, desto weniger Zeit bleibt den Verdauungsenzymen, die Nahrung in ihre Bestandteile zu zerlegen. Was nicht zerlegt werden kann, scheidet der Körper wieder aus.
Etwa 75 Prozent ihres Übergewichts verlieren Patienten infolge dieses Eingriffs. Die Methode wird vor allem bei Adipösen mit einem Body-Mass-Index über 45 durchgeführt und bei stark übergewichtigen Menschen mit Diabetes Typ 2. Laut mehreren Studien müssen mehr als 80 Prozent der Zuckerkranken drei Monate danach keine Medikamente mehr nehmen.
Allerdings sind sie wegen der schlechteren Nährstoffverwertung lebenslang auf Vitamin- und Mineralstoffpräparate angewiesen, sonst können schwere Mangelerscheinungen wie Blutarmut, Haarausfall oder Osteoporose auftreten. Zudem besteht bei diesem wie bei anderen malabsorptiven Verfahren die Gefahr, dass die komplizierten Nahtstellen zwischen Magen und Darm platzen.