Ähnlichkeit kommt in den besten Familien vor - und manchmal auch außerhalb. Ein kanadischer Fotograf zeigt in einer Doppelgänger-Serie, dass sich mit Styling und Gestik Erstaunliches erreichen lässt. Von Susanne Baller
Wenn die beiden jungen Frauen keine Zwillinge sind, Schwestern sind sie auf jeden Fall - oder? Nein, sind sie nicht. Zusammengebracht hat die Damen der Kanadier François Brunelle, der sein Fotografenleben dem intensiven Studium des menschlichen Gesichts verschrieben hat. Sylvie Gagnon und Caroline Dhavernas wurden, wie rund 200 weitere Paare aus der ganzen Welt, für ein Fotoprojekt nach Montréal eingeladen.
Die Frage "Was ist ein Doppelgänger?" beantwortet Brunelle ganz simpel mit "Eine Person, die einer anderen ähnlich sieht". Und das lässt sich auf unterschiedliche Weise erreichen: durch tatsächliche optische Ähnlichkeit und durch Imitation. Der Titel seines Projekts "Ich bin kein Doppelgänger!" spielt mit dem Titel des Bildes von René Magritte "Ceci n’est pas une pipe" (Dies ist keine Pfeife), auf dem eine Pfeife zu sehen ist. Der französische Surrealist erklärte ihn so: "Ein Bild ist nicht zu verwechseln mit einer Sache, die man berühren kann. Können Sie meine Pfeife stopfen? Natürlich nicht! Sie ist nur eine Darstellung. Hätte ich auf mein Bild geschrieben, dies ist eine Pfeife, so hätte ich gelogen."
2009 stellte Brunelle seine Doppelgänger in der Galerie der Bibliothek Eleanor London in Montréal aus, der Stadt, in der er lebt und arbeitet. Die Porträts hatten die nahezu lebensechte Größe von 140 mal 110 Zentimeter.