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Sechs Tricks, woran Sie einen guten Döner erkennen

Döner Kebab liebt eigentlich jeder. Egal ob mit Kalb, Hühnchen oder Fetakäse. Der Döner ist so bei uns so etabliert wie die Pizza in Italien. Aber was macht einen guten Döner eigentlich aus?

Seit Anfang der 1970er Jahre wird Döner Kebab in Deutschland gegessen. Es wird vermutet, dass der erste Döner in Berlin verkauft wurde - damals wurde das Grillfleisch im Fladenbrot bloß mit Zwiebeln serviert. Wer das Fleisch im Brötchen jedoch erstmalig angeboten hat, bleibt offen. Bekannt ist aber, dass der Döner Kebab von Berlin aus ganz Deutschland erobert hat. Heute wird Döner fast in jeder deutschen Stadt verkauft und auch gegessen.

Im Jahr 2011 rotierten bereits in mehr als 16.000 Läden drehende Fleischspieße hinter den Fensterscheiben. Den "deutschen" Döner Kebab gibt es meist im Fladenbrot mit Salat, Tomaten, Gurken, Zwiebeln, Weiß- und Rotkohl. Hin und wieder wird das türkische Sandwich auch mit Pomme frites gefüllt. Dazu werden Saucen wie Mayonnaise oder Joghurt zur Auswahl angeboten und auch Varianten wie "Knoblauch", "Kräuter", "Scharfe Sauce" oder "Curry". Aber auch vegetarische Alternativen mit Falafel, Halloumi oder Fetakäse können in den meisten Imbissen bestellt werden. In der Türkei wird zwar auch gefülltes Fladenbrot verkauft, aber hautpsächlich mit gegrilltem Hammel- oder Lammfleisch und Zwiebeln.

In Deutschland liefern natürlich nicht alle Dönerbuden die gleiche Qualität. Genau da unterscheiden sich die Läden immens. Woran Sie erkennen, ob Ihr Döner Kebab zu den besseren gehört, erfahren Sie hier.

1. Wie ist die Fleischqualität?

Ein Dönerspieß besteht eigentlich aus vier bis fünf Lagen in Joghurt und Gewürzen mariniertem Rind- oder Kalbfleisch. Dabei wechseln sich magere Fleischstücke mit fettem Fleisch ab. Wenn die Struktur des Dönerfleisches eher fein ist als grob, kann man davon ausgehen, dass der Spieß einen hohen Anteil an Hackfleisch enthält. Das ist per se nicht schlecht, doch hat vor allem die Vergangenheit gezeigt, dass Dönerfleisch oft in Fleischskandale (BSE, Gammelfleisch) verwickelt war. Die meisten Dönerbuden machen ihre Fleischspieße nicht mehr selber, sondern beziehen den Spieß aus industrieller Herstellung.

1989 wurde im Deutschen Lebensmittelbuch festgelegt, dass Dönerfleisch nur "grob entsehntes Schaffleisch und/oder grob entsehntes Rindfleisch verwendet werden sollte". Der Hackfleischanteil sollte unter 60 Prozent liegen, und natürlich dürfen Gewürze, Salz, Zwiebeln, Öl, Milch, Eier und Joghurt enthalten sein. Erst wenn diese Mindestvoraussetzungen erfüllt sind, darf sich der Fleischspieß Döner Kebab nennen. Abweichungen führen dann zu Bezeichnungen wie Döner nach Kebab Art.

Seit der BSE-Krise in den 90er Jahren wird Döner auch mit Hühner- oder Putenfleisch angeboten - diese tragen den Namen Hähnchen-Döner. Die optimale Fleischqualität bieten die Dönerbuden, die Wert auf gutes Fleisch legen - und im Idealfall auch den Spieß selbst zubereiten. Wenn das Fleisch dann noch aus artgerechter Haltung stammt, können Sie beherzt zubeißen. Fragen Sie doch einfach beim nächsten Besuch nach, woher das Fleisch und auch der Dönerspieß stammen.

2. Wie wird das Fladenbrötchen gemacht?

Das Pide ist ein Fladenbrötchen aus Hefeteig, Öl und Butter. Dieses wird typischerweise für den Döner Kebab verwendet und stammt ursprünglich aus der Türkei. Yufka bezeichnet einen dünn ausgewallten Teig der türkischen Küche, der vor allem in den ländlichen Gegenden der Türkei zubereitet wird, da er sehr einfach in der Herstellung ist: Mehl, Wasser und Salz - mehr benötigt der Yufka-Teig nicht. In Deutschland wurde schon in den 90er Jahren der Dürüm Döner beliebt. Hier werden Fleisch und Gemüse nicht in dickes Pide-Brötchen verpackt, sondern in Yufka-Teig eingerollt.

Auch hier gilt: Woher kommt das Brötchen? Wird es vor Ort gebacken? Von einer Handwerksbäckerei geliefert oder industriell in Massen hergestellt? An diesen Fragen kann man sich orientieren, was für eine Qualität das Dönerbrötchen hat.

3. Wie sieht das Gemüse aus?

Mit dem Gemüse ist es genau wie mit dem Fleisch und dem Dönerbrötchen. Es kommt auf die Frische an und auch hier gibt es große Unterschiede. Woher wird das Gemüse bezogen? Kommt es vom Großhändler, aus dem Garten der türkischen Oma oder aus dem Supermarkt von nebenan? Wenn das Gemüse schon länger in der Auslage lag, könnte es sein, dass braune Stellen auftreten und die Frische nicht mehr gewährleistet ist. Davon sollte man die Finger lassen, weil sie Herde für Bakterien und Salmonellen sein können. Einen Unterschied macht es aber, wenn das Gemüse gut gekühlt ist.

4. Wer geht hier essen?

Ein sehr gutes Anzeichen ist es, wenn ein türkisches Restaurant voll mit Landsleuten ist. Das gilt schließlich auch im Ausland: Wer eine authentische Pizzeria in Italien aufsuchen möchte, sollte nicht dorthin gehen, wo nur Touristen am Tisch sitzen, sondern einen Laden wählen, wo sich Einheimische einfinden. Dann kann man sicher sein: Hier stimmt nicht nur die Qualität, sondern auch die Atmosphäre und das Essen. Also gilt: Nicht dort essen, wo sich viele Touristen aufhalten, sondern ein Restaurant aufsuchen, wo Türkinnen und Türken gerne speisen.

5. Wie sauber sind die Toiletten?

Schon Oma wusste es: Bevor man sie dazu bringen konnte, am Tisch Platz zu nehmen, inspizierte sie erst einmal die Toiletten. Waren diese nach ihrer Zufriedenheit, durfte Platz genommen werden, wenn nicht, dann war Oma schneller wieder aus dem Restaurant, als man "Einmal Döner Kebab mit scharf, bitte!" sagen konnte.

Die Sauberkeit der Toilette sagt viel über die Hygiene in einem Restaurant aus. Wenn nicht einmal die Toiletten sauber sind, wie kann dann gewährleistet sein, dass in der Küche hygenisch gearbeitet wird?

6. Was kostet der Döner Kebab?

Dass man für 99 Cent weder gute Fleisch-, noch Gemüse- oder Fladenbrötchenqualität erhält, sollte eigentlich jedem klar sein. Wer darauf achtet, beim Döner Kebab Geld zu sparen, sollte sich einmal überlegen, wieviel Wert er auf gute Produkte legt. Die Dönerpreise rangieren tatsächlich zwischen 99 Cent und über 5 bis hin zu 10 Euro. Natürlich heißt es nicht, dass der teuerste Döner automatisch die besten Produkte enthält. Aber bei 99 Cent kann man sich zumindest sicher sein, dass hier keine Bio-Produkte oder Fleisch aus artgerechter Haltung verwendet wurde. 

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