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Unappetitliche Zutaten: Warum Sie nicht wissen wollen, was in Ihrem Döner drin ist

Die Deutschen lieben Döner, dabei hat das Fleisch gar keinen guten Ruf. Wie ist die Qualität von Dönerfleisch? Der "SWR" hat sich genauer angesehen, was wir da eigentlich essen. Die Ergebnisse? Bestürzend.

Hackspieß nach Döner Art – davon sollten Sie die Finger lassen

Hackspieß nach Döner Art – davon sollten Sie die Finger lassen

Getty Images

Von Berlin aus hat der Döner Kebab in den 70er Jahren ganz Deutschland erobert. Damals wurde das Grillfleisch im Fladenbrot bloß mit Zwiebeln serviert. Heute wird der Döner in fast jeder deutschen Stadt verkauft - und auch gegessen. Mit Salat, Tomaten, Weiß- und Rotkohl, Zwiebeln und Saucen. 2011 rotierten bereits in mehr als 16.000 Läden Fleischspieße hinter den Fensterscheiben, Milliarden werden mit dem Fast Food umgesetzt. Aber wie gut ist die Fleischqualität heutzutage? 

Das Verbrauchermagazin "betrifft:" im "SWR" hat hinter die Kulissen der Döner-Fleisch-Produktion geguckt. SPOILER: Hiernach könnte Ihnen der Appetit auf Döner für immer vergehen.

Die heile Welt des Döners

Die meisten Kunden glauben an das Versprechen vom puren Fleisch: Rind, Lamm oder Geflügel. Aber stimmt das auch? Die meisten Dönerläden kaufen ihren Spieß tiefgefroren vom Großhändler. Was darin ist, wissen die Verkäufer selten. Klar, kennen sie die Hauptbestandteile: Hackfleisch aus Rind, Kalb und Pute. Aber darüber hinaus? Im Beitrag wird in einem Stuttgarter Dönerladen schnell festgestellt, dass das tief gefrorene Dönerfleisch insgesamt 22 Zutaten enthält. Also nicht nur Fleisch und Gewürze, sondern auch Wasser, Paniermehl, Sojaeiweiß, Erbsenstärke, Emulgatoren, Geschmacksverstärker und Hefeextrakt. Das Fleisch aus Hack darf sich übrigens nicht mehr Döner nennen, sondern nur Fleisch nach Döner Art. Der Verkaufsschlager in Dönerimbissen ist aber genau jener Hackfleischspieß nach Döner Art. Und hier liegt das Problem: Je feiner das Fleisch durch den Wolf gedreht wird, desto schlechter lässt sich die Qualität prüfen. 

 Das machen sich auch Betrüger zunutze. Beispielsweise 2006, als eine Dönerfabrik in Baden-Württemberg drei Tonnen Schlachtabfälle und verdorbenes Fleisch zu Spießen verarbeitete. Das war einer von vielen Gammelfleischskandalen.

Oder aber es wird getrickst: mit Fett und Wasser, um Gewicht ins Produkt bringen. Damit werden teure Rohstoffe ersetzt. Laborproben aus verschiedenen Dönerbuden im Stuttgarter Raum bestätigen dieses Vorgehen. Ein Fleischspieß hat ganze 21 Prozent Fett. Das entspricht etwa dem Fettanteil von Schweinebauch. Aber das ist nicht das Einzige, was die Kontrolleure finden: Phosphate, die im Dönerfleisch eigentlich nichts zu suchen haben. Die wirken aber als Verdickungsmittel und binden Wasser. Ohne die Phosphate würde der Hackfleisch-Wasser-Spieß zusammenfallen. 

Kann Döner krank machen? 

Künstliche Phosphate können gesundheitsschädlich sein: Sie verändern die Innenwände der Gefäße, dadurch können Herzinfarkt und Schlaganfall drohen. Außerdem steigt das Osteoporose-Risiko, die Knochen werden brüchig. Und auch das Aussehen des Menschen ist beeinträchtigt: Haut und Muskeln altern schneller.

Viele Ärzte teilen die Bedenken, dass Döner zu viel Phosphat enthalte. Die Risiken treffen vor allem auf nierenkranke Patienten zu, die Phosphat nicht mehr über den Urin ausscheiden können . Aber auch bei gesunden Menschen können Phosphate die Blutgefäße am Herzen schädigen.

Ein weiteres Problem ist der Preis: Für einen Döner unter fünf Euro kann man keine gute Qualität erwarten. Der Preisdruck ruiniere das Geschäft. Und verleite zu Tricksereien mit dem Fleisch, heißt es in dem "SWR"-Bericht.

Natürlich drehen sich nicht in allen Dönerläden Fleischspieße mit minderwertigen Zutaten. Die Gastronomen, die Wert auf gute Qualität legen und die Spieße mit ganzen Fleischstücken eigenhändig machen, gibt es auch. Man muss sie nur finden – und nachfragen. Dreht sich ein Hackspieß vom Großhändler hinter der Fensterscheibe, lassen Sie besser die Finger davon. 

Sehen Sie die ganze Sendung hier in der SWR-Mediathek!

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