Homöopathie auf der Streichliste

12. Juli 2010, 08:49 Uhr

Hier sind sich CDU und SPD ausnahmsweise mal einig: Homöopathische Behandlungen sollen aus Kostengründen künftig nicht mehr von Krankenkassen gezahlt werden - der wissenschaftliche Nutzen sei nicht erwiesen.

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Von vielen Kassen wird Homöopathie bezahlt. SPD und CDU sehen dort Einsparpotential©

In der Debatte um Einsparungen im Gesundheitssystem unterstützt der CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn Forderungen, homöopathische Behandlungen als Kassenleistung zu streichen. "Wir haben die Wahltarife für Homöopathie unter Rot-Grün eingeführt. Wenn die SPD will, können wir das sofort streichen, da es keinen wissenschaftlichen Nachweis für den Nutzen gibt", sagte Spahn der "Berliner Zeitung".

Zuvor hatte der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach gefordert, gesetzlichen Krankenkassen zu verbieten, Homöopathie zu bezahlen. Er kritisierte, mehr als die Hälfte aller gesetzlichen Kassen würden die Leistungen von Homöopathen erstatten.

Grüne wollen Kassenleistung beibehalten

Die Grünen hingegen lehnen eine Herausnahme von Naturheilverfahren aus der gesetzlichen Krankenversicherung ab. Fraktionschefin Renate Künast sagte der "Berliner Zeitung": "Die pauschale Kritik an der Homöopathie verkennt, dass selbst die Schulmedizin in vielen Fällen auf die industrielle Nachahmung von Heilmitteln zurückgreift, die es in der Natur kostenlos gibt." Die Kosten für Homöopathie stünden in keinem Verhältnis zu den gigantischen Summen, die für Schulmedizin ausgegeben würden. Wer die Kosten im Gesundheitswesen dämpfen will, sollte sich dort um die großen Mitnahmeeffekte kümmern, die keinen praktischen Nutzen für die Patienten haben", sagte Künast der Zeitung.

Baden-Württembergs Sozialministerin Monika Stolz (CDU) warnt vor der Streichung einzelner Leistungen für Kassenpatienten. Es sei ein schlüssiges Gesamtkonzept für die Reform im Gesundheitswesen notwendig, sagte Stolz in Stuttgart. "Die Krankenkassen können wählen, ob sie ihren Mitgliedern die Homöopathie anbieten oder nicht", sagte Stolz. Das sei ein Wettbewerbselement innerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung. "Wir sollten nicht immer versuchen, alles gleich zu machen." Viele Menschen vertrauten der Homöopathie. Sie könne eine gute kostengünstige Ergänzung zur Schulmedizin sein. "Im Übrigen macht es aus meiner Sicht derzeit wenig Sinn, immer neue Vorschläge zu machen, die nur an einzelnen Punkten ansetzen."

DPA/AFP/swd
 
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KOMMENTARE (10 von 79)
 
OttoB (14.07.2010, 22:47 Uhr)
@Sozimod
Bei ihrem Kommentar"Wenn man streicht, dann richtig! "
Bin ich zu 100% ihrer Meinung.
OttoB (14.07.2010, 22:28 Uhr)
@sozimod
Hier sollte man bitte nichts durcheinander bringen.
Homöopathie und Ärztemangel haben nichts miteinander zu tun.
Ärztemangel ein echt großes Problem.
Homöopathie ein Scheinmedikament das vor ca. 200Jahre die Idee eines Arztes war, der der Meinung war das es Blödsinn sei das kleine Teile Krankheiten übertragen können.
Für die Homöophaten gilt noch immer sein Lehrbuch.
Samuel Hahnemann das Organon der Heilkunde.
Man kann viel hier über nachlesen, z.B. Wikipedia
Es hat nicht das geringste mit Naturheilkunde zu tun und die Produkte werden auch von der Pharmaindustrie hergestellt.
Parvis (13.07.2010, 21:02 Uhr)
@kepe
dann nennen sie uns doch bitte eine der Studien. EINE Quellenangabe bitte, die seriös und überprüfbar ist. BITTE:
kepe (13.07.2010, 19:15 Uhr)
Man weiß doch welchen Geistes Kind
eine solche Streichung ist.

Selbstverständlich lässt sich die Wirkungsweise der homöopathischen Medizin wissenschaftlich nachweisen und ist nachgewiesen. Die entsprechenden Politiker wissen dies auch. Und genau hier liegt das Problem.

Weil nicht sein kann, was nicht sein darf.
Sozimod (13.07.2010, 12:01 Uhr)
Es geht auch um Gesundheit!
Es geht in dem Artikel auch um die Gesundheitspolitik. Die "Sparer"(Streicher) haben unser Land kaputt gespart! Siehe Entlassungswellen der letzten Jahrzehnte, verfehlte Gesundheitspoltik(Schubladendenken und Theorie). Jedes Medikament das heilt ist richtig. Man müsste nur die Gesetze verschärfen, dass es den Ärzten schwer fällt, Patienten Medikamentenabhängig zu machen. Dass die Pharma die Medizinischen Geschicke mitleiten ist bekannt. Warum wohl sehen wir in den Medien überwiegend Pharma und Banken-Versicherungen Werbung?

Ihre Sichtweise ist arg eingeschränkt. Das Gesundheitssystem muss zwingend verändert werden. Die Krankenkassen, Rentenversicherung sollte schleunigst ein Treffen mit dem Arbeitgeberverband organisieren. Kein Mobbing am Arbeitsplatz, weniger Überstunden, keine Negativenergie, gesunde Arbeitsbedingungen schaffen. Das wäre eine Lösungsmöglichkeit. Nicht Tabletten zu verbieten ect. Warum sind die europäischen Medikamente günstiger als in Deutschland? Es gibt viele Ansatzmöglichkeiten um die Ursache des Problems zu beheben.
mid63 (13.07.2010, 09:27 Uhr)
@Sozimod:
Was hat Ihr letzter Beitrag zum Ärztemangel in ländlichen Gebieten mit dem Ausgangsthema, den angedachten Streichungen im Bereich Homöopathie zu tun? Nichts!

Öffnen Sie ruhig mal Augen und Ohren, wie manche Versicherte ihre Einstellung zu unserem Gesundheitssystem mit einem ausgeprägtem Schwarz-Weiß-Denken ausleben. "Alles muss, weil ich es will!" lautet das nämlich. Damit liefern sie das System den Scharlatanen und Geschäftemacher jeder Couleur hemmungslos aus. Die resultierende Realität bezahlt jeder einzelne Versicherte!
Sozimod (13.07.2010, 08:29 Uhr)
Nicht in den ländlichen gebieten....
@Mid63:

In den ländlichen Gebieten ist Ärztemangel zu beklagen. In einigen Dörfern haben die schon gar keinen Arzt mehr. In unserem Land leben viele Ältere Patienten. Da ist es verständlich, dass die die Ärzte öfter aufsuchen. Und ihr Vertrauen, das bekannte Medikament schenken. Im Landkreis Cuxhaven muss ein Notarzt 80 km Umkreis fahren. In diesem Landkreis leben überwiegend ältere Menschen. Ein Skandal! Der Hausarzt bekommt für die Fahrt zum Patienten weniger als ein Taxifahrer. Dokumente liegen mir vor. Der Arzt ist zum Verwaltungstäter, statt heiler verkommen. Darum zieht es die besser qualifizierten Ärzte ins Ausland. Das Land wollen die sich gar nicht mehr antun. Mit einem Systemwechsel zum solidarischen Gesundheitsmodell, müssten wir uns über Finanzierung keine Gedanken machen. Wäre selbst für die arbeitgeber günstiger. Der Wille zur Solidargemeinschaft sollte wieder gestärkt werden!
mid63 (13.07.2010, 07:51 Uhr)
@ Sozimod:
Ein nicht zu vernachlässigenden "Abzocker" des Gesundheitssystems fehlt in Ihrer Liste: Der Versicherte selber!

In keinem Land mit entwickeltem Gesundheitssystem wird öfter zum Arzt gegangen als in Deutschland. Verschreibt der erste Arzt nicht das Wunschmedikament, dann eben der zweite, dritte oder x-te. Ist schließlich das Vertrauen in die Schulmedizin erschüttert, u.a. weil man geflissentlich Details zur eigenen Krankheit unvollständig an den behandelnden Arzt weiter gibt, dann geht es eben zum Heiler mit oftmals zweifelhaftem Können und Ausbildung. Nachvollziehbar ist das eher nicht!

Immer auf den Anderen als den vermeintlich Schuldigen zu verweisen ist nett und bequem - die Ursache verliert man dabei allzu schnell aus den Augen.

Natürlich gibt es viele Stellen, an denen man in diesem Gesundheitssystem anfangen müsste aufzuräumen. Etwas mehr nachvollziehbares eigenes Handeln wäre einer der effektivsten Wege! Geht sofort und kostet erst man gar nichts ...

herumzuhacken
Sozimod (13.07.2010, 01:03 Uhr)
Wenn man streicht, dann richtig!
Die Pharmageschenke Vogel und Schweinegrippe, spülten den Pharmakonzernen mehrere Milliarden Euro. Ein Panikhype mit Unterstützung der Medien.
Übrigens wurden in diesem Monat die
n i c h t zur Anwendung gekommenen Ampullen wegen Ablauf des Verfallsdatums entsorgt. Geld, dass den Patienten fehlt.
Die Abzocker dieses Gesundheitssystems:

Pharmaindustrie - nur Linderung, selten Heilung

177 Vorstände der Krankenkassen

Apotheker

Klinik Investoren

Fachärzte

Gesundheitsminister

Private Krankenkassen

Die Verlierer:

Patienten (2 Klassenmedizin)
Haus(Land)ärzte
Einzahler der GKV

Ich hoffe ich habe niemanden vergessen!
Parvis (12.07.2010, 22:57 Uhr)
@Bebuquin
Es geht hier um den Kampf zwischen Glauben und Wissen. Wobei die 'Wissenden' wissen, dass ihr Weltbild jederzeit geändert werden kann, die Gläubigen aber ohne Ausnahme wissen(!), dass sie immer Recht haben.
Deswegen passt das Thema Exorzismus genau zu den Kommentaren.
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