Niedersachsen sperrt vier weitere Milchbetriebe

7. März 2013, 19:59 Uhr

Der Futtermittel-Skandal zieht weitere Kreise: In Niedersachsen wurden vier Milchbetriebe gesperrt. Auch dort fand sich zu viel Schimmelpilz im Mais. Die Lieferlisten wurden erst jetzt überprüft.

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Auch wenn in der Milch von den niedersächsischen Höfen die Schimmelpilz-Werte nicht überschritten wurden, sperrten die Behörden vier weitere Betriebe. Denn auch hier wurde der verseuchte Mais an die Kühe verfüttert.©

Niedersachsen hat erneut vier Milchbetriebe im Zusammenhang mit verseuchtem Futtermittel gesperrt. Die Höfe hatten Futter bezogen, das schimmelpilzbelasteten Mais aus Serbien enthielt. Vier Unternehmen, die den Bauern das Futtermittel lieferten, hatten ihre Lieferlisten verspätet bei den Behörden abgegeben, wie das Landwirtschaftsministerium in Hannover mitteilte. Die vier Milchhöfe würden nun nachträglich untersucht.

Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) äußerte Ärger über die verspätet eingereichten Lieferlisten: "Das ist nicht nachvollziehbar. Im Sinne eines effektiven Verbraucherschutzes müssen die Daten unverzüglich übermittelt werden."

Verseuchte Milch bislang nur in NRW

Anfang März war bekanntgeworden, dass Landwirte in mehreren Bundesländern über einen Hamburger Importeur mehr als 10.000 Tonnen Futtermais aus Serbien bekommen hatten. Er war mit dem krebserregendem Schimmelpilz Aflatoxin verseucht. Tiere hatten den Schimmel-Mais gefressen, das Gift kann sich auch in Kuhmilch ablagern. Die betroffenen Betriebe wurden mehrere Tage von der Milchlieferung ausgeschlossen und kontrolliert. Tests hatten jedoch keine Belastungen in der Milch nachweisen können.

Allerdings wurde jetzt in Nordrhein-Westfalen Rohmilch mit stark überschrittenen Schimmelpilz-Werten getestet. Dort war die Belastung mit knapp 100 Nanogramm je Kilogramm Milch fast doppelt so hoch gewesen wie zulässig. Ursache war auch dort verseuchter Mais aus Serbien - der allerdings nicht im November über Niedersachsen, sondern noch im Februar über Rotterdam importiert wurde. Mehrere Höfe und Tiermastbetriebe in NRW und Rheinland-Pfalz hatten das verseuchte Futtermittel geliefert bekommen.

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