Die Kinder sterben fast immer während sie schlafen. Forscherinnen und Ärzte vermuten daher, dass eine Atemstörung während des Schlafens eine Rolle spielt: Offenbar vergessen die Kinder zu atmen. Dann können weitere äußere oder innere Einflüsse dazu führen, dass das Kind stirbt.
Fachleute versuchen das Geschehen so zu erklären: Die Atemschwäche führt zu Sauerstoffmangel und damit zu einem verlangsamten Herzschlag. Weil keine frische Luft eingeatment wird, steigt die Konzentration von Kohlendioxid im Blut. Normalerweise ist dies der stärkste Anreiz für den Körper, um aufzuwachen und weiter zu atmen.
Doch manche Kinder verfallen lediglich in eine Schnappatmung. Und nicht einmal dieses abrupte Schnappen nach Luft weckt die Kinder auf. Letztendlich ersticken sie, weil sie nicht aufwachen. Möglicherweise ist das Atemzentrum im Gehirn bei bestimmten Kindern noch nicht reif genug, um im Notfall richtig zu reagieren.
In den vergangenen Jahren haben viele Wissenschaftler nach der Ursache für diese Atemschwäche geforscht - bislang erfolglos. Ein Mangel an Serotonin wurde von manchen angenommen. Dieser Gehirnbotenstoff spielt eine Rolle bei der lebensrettenden Weckreaktion des Körpers. Am Herzen betroffener Kinder fanden Forscherinnen Zellschäden - defekte Ionenkanäle -, die den Herzschlag verändern.
Doch keine der Ursachen ist allein verantwortlich. Die bisher gefundenen Puzzlesteine können nicht das gesamte Geschehen erklären. Es treffen immer mehrere Umstände zusammen, bevor der Säugling plötzlich stirbt: etwa bei einem Kind, das auf dem Bauch liegt, einen Mangel am Gehirnbotenstoff Serotonin aufweist und sich außerdem in einer kritischen Entwicklungsphase befindet.
Ein paar Umstände gelten als besonders gefährlich:
Gefährdet sind auch die Kinder, deren Mütter jünger als 20 Jahre sind und die ein Geschwisterkind haben, das bereits am plötzlichen Kindstod gestorben ist.