Warum ein Außenseiter gute Chancen hat

23. August 2010, 19:24 Uhr

Auf den NDR wartet eine Herkulesaufgabe: Berlin, Hamburg, Hannover und Düsseldorf haben sich um den Eurovision Song Contest 2011 beworben. Der Sender muss sich zwischen den individuellen Konzepten entscheiden. Am Ende könnte ein Außenseiter vorne liegen. Von Jens Maier

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Vier Städte, vier Bewerbungen: Wo 2011 der Grand Prix stattfindet, soll im September feststehen©

Das letzte Mal, als der Norddeutsche Rundfunk (NDR) hinter verschlossenen Türen in Sachen Eurovision Song Contest (ESC) entschieden hatte, kam eine mittlere Katastrophe dabei heraus: Die hieß "Miss Kiss Kiss Bang" und war der deutsche Grand-Prix-Beitrag 2009, für den sich der Sender ohne Publikumsbeteiligung in einer internen Abstimmung entschieden hatte und der in Moskau abgeschlagen auf dem 20. Platz landete. Der jetzt zu fällende Entschluss dürfte dem NDR allerdings weit mehr Kopfzerbrechen bereiten als die Songauswahl von damals. Die gute Nachricht: Es stehen nur vier Varianten zur Auswahl. Die Schlechte: Nur einer kann gewinnen.

Berlin, Hamburg, Hannover und Düsseldorf haben sich offiziell um die Austragung des Eurovision Song Contest 2011 beworben. Der Wettbewerb wird nach Frankfurt 1957 und München 1983 im nächsten Jahr zum dritten Mal in Deutschland stattfinden. Wo, das soll noch im September entschieden werden. Am Freitag endete die Bewerbungsfrist beim NDR. Zusammen mit den Gremien der European Broadcasting Union (EBU) als Veranstalter des Eurovision Song Contest und der ARD muss die TV-Anstalt jetzt entscheiden, welche der vier Bewerbungen die besten Voraussetzungen bietet, um das Megaevent auszurichten.

Hohe Anforderungen an Bewerberstädte gestellt

Die genannten vier Städte sind aus der Flut von Kandidaten übrig geblieben, die sich im Juni, kurz nachdem Lena Meyer-Landrut den Eurovision Song Contest in Oslo gewonnen hatte, ins Spiel brachten. Voller Eifer wollten selbst Gelsenkirchen oder Mannheim in die Liga der möglichen Austragungsorte aufsteigen. Dass am Ende sogar Köln oder München ihre Bewerbung zurückgezogen haben, zeigt, welch hohe Anforderungen an die Städte gestellt werden: Nicht nur, dass genügend Hotels für die tausende von Besucher zur Verfügung stehen müssen, sondern vor allem die Frage der Austragungshalle dürfte viele Städte vor ein unlösbares Problem gestellt haben. Der Grund: Sie muss mehrere Wochen zur Verfügung stehen.

Das Finale des Eurovision Song Contest findet im kommenden Jahr am 14. Mai statt, die beiden Semifinals am 10. und 12. Mai. Bereits in den zwei Wochen davor beginnen die Proben, für Auf- und Abbau der kompletten und aufwendigen Bühne muss mit insgesamt drei Wochen gerechnet werden. Ab April wird der Austragungsort somit für insgesamt sechs Wochen gesperrt sein. Die Schalker Fans in Gelsenkirchen, sie hätten sich sicherlich sehr gefreut, wenn die Bundesliga in der heißen Phase aus ihrer Arena verbannt worden wäre. Von den Kosten ganz zu schweigen. Da moderne Mehrzweckarenen in den meisten Kommunen in privater Hand sind, muss entweder ein solventer Sponsor gefunden oder Miete bezahlt werden.

Berlin will mit Tempelhof und modernem Zelt punkten

Kreativität war deshalb auch bei den vier Bewerbern gefragt. Bis auf Düsseldorf geht keine Stadt mit einer großen Mehrzweckarena an den Start. Aus Kostengründen werden stattdessen landeseigene oder städtische Hallen bevorzugt. In Berlin hatten alle auf die moderne O2-World als Austragungsort gewettet, doch die Hauptstadt schickt den Flughafen Tempelhof ins Rennen. Noch sind keine Details aus der Bewerbung bekannt, aber auf dem Gelände des ausrangierten Airports soll angeblich ein wabenähnliches Zelt errichtet werden, das Platz für die Bühne bietet. In Hamburg soll das mitten in der Stadt gelegene Messezentrum die Heimat des Grand Prix werden. Und auch Hannover will den Wettbewerb nicht in der TUI-Arena, sondern in den Messehallen abhalten. Düsseldorf will mit einem Fußballstadion punkten und die Grand-Prix-Fans auf den Rasen der überdachbaren Esprit-Arena schicken.

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