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7. November 2008, 20:34 Uhr

Schaffner wirft 13-Jährige aus Zug

Kein Erbarmen: Obwohl ein Mädchen unter Tränen versicherte, ihren Schülerausweis und ihre Geldbörse vergessen zu haben, hat ein Schaffner die 13-Jährige aus einem Regionalzug geworfen. Selbst ein Anruf bei der Mutter wurde dem Kind verwehrt.

Bereits im Oktober hatte eine Zugbegleiterin ein Mädchen einfach ausgesetzt© Heiko Meyer/DDP

Erneut ist ein Kind aus einem Zug geworfen worden, weil es keinen Fahrschein hatte. Ein Schaffner habe die 13-Jährige am Mittwoch in Wittstock (Ostprignitz-Ruppin) zum Verlassen des Zuges gezwungen, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn am Freitag. Er bestätigte damit einen entsprechenden Bericht der "Märkischen Allgemeinen". Die Schülerin war auf dem Rückweg von der Schule von Heiligengrabe nach Neuruppin und hatte ihre Geldbörse samt Schülerausweis vergessen.

Sie habe dem Schaffner unter Tränen versichert, dass sie weder über ein Handy noch Geld verfüge, um ihre Mutter zu benachrichtigen, schreibt das Blatt. Der Mann habe sich auch nicht dadurch erweichen lassen, dass die 13-Jährige keine Verwandten in Wittstock hat. Zudem habe der Bahnbedienstete die Bitte ignoriert, mit seinem Diensthandy die Mutter des Mädchens anzurufen, damit diese in Neuruppin die geforderte Gebühr von 40 Euro bezahlen könne. "Er hat meiner Tochter erklärt, dass dies ein Diensthandy sei und ihm keiner die Gesprächskosten ersetze", zitiert die Zeitung die Mutter. Am Ende half ein Taxifahrer dem Mädchen weiter.

Eine erste Prüfung bestätigte laut Bahn-Sprecher im Wesentlichen den Sachverhalt. Das Unternehmen habe daraufhin umgehend Kontakt mit der Familie des Mädchens aufgenommen und sich "in aller Form entschuldigt". Diese habe die Entschuldigung angenommen. Der Schaffner sei vorläufig "aus dem Dienst genommen" worden und müsse mit dienstrechtlichen Konsequenzen rechnen, hieß es. Es gebe die klare Regelung, dass Minderjährige unter keinen Umständen aus dem Zug gewiesen werden dürfen, betonte der Sprecher. Der Vorfall werde jetzt gründlich untersucht.

Er ist vor dem Hintergrund eines ähnlichen Zwischenfalls in Mecklenburg-Vorpommern besonders brisant. Dort hatte eine Zugbegleiterin ein zwölfjähriges Mädchen im Oktober in der Dunkelheit aus dem Zug gesetzt, weil es sein Portemonnaie samt Fahrkarte vergessen hatte. Die Schülerin war auf dem Weg nach Rostock zum Musikunterricht und musste mit dem schweren Cello fünf Kilometer nach Hause laufen. Auch hier hat sich inzwischen die Bahn bei der Familie entschuldigt.

DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 61)
 
Vincent_Vega (10.11.2008, 16:07 Uhr)
Habe auch so meine Zweifel an der Eignung der Schaffner
vor einigen Jahren sprang ich gerade noch so in den Zug, zügte aber sofort meine Brieftasche um am Apparat IM Zug die Kart zu ziehen.
Trotz mehrmaliger Versuche nahm der ticketschalter im Zug meinen Schein nicht an; wechseln konnte ich auch nicht und der Schaffner konnte oder wollte nicht. Aber verknacken wollte er mich. Ohne eine Mitfahrerin, die mich mit ihrer Fahrkarte mitnahm, hätte ich glatt eine Anzeige kassiert.
johnquinn (10.11.2008, 04:54 Uhr)
@ CrunkJoe & Salzsteuer
Habt ihr meinen Beitrag überhauot gelesen?! Ich bezog mich auf den vorherigen Vorwurf, die Bahn sei schuld, weil sich jemand beim Aufstehen im Halbschlaf verletzt hat, um seine Fahrkarte aus einer Tasche auf der Ablage zu kramen!
guenni22 (09.11.2008, 17:44 Uhr)
Skandal
Eine 13 jährige ohne Handy unterwegs in Deutschland. Ich hätte nicht gedacht, dass ich sowas im Jahre 2008 nochmal lesen muss. Skandal
Vincent_Vega (09.11.2008, 09:21 Uhr)
Wups, gerade erst gemerkt, das ist wirklich der zweite Rauswurf innerhalb kurzer Zeit
Es mag auch sein, dass sich Jugendliche daneben benehmen. Früher habe ich auch den ÖNVP benutzt und wurde Zeuge, wie ein Busfahrer einige Jugendliche rauswarf, die den hinteren Teil des Busses berinahe mit einem selbstgebauten Kracher anzündeten.
Hier war natürliche die Sicherheit der anderen Busfahrer, aber auch die Instandhaltung des Busses wichtiger als das Recht der Jugendlichen , den Bus zu nutzen UND es war hellichter Tag, der nächste Bus kam 20 Minunten später und.....
Es ist also wirklich auch abzuschätzen, in welcher Situation sich der Schaffner und das Mädchen befanden. Wenn ein Schaffner bei Dunkelheit ein Mädchen in einer trostlosen Gegend auszusetzt, sollte man seine Eignung für diesen Job schon überdenken. Einen Eintrag in seine Personalakte hätte er mindenstens verdient
susiwolf (09.11.2008, 09:18 Uhr)
eine Kampfansage....?
....nachdem nun bis dato "63 x"
-meist sehr kritische und berechtigte- Kommentare abgegeben wurden, steht die Frage im Raum:
Was hat DIE BAHN AG,
-in Vorstandsverantwortung- dazu zu sagen?
.
Öffentlichkeitsarbeit muß nicht gehemmt werden durch die Scham Verantwortlicher.
Die Empörung über diese Angelegenheit geht duch die gesamte Republik....
eine öffentlich dargestellte und hinreichend detaillierte Darstellung von seiten der Bahn ist überfällig. Ebenfalls eine klare Veröffentlichung darüber, was weiter geschieht.
.
Frei-'tickets', Blumen und eine Entschuldigung an die Betroffene und ihrer Familie ist das Mindeste, was eben dieser öffentlichen Aufklärung vorausgehen muß.
.
82 Millionen BundesbürgerInnen warten....
und sind gewappnet, daß sich so etwas nicht wiederholt...fast wie in einer Kampfansage..!
Vincent_Vega (09.11.2008, 09:15 Uhr)
@blacky07
Ist die Geschichte nicht einige Wochen alt? Oder wurde die wiederholt. beim allerersten Mal nämlich hatte ich gelesen, dass der Schaffner dass Mädchen rauswarf, OBWOHL sich mehrere Zuggäste bereit erklärten, dem Mädchen das ausstehende Geld zu geben.
KarlVitovec (08.11.2008, 20:12 Uhr)
zum Rauswurf einer 13-Jährigen aus Zug:
Es ist zu vermuten, dass dem Zugbegleiter (Schaffner) nicht bekannt war, das er gegenüber seinen Fahrgästen eine Sorgfaltpflicht hat. Das heißt, dass er in Notfällen,( der es ja auch war), Hilfe nach besten Wissen und gegeben Möglichkeiten zu leisten hat.
Es bleibe zu klären welchen Teil einer Ausbildung er bei der Bundesbahn durchlaufen hat. Abgesehen davon, gebietet es die Moral eines Erwachsenen einem Minderjährigen Hilfe und Schutz zu gewähren. Der Schaffner sollte zwar nicht seine Anstellung verlieren sondern mit einer deftigen Abmahnung einen seinen beruflichen Anfordernissen
angemessenen Lehrgang belegen. Unter Umständen ist auch ein Vorwurf der Bahndirektion zu machen, die solche Menschen auf ihre Fahrgäste loslässt.
REINI2 (08.11.2008, 15:51 Uhr)
UNERTRÄGLICH
Das Personal ist anscheinend schon genau so verblödet wie die Führungskräfte!
Nicht alle.... aber es werden täglich mehr!
Wer ein Kind aus dem Zug schmeißt, mit dem sollte man es genau so machen!
Nur den Mehdorn und den Tiefensee entsorgt niemand!
Stefan12 (08.11.2008, 13:55 Uhr)
Mal langsam!
Ich möchte mal wissen, wer von den Kommentarschreibern regelmäßig im Nahverkehr mit der Bahn fährt und welches Benehmen manche (auch 13-jährige!!!) so an den Tag legen. Und dies nicht nur gegenüber anderen Fahrgästen sondern auch gegenüber dem Personal. Wer hat nicht früher bei der Fahrt im Linienbus oder der Bahn ein Schulheft mit falschem Namen dabei gehabt, damit man beim Erwischtwerden eine falsche Identität annimmt.
Vielleicht sollte man erst mal dem Zugbegleiter die Möglichkeit zur Stellungnahme bitten und ihm die Gelegenheit geben, seine Sicht des Vorfalls zu schildern. Bevor man ihn nicht befragt hat, ist es anmaßend, ihn auf diese Weise zu verurteilen.
Man mag sagen, dass er sich herausreden möchte - dasselbe kann man aber auch über das 13-jährige Mädchen sagen.
FGAlte (08.11.2008, 13:41 Uhr)
Schon probiert
@blacky007
Im Fall Bad Doberan haben sich Fahrgäste angeboten, das Ticket zu bezahlen, aber das Mädchen mit seinem Cello wurde trotzdem rausgeschmissen. In Regionalzügen können nämlich keine Tickets mehr gekauft werden, das ist eine der Verschlimmbesserungen mit denen uns die Bahn dauernd erfreut. Aber auch als ein Dauerkartenbesitzer das Kind legal als Begleitperson mitnehemen wollte ging das nicht. Man hätte stattdessen Schaffner oder Schaffnerin raussetzen sollen! Das für die Zukunft. Null Toleranz gegenüber den Schaffnern der DB mit Knastwärter-Auftreten.
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