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12. August 2008, 16:42 Uhr

Streunende Hunde Ursache des ICE-Unglücks

Streunende Hunde waren einem Gutachten zufolge die Ursache des ICE-Unfalls im Landrückentunnel bei Fulda mit 19 Verletzten Ende April. Offenbar haben die Hunde die Schafherde derart aufgeschreckt, dass die Tiere im Tunnel Schutz suchten, wo der Zug in sie hinein raste. Ob diese Version den Schäfer entlastet, ist noch unklar.

Der ICE war im Tunnel in eine Herde Schafe gerast© Helmut Abel/dpa

Streunende Hunde waren einem Gutachten zufolge die Ursache des ICE-Unfalls im Landrückentunnel bei Fulda (Hessen) mit 19 Verletzten Ende April. "Ein veterinärmedizinisches Gutachten nennt Hunde als wahrscheinlichste Ursache, warum die Schafe im Tunnel waren", bestätigte der Fuldaer Staatsanwalt Harry Wilke am Dienstag Informationen des Hessischen Rundfunks. In dem Tunnel war der mit 135 Personen besetzte Zug mit der Schafherde kollidiert und entgleist. "Ob diese Version den Schäfer aber entlastet, ist noch nicht klar. Wir prüfen weiter, ob er seine Sicherungspflicht erfüllt hat", sagte Wilke.

Der ICE war in dem Tunnel mit Tempo 200 in die Schafherde gefahren, die eigentlich auf einer nahe gelegenen Weide hätten eingepfercht sein sollen. "Ein Bachlauf war die Begrenzung der Weide, weil Schafe normalerweise nicht durch Wasser gehen. Offenbar haben streunende Hunde die Herde aber derart aufgeschreckt, dass die Tiere im Tunnel Schutz suchten." Das sei aber nur eine Theorie, wenn auch nach dem Gutachten die Wahrscheinlichste. Nach Wilkes Worten steht noch ein technisches Gutachten über den genauen Grund der Entgleisung aus.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt auch gegen die Deutsche Bahn. Geprüft wird, ob die Bahn ihrer Unfallverhütungs- und Verkehrssicherungspflicht nachgekommen ist. Dabei geht es im Kern darum, was in der Betriebsleitzentrale in Frankfurt aus der Meldung eines Zugführers geworden ist, der kurz vor dem ICE Hamburg-München an dem Tunnel in entgegengesetzter Richtung mit einem Schaf kollidiert war.

AP/DPA
 
 
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