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29. Oktober 2003, 16:07 Uhr

Kindesmissbrauch, ein Männerdelikt

Die in der Polizeilichen Kriminalstatistik erfassten Fälle des sexuellen Missbrauchs von Kindern nehmen wieder zu.

Die in der Polizeilichen Kriminalstatistik erfassten Fälle des sexuellen Missbrauchs von Kindern nehmen wieder zu. 2001 waren es noch 15.117 registrierte Fälle, im Jahr darauf schon 15.998 - eine Steigerung von 5,8 Prozent. 75,4 Prozent der Opfer waren Mädchen, 24,6 Prozent Jungen. Die Täter sind fast ausnahmslos Männer - 96,5 Prozent. Die Anzahl der nicht aufgedeckten Fälle dürfte nach Ansicht aller Fachleute um ein Vielfaches höher sein. Jahr für Jahr werden in Deutschland schätzungsweise 200.000 Kinder sexuell missbraucht.

Erwachsener gegen Kind

Der Straftatbestand des sexuellen Missbrauchs ist dann erfüllt, wenn ein Erwachsener seine Machtposition, seine körperliche und geistige Überlegenheit sowie die Unwissenheit, das Vertrauen oder die Abhängigkeit eines Mädchens oder Jungen zur Befriedigung der eigenen sexuellen Bedürfnisse benutzt und gleichzeitig mit der Verpflichtung zur Geheimhaltung das Kind in Sprach- und Hilflosigkeit hält.

Sexuellen Missbrauch übt aus, wer

- ein Kind zur eigenen sexuellen Erregung anfasst oder sich berühren lässt;

- ein Kind zwingt oder überredet, sie/ihn nackt zu betrachten oder bei sexuellen Aktivitäten zuzusehen;

- Kinder für pornografische Zwecke benutzt oder ihnen Pornografie vorführt;

- die Intimbereiche eines Mädchens/Jungen berührt, sie/ihn zu oralem, analem, vaginalem Geschlechtsverkehr oder anderen sexuellen Praktiken zwingt oder überredet.

Die oft über Jahre missbrauchten Kinder leben in einer ausweglosen Situation: Wo sie nach Liebe und Geborgenheit gesucht haben, erfahren sie Vertrauensmissbrauch, Ohnmacht, ständige Bedrohung und zum Teil sogar offene Gewalttätigkeit.

DPA
 
 
 
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