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31. März 2011, 12:08 Uhr

Mindestens 60 Menschen sterben an der Pest

"Wir lagen vor Madagaskar und hatten die Pest an Bord…" Was im Shanty so stimmungsvoll klingt, ist auf der Insel vor der afrikanischen Ostküste zur tödlichen Bedrohung geworden. 60 Menschen sind dort bereits an der mörderischen Seuche gestorben, weiter 200 haben sich infiziert.

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Ratten und auf ihnen lebende Parasiten gelten als Hauptüberträger der Pest© Krishnendu Halder/Reuters

Die Pest wütet in Madagaskar wie seit vielen Jahren nicht mehr. Allein seit Januar sind nach offiziellen Angaben in verschiedenen Regionen der Tropeninsel bereits 60 Menschen daran gestorben. Etwa weitere 200 Personen seien infiziert, berichtete die madagassische Gesundheitsbehörde in Antananarivo am Donnerstag. 2009 hatte die Pest in Madagaskar 18 Menschen getötet. Inzwischen gibt es Berichte, dass die vermeintlich einfache medikamentöse Behandlung der Seuche nicht mehr wirkt.

"Wir sind sehr besorgt", sagte Bruno Maes vom UN-Kinderhilfswerk Unicef in der Hauptstadt Madagaskars über die rasche Ausbreitung der Pest. "Vielfach kommen die infizierten Menschen zu spät zum Arzt aus Furcht die - grundsätzlich kostenlosen - Medikamente nicht zahlen zu können", betonten Ärzte.

Besorgnis über Antibiotika-Resistenzen

Von der Pest betroffen sind inzwischen fast alle Regionen des bitterarmen Inselstaats im Südosten Afrikas. Die Pest wird vor allem durch den Biss von Rattenflöhen auf Menschen übertragen. Heerscharen von Ratten flüchten sich in der Regenzeit und bei den üblichen Überschwemmungen zwischen November und April in die Dörfer und Städte. Bisher hieß es, die Krankheit lasse sich in der Regel wirkungsvoll mit Antibiotika behandeln.

Daran gibt es jedoch Zweifel: Die Pestexpertin Elisabeth Carniel vom Pariser Institut Pasteur untersuchte einem ZDF-Bericht zufolge unterschiedliche Stämme der Pest-Erreger und entdeckte bei zwei von ihnen neue Antibiotika-Resistenzen. Dem gefährlichsten Erregerstamm können demnach bereits acht der Antibiotika, die die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt, nichts mehr anhaben. "Wenn sich diese Stämme weiter verbreiten, dann wird das ernsthafte Probleme für die öffentliche Gesundheit verursachen", sagte die Wissenschaftlerin.

Gesundheitsversorgung seit Militär-Putsch verschlechtert

Die Gesundheitsversorgung in Madagaskar hat sich seit dem Militärputsch ohnehin weiter verschlechtert. Die Bewohner leben unter sehr ärmlichen Bedingungen. Nur jeder zweite hat nach UN-Zahlen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Jährlich sterben nach Angaben der Unesco mehr als 70.000 Kinder vor dem Erreichen des fünften Lebensjahres an vermeidbaren Krankheiten wie Durchfall, Atemwegsentzündungen und Malaria.

kng/DPA
 
 
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