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14. September 2006, 17:18 Uhr

Wirbel um Skiausflug

Der stern berichtet in seiner neuen Ausgabe, dass der Entführer Wolfgang Priklopil mit seinem Opfer Ski fahren gegangen sei. Aus dem engsten Umfeld der 18-Jährigen wird dies von mehreren Seiten bestätigt. Von Oliver Link

Natascha bei ihrem ersten Fernsehauftritt: "Sie hatte Angst und wurde gefangen gehalten"© TF1

Für Wirbel sorgt eine Meldung des stern, Wolfgang Priklopil sei mit Natascha Kampusch in diesem Jahr in ein Skigebiet gefahren. Kampusch hat diese Meldung laut Wiener "Kronenzeitung" zurückgewiesen.

Aus dem engsten Umfeld des 18-jährigen Entführungsopfers wurde dem stern von mehreren Seiten bestätigt, dass ein sehr kurzer Aufenthalt in einem Skigebiet stattgefunden habe.

Auf Nachfrage sagt Kampuschs Anwalt Gerald Ganzger: "Ob und wann Herr Priklopil sie in die Öffentlichkeit mitgenommen hat und was sie dort machen musste, ändert nichts an der Situation, dass sie gefangen war, Angst hatte und in einem Verlies gehalten wurde."

In seiner aktuellen Titelgeschichte "Stark und rätselhaft: Natascha Kampusch" berichtet der stern über die komplizierten Wahrheiten der jungen Frau, die sich mehr als acht Jahre in den Händen ihres Entführers befand. Dabei auch von den Momenten, in denen sie theoretisch hätte fliehen können und es aus Angst vor ihrem Entführer und den angedrohten Konsequenzen nicht getan hat. So etwa bei Einkäufen, auf die sie Priklopil mitnahm, oder in dem Moment, als sie mit ihm in eine Verkehrskontrolle geriet.

Die österreichische Polizei ermittelt weiter, noch vieles ist rätselhaft. Die Polizei fragt sich, ob es einen oder mehrere Mitwisser gibt. Sie prüft jeden Hinweis aus der Bevölkerung. Derzeit melden sich viele Anrufer, die Natascha Kampusch in der Zeit ihrer Entführung gesehen haben wollen.

"Wir bewegen uns hier alle in einem Grenzbereich, und es wird sehr lange dauern, bis man annähernd die ganze Dimension dieses Leids erfasst hat", sagt einer ihrer Betreuer. Natascha Kampusch sei in den wenigen Momenten außerhalb des Gefängnisses Menschen begegnet, aber immer in einer permanenten Situation der Angst. "Wir alle können uns nicht vorstellen, was es bedeutet, achteinhalb Jahre in der Gewalt eines Täters zu sein, der zu jedem Zeitpunkt stärker und mächtiger war", so der Betreuer.

stern 38/2006

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Von Oliver Link
 
 
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