Zehntausende fordern besseren Klimaschutz

18. Februar 2013, 12:45 Uhr

Am Sonntag zogen rund 40.000 US-Bürger mit Plakaten durch Washington. Sie wollen, dass sich Präsident Obama und seine Regierung verstärkt für den Klimaschutz einsetzen.

Washington, Klimaschutz, Demonstration, Obama, Zehntausende, Klimawandel, Umwelt-Demo

Gegen Erdöltransporte: Demonstranten prangern die umstrittene Keystone-XL-Pipeline an. Sie soll aus Teersand gewonnenes Öl von Kanada zu Raffinerien nach Texas bringen.©

Aus Sorge um den Klimawandel sind am Sonntag Zehntausende Amerikaner in Washington auf die Straße gegangen. Die Veranstalter sprechen von der größten Umwelt-Demo in der Geschichte der USA. Unter dem Motto "Vorwärts beim Klima" forderten die Demonstranten von US-Präsident Barack Obama und seiner Regierung verstärkte Maßnahmen zum Klimaschutz. In der Nähe des Weißen Hauses protestierten sie auch gegen den Bau der höchst umstrittenen Keystone-XL-Pipeline von Kanada nach Texas, die aus Teersand gewonnenes Öl zu Raffinerien transportieren soll. Das Verfahren gilt als besonders klimaschädlich.

"Die Menschen sind aus dem ganzen Land gekommen, um ein deutliches Signal an den Präsidenten zu schicken: dass wir nämlich beim Klimaschutz hinter ihm stehen und wollen, dass er seine volle Macht nutzt, um dafür in seiner zweiten Amtszeit zu kämpfen", sagte der Chef des Sierra Club, Michael Brune. Die einflussreiche Umweltorganisation war - unter rund 50 Gruppen - einer der Hauptveranstalter der Proteste. Die Kundgebungen erstreckten sich unweit des Präsidentensitzes entlang der National Mall, Washingtons Prachtmeile. Nach unbestätigten Angaben der Initiatoren nahmen rund 40.000 Menschen teil.

"Das Klima geht uns alle an"

"Hurrikan Irene und Supersturm Sandy reichen", meinte eine Studentin aus New Jersey. "Der Klimawandel ist da - auf welche Katastrophen warten wir noch, bis wir endlich handeln?" Wie Tausende Andere war sie mit dem Bus angereist, um trotz beißender Kälte dabei zu sein. Um den hellgrauen Obelisken, das Washington Monument, wehte ein Meer von Flaggen der unterschiedlichsten US-Staaten.

"Das Klima geht uns alle an", prangte auf einem Transparent. "Teersande sind Klimabomben", auf einem anderen. "Es gehört zu den Rechten der Naturvölker, dass wir uns gegen die Pipeline wehren", erklärte eine Indianerin vom Stamm der Cherokee aus Oklahoma. Zuvor hatten Prominente mit offenen Briefen den Umweltschützern den Rücken gestärkt. "Dies ist der Anfang", ermunterte Schauspieler Robert Redford. "Der Anfang eines wahren Kampfes für Amerikas Zukunft." Das Erbe von Präsident Obama hänge davon ab, was er zur Lösung der Klimakrise tue.

Obama soll den Pipeline-Bau stoppen

Obama hatte vergangene Woche in seiner Rede zur Lage der Nation angekündigt, mit oder ohne den Kongress Maßnahmen zum Klimaschutz einzuleiten. "Er muss die Pipeline stoppen, wenn er es ernst meint", forderte ein Demonstrant. "Sonst macht er alles zunichte, was er bislang geschafft hat."

Umweltschützer und Wissenschaftler haben erst kürzlich in zwei neuen Studien davor gewarnt, dass durch die Ölgewinnung aus Teersand dreimal mehr Treibhausgase freigesetzt werden als bei der konventionellen Förderung. Nach einer Analyse der kanadischen Denkfabrik Pembina Institut ist die Pipeline Teil eines Industrie-Plans, die Ölgewinnung aus Teersanden bis 2030 zu verdreifachen. Dabei entstehen nach Warnungen von Wissenschaftlern auch giftige Nebenprodukte. Außerdem werden Umweltschäden durch Lecks in der Leitung befürchtet. Zu den Gegnern der Pipeline gehören auch Senatoren und Prominente wie Robert F. Kennedy, der Neffe des 1963 ermordeten Präsidenten John F. Kennedy.

Zum Thema