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29. Dezember 2011, 07:20 Uhr

Kim Jong Un zum "obersten Führer" ernannt

Nach der stundenlangen Prozession durch das verschneite Pjöngjang für den gestorbenen Kim Jong Il schlug die große Stunde seines Sohns. Kim Jong Un wurde zum "obersten Führer" ausgerufen.

Nordkorea hat zum Ende der offiziellen Trauerzeit für den gestorbenen Alleinherrscher Kim Jong Il dessen Sohn und Nachfolger Kim Jong Un zum obersten Führer ausgerufen. "Der geachtete Genosse Kim Jong Un ist der oberste Führer unserer Partei und des Militärs", rief das protokollarische Staatsoberhaupt des kommunistischen Landes, Kim Yong Nam, am Donnerstag vor Zehntausenden von Menschen auf einem Platz im Zentrum Pjöngjangs.

Auch die amtliche Nachrichtenagentur KCNA bezeichnete Kim Jong Un als "obersten Führer der Partei, des Staates und der Armee". Wann der noch nicht 30-Jährige auch formal oberster Machthaber des Landes wird, war zunächst unklar. Dazu müsste er nach der Verfassung wie sein Vater Vorsitzender der Nationalen Verteidigungskommission - des höchsten Entscheidungsgremiums - werden.

Kim Jong Un in steter Begleitung

Kim Jong Un blickte nach Berichten des Staatsfernsehens bei der zentralen Gedenkfeier für seinen Vater in Pjöngjang an der Seite von ranghohen Militärs und Parteifunktionären von einem Balkon auf die Menge. Während der Veranstaltung verharrten die Menschen drei Minuten lang in Schweigen. Danach waren den Berichten zufolge im ganzen Land Schiffssirenen und Signalhörner von Zügen zu hören.

Kim Jong Il hatte seinen jüngsten Sohn schrittweise auf die Nachfolge vorbereitet. Der Diktator, der das Land 17 Jahre lang mit eiserner Faust regiert hatte, war nach offizieller Darstellung am 17. Dezember infolge eines Herzinfarkts gestorben. Am Mittwoch hatte Nordkorea mit einer pompös inszenierten öffentlichen Beisetzungsfeier in Pjöngjang Abschied von Kim genommen.

swd/DPA
 
 
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