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9. November 2008, 12:09 Uhr

20 Tote nach Unfall auf Atom-U-Boot

Bei einem schweren Zwischenfall an Bord eines russischen Atom-U-Boots im Pazifik sind 20 Menschen ums Leben gekommen. Der Unfall ereignete sich, als das Feuerlöschsystem des Boots ungeplant ansprang. Der Atomreaktor des U-Boots arbeitet angeblich normal.

Russland, U-Boot, Unfall, Pazifik

Diese Aufnahme des Atom-U-Boots "Nerpa" wurde vom russischen TV-Sender NTV ausgestrahlt© EPA/NTV

Nach einer Havarie mit 20 Toten an Bord hat das atomar betriebene russische U-Boot "Nerpa" am Sonntag an seinem Stützpunkt in Primorje im äußersten Südosten des Landes festgemacht. Das teilte des Sprecher der russischen Marine, Igor Digalo, nach Angaben der Agentur Interfax mit. Acht Jahre nach dem "Kursk"-Unglück sind bei einem Unfall auf dem Atom-U-Boot erneut zahlreiche Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 20 Besatzungsmitglieder und Mitarbeiter einer Werft wurden dabei getötet. Der Reaktor arbeite weiter normal, es gebe keine erhöhten Strahlenwerte, so Digalo. Seinen Angaben zufolge befanden sich 208 Menschen an Bord des U-Boots, darunter 81 Matrosen. Das Unglück soll sich im Schiffsbug ereignet haben.

Strahlenwerte normal

Nach ersten Ermittlungen war in einer Feuerlöschanlage die Chemikalie Freon ausgeströmt, die zum Tod der 20 Menschen führte, wie die Staatsanwaltschaft in Moskau mitteilte. Bei Freon handelt es sich um einen Kunstnamen für Difluordichlormethan, eine Kohlenwasserstoff-Verbindung, die unter anderem auch als Kältemittel in Kühlschränken verwendet wird. Bei dem Unglück am späten Samstagabend waren im Japanischen Meer sechs Marineangehörige und 14 Zivilisten getötet sowie etwa 20 Menschen verletzt worden.

Das Atom-U-Boot war laut Marine noch in der Testphase und sollte Ende des Jahres in Dienst genommen werden. Der erste Tauchgang habe in der vergangenen Woche stattgefunden. Anfangs wollte Marinesprecher Digalo weder den genauen Ort des Unglücks, noch den Namen des Schiffs nennen. Laut RIA-Nowosti wurde das Schiff in der Amur-Werft gebaut und trägt den Namen "Nerpa".

Medwedes ordnete Untersuchung an

Präsident Dmitri Medwedew ordnete offiziellen Angaben zufolge eine umfassende Untersuchung des Vorfalls an. Sein Vorgänger Wladimir Putin war 2000 vorgeworfen worden, er habe zu langsam auf das "Kursk"-Unglück reagiert. Im August 2000 kamen alle 118 Besatzungsmitglieder ums Leben, als das ebenfalls atombetriebene U-Boot "Kursk" nach der Explosion eines Torpedos in der Barentsee verunglückte.

Der Marinesprecher machte auch keine näheren Angaben zum Standort und zur Größe des U-Bootes. Er sagte lediglich, es liege im Pazifischen Ozean. Ein russischer Zerstörer, die "Admiral Tributs" sei dem Boot zu Hilfe gekommen und bringe die Verletzten in einen Hafen. Russischen Medien zufolge hielten sich an dem Marinestützpunkt Wladiwostok im Fernen Osten Ärzte bereit, um die Verwundeten zu versorgen. Wegen stürmischer See wurde der Zerstörer aber erst im Laufe des Tages erwartet.

AP/Reuters
 
 
KOMMENTARE (10 von 25)
 
Clibanarius (09.11.2008, 19:19 Uhr)
@hamburg
Die wirren Gedankengänge von vegefranz & Co. zeugen halt von atemberaubend schlichter Logik und sturer Denkverweigerung.
.
Die Intention von deren Geschwurbel heisst so: "Reaktor im U-Boot nicht die Unfallursache = Kernkraftwerke sind sicher."
Alex7272 (09.11.2008, 18:10 Uhr)
Toll
Ihr wollt die Weltverändern,im dem ihr andere Menschen den Tod wünscht.Ihr seid tolle Pazifisten! Die Leute,die diese Waffen im Auftrag geben,denen ist ebenfalls egal ,ob der kleine Mann/Soldat drauf geht.Da hab ihr was gemeinsam.Aber so lange ihr euere Gehaltschecks von Siemens,Mannesmann etc bekommt ist ja alles im Butter.
hamburg123 (09.11.2008, 17:27 Uhr)
@vegefranz und Konsorten
Vegefranz und Konsorten scheinen ja diesen Fall und alle Hintergrundinformationen zu kennen. Wie kann man eigentlich nur so viele Vorurteile haben? Die Ökos sind blöd und Faschisten, jajaj, blablabla. Fällt euch nichts besseres mehr ein? Och, ich finde euch aber auch ganz blöd. Meine Güte, wie alt seid ihr denn? Geht zurück auf die Hauptschule ....
Gewissen (09.11.2008, 16:42 Uhr)
Raketen in Kaliningrad
Hoffentlich sind die Raketen die Putin zusammen mit seinen Freund Gas-Gerd in Kaliningrad gegen Deutschland richten will qualitativ höherwertig, damit sie nicht auch einfach so losgehen können!
sachsenwini (09.11.2008, 14:41 Uhr)
Die an Bord befindlichen Zivilisten
waren Spezialisten, die der Rüstungsindustrie dienen, sie wird sicherlich niemand dazu gezwungen haben.
Die Soldaten werden auch sicher länger dienende Offiziere oder Unteroffiziere sein, die keinen Wehrdienst mehr zu leisten haben.
Wer sich freiwillig für das so genannte Waffenhandwerk entscheidet, ist ein potentieller Mörder und muss mit dem Tod rechnen. Das gilt für die Bundeswehr in Afghanistan genauso wie für die Amis im Irak.
taucher1102 (09.11.2008, 13:58 Uhr)
Kein Mitleid
Wenn s drauf ankommt schießen diese Leute Raketen auf mein Haus. Genauso wie die Leute der Kursk, darum habe ich keinerlei Mitgefühl! Ob mit Befehl oder aus freiem WIllen, ist mir darum(Entschuldigung) scheißegal!!!
mutti1 (09.11.2008, 13:26 Uhr)
DAS BOOT
dieser 1. artikel hat etliche widersprüche in sich,es geht um eine werft, um zivilisten, dann wieder auf offener see....
dazu noch austritt von kühlmitteln,also ist davon auszugehen,das die armen leute ge-eist wurden oder dazu gleich vergast und erstickt?also praktisch kurzgefrostet?
furchtbar,ich denke,es werden noch einige offenbarungen kommen und immer dickere skandale.
damals soff die ganze u-bootbesatzung ab,sie erstickten wohl .
es ist eventuell ? von radioaktiver kontaminierung aus zu gehen.denn ohne feuer oder rauch kann der feuermelder und löschanlagen wohl kaum allein losgehen.oder haben sie das essen anbrennen lassen?
csyas (09.11.2008, 13:21 Uhr)
@ich...
...würde sich eine breite Masse erheben, wären selbst die "Mächtigen", die dieses System verkörpern, "ohnmächtig", weil es ohne die Menschen, die es stützen, nicht bestehen kann. Natürlich ist der einzelne "ohnmächtig" und auf sein eigenes Leben bedacht, jedoch ist es einfach nur traurig, dass diese Systeme der Selbstzerstörung seit Urzeiten bestehen, da es generell an einem humanitären Selbstverständnis der Menschen fehlt...
horst.pachulke (09.11.2008, 13:09 Uhr)
@vegefranz: Gutmenschen...
aller Couleur sind mir immer noch lieber als Bös- und Schlechtmenschen in ihrem Einheitsgrau.
Sie sprechen Komplimente aus ohne es zu merken. Und positionieren sich gleichzeitig.
-ich- (09.11.2008, 13:09 Uhr)
@csyas
"...bis dahin sind für mich alle Träger von Waffen und militärischen Systemen Feindbilder dessen, was uns eigentlich als "Menschen" auszeichnen sollte: den Grundprinzipien der "Humanität"......"
.
Befindest du dich nicht selbst ausserhalb deiner Grundprinzipien der "Humanität"", wenn du von anderen erwartest, dass sie im Extremfall lieber den eigenen Tod in Kauf nehmen sollen als den Pflicht-Wehrdienst abzuleisten?
Das, was du von deinen Mitmenschen erwartest, ist mindestens so totalitär und inhuman, wie das System, welches du (zurecht) anprangerst.
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