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29. Juli 2010, 10:17 Uhr

Französische Zeitung warnt vor Stigmatisierung aller Roma

Frankreichs Staatspräsident will nach einem Zwischenfall in der Bretagne härter gegen straffällige Roma vorgehen. Doch in seiner Rhetorik vermengt Sarkozy zwei ganz unterschiedliche Gruppen.

Die linksliberale Pariser Zeitung "Libération" hat am Donnerstag die von der Regierung beschlossene verstärkte Ausweisung straffälliger Roma aus Frankreich kritisiert.

"Die Arbeitssitzung zu dem 'Verhalten von fahrendem Volk und Roma' schafft einen düsteren Präzedenzfall. Der Präsident aller Franzosen stigmatisiert die Mitglieder einer Gemeinschaft, die - müssen wir daran erinnern? - zu 95 Prozent Franzosen sind und deren Väter und Großväter für ihre Heimat gekämpft haben.

In einer gefährlichen Vermengung stellt Sarkozy zwei Bevölkerungsgruppen an den Pranger. Die einen sind Roma aus Frankreich, die zumeist sesshaft sind und in der Verwaltungssprache dennoch 'fahrendes Volk' genannt werden. Die anderen sind Roma aus Osteuropa, die in prekären Lagern leben. Beide sollen kriminell sein, als ob die Zugehörigkeit zu einer Volksgemeinschaft zur Kriminalität vorbestimmt.

Gewiss sind die Gewaltakte französischer Roma zu verurteilen, doch warum soll eine Gemeinschaft für die Straftaten einiger ihrer Mitglieder büßen? Dieses Vorgehen, das nun den Siegel des Präsidenten erhalten hat, muss die schlimmsten Klischees über die 'Hühnerdiebe' und 'Mercedes-Zigeuner' noch verstärken."

DPA/AFP
 
 
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