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26. Januar 2010, 17:54 Uhr

Abneigung gegen Afghanistan-Einsatz wächst

Der Einsatz am Hindukusch wird in der Bevölkerung immer unbeliebter: Wie eine stern-Umfrage zeigt, lehnen die Deutschen nicht nur die geplante Truppenaufstockung ab. Sie stellen auch den Einsatz generell in Frage. Viele sind für einen sofortigen Abzug.

Afghanistan, Westerwelle, Isaf, Truppen, Soldaten

Bundeswehrsoldaten in Afghanistan: Ihr Einsatz wird vom Volk zunehmend kritischer gesehen

Die Pläne der schwarz-gelben Bundesregierung, mehr deutsche Soldaten nach Afghanistan zu schicken, stoßen in der Bevölkerung auf erhebliche Skepsis. Kurz vor der Londoner Afghanistan-Konferenz an diesem Donnerstag lehnen nach einer repräsentativen Umfrage für den stern vier von fünf Deutschen (79 Prozent) eine Truppenaufstockung ab. Auch unter den Anhängern der Regierungskoalition ist der Widerstand enorm – 77 Prozent der Unions- und sogar 86 Prozent der FDP-Wähler sind gegen eine Truppenverstärkung.

Überraschend hoch ist die Zahl der Bundesbürger, die einen sofortigen Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan verlangen: Fast jeder Dritte (32 Prozent) der 1002 Befragten plädiert in der stern-Umfrage dafür. Vor allem die Wähler der Linken (52 Prozent) fordern dies, bei den Unions- und SPD-Wählern sind es je 27 Prozent. Den Rückzug bis spätestens Ende 2011 wünscht rund ein Viertel aller Befragten (24 Prozent). 14 Prozent sind dafür, spätestens Ende 2015 abzuziehen, ein Viertel (25 Prozent) meint, die Bundeswehr solle bei Bedarf noch länger bleiben.

Die Umfrage zeigt auch, wie gering der Rückhalt der Bevölkerung für die Afghanistan-Mission ist. Auf die Frage, ob sie persönlich hinter dem Einsatz der deutschen Soldaten stehen, antwortete knapp die Hälfte (49 Prozent) der Befragten mit "Nein". Sogar ein Drittel (36 Prozent) der Unions- und fast die Hälfte der FDP-Wähler (47 Prozent) erklärten, sie stünden nicht hinter dem Einsatz. Mit "Ja" antworteten 47 Prozent.

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