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Die Kinder der Anderen

Das Bild eines toten Jungen an einem türkischen Strand schockiert die Welt. Er wurde nur drei Jahre alt. Die Politik trägt Verantwortung. Sie muss schnelle Antworten finden und sofort handeln.

Ein Kommentar von Philipp Jessen

Toter Flüchtlingsjunge am Strand nahe Bodrum

Ein ertrunkener Junge liegt am Strand im türkischen Bodrum. "Wenn dieses Bild die Welt nicht verändert, haben wir alle versagt", schreibt eine Userin auf Twitter.

Ein Junge liegt am Strand. Das kleine rote T-Shirt ist hochgerutscht. Er ist klitschnass. Seine Eltern sind nicht zu sehen. Er ist ganz alleine. Er heißt Ailan Kurdi. Er ist tot.

Dieses Foto tut unglaublich weh. Es bebildert auf tragische Weise das absolute Versagen der Politik. Wir ertrinken im Wohlstand. Syrische Kinder, auf der Flucht vor Krieg und Elend, ertrinken im Mittelmeer. Direkt vor Europas Küste. Dort, wo wir Sommerurlaub machen.

Wir befinden uns in einer Ausnahmesituation. Und die Problemstellung, vor die uns die Massen an Flüchtlingen stellen, ist komplex. Aber der Tod eines Kindes ist nicht komplex. Sondern einfach nur grausam. Das Kind ist tot. Es wird nicht aufwachsen. Nicht mehr lachen. Nicht mehr spielen. Nicht mehr zu Schule gehen. Nicht mehr nachts in das Bett seiner Eltern krabbeln. Es wird in eine Kiste gesteckt – und in einem fremden Land, weit weg von zu Hause, vergraben.

Keine Diskussion, kein Abkommen, kein Flüchtlingsgipfel wird diesen Jungen wieder lebendig machen.

Europa darf keine Menschen ertrinken lassen

Europa steht vor einer seiner größten Herausforderungen. Vielleicht der größten seit dem Zweiten Weltkrieg. Es müssen die großen Antworten gefunden werden. Das braucht Zeit. Und die Politik hat die verdammte Pflicht, diese großen Antworten zu finden. Aber bis dahin darf kein Kind mehr ertrinken. Denn ein Kontinent, der so stolz auf seine Werte und so reich ist, darf so etwas nicht zulassen. Europa darf keine Menschen ertrinken lassen. So einfach muss die nächste Antwort lauten. Und sie muss schnell kommen.

Bis vor Kurzem schien Griechenland Europas größtes Problem zu sein. Doch die viel größere Gefahr für die europäische Idee ist, dass täglich Menschen, die vor Krieg flüchten, sich ein besseres Leben für sich und ihre Kinder erträumen, auf dem Weg zu uns sterben.

Der Junge ist tot. Die Welt dreht sich weiter. Nicht bei uns. Jedenfalls nicht heute. Der Junge am Strand wird den ganzen Tag bei uns zu sehen sein. Ganz oben. 24 Stunden. Passiere, was wolle. Denn sein Recht auf ein Leben wurde ihm genommen. Dann hat er zumindest das Recht, noch einmal gesehen zu werden.


Kommentare (2)

  • stern-Moderation
    Wir verabschieden uns für heute und schließen die Kommentare unter diesem Artikel. Bei Fragen wenden Sie sich gerne an sterncommunity@stern.de. /sdn
  • Thomas Bonitz
    Thomas Bonitz
    This comment I will write in English for i do have friends that only understand English
    I am Not what they call in German a gut mensch for i did see to much of this world and no not only on tv.
    But and this is a BIG but look at this picture Europe and as a German Germany in particular this kid was innocence 3 years old.
    Who's fold is that? Many will say not mine are you sure?
    You vote for your government for people who are more interested in that big Business and the banks so they can do what they want and protect corrupt governments.
    so long you can have cheap close, cheap vacation cheap oil and complain how hard your life’s are, trust me the rest of the world looks different. This picture is the result of that action this kid died to get away from war another will die for the simple reason it parents cant feed it in there home county anymore and want a better live for there kids economic refugee they will call it.
    To those on the right of the political spectrum who say German the Germans, I am German but to take Brandenburg the heart of the former Prussia let us be reminded French Huguenots where taken in, Russian, Dutch etc. and 200 years later all of their decandes call them self German.
    To those on the left of the political spectrum I Say stop being political correct for it your fold too that those things happen as a example Zimbabwe Mugabe was black for that he was a good man in your eyes political correct and he was allowed to do what he wanted to do look at Zimbabwe today from countries like that will come economic refuges.
    As a food note today the first time in my life I am ashamed to be a European!
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