Einen Tag nach dem Großen Zapfenstreich hat sich Bettina Wulff bei Nicole Maibaum gemeldet. Sie wollte einiges klarstellen. Ein Interview zur Entstehungsgeschichte von "Jenseits des Protokolls".
Ich habe schon vorher mit durchaus interessanten Frauen zusammengearbeitet, etwa mit Iris Berben und Veronica Ferres. Als Mitte Januar immer deutlicher wurde, dass es für Christian Wulff wohl sehr schwer sein würde, sich im Amt zu halten, habe ich mir gedacht, dass Frau Wulff sicher viel zu berichten hätte, wenn sie das denn möchte. Ich habe Veronica Ferres eine SMS geschrieben und einen Tag nach dem Großen Zapfenstreich im März hat mich Bettina Wulff kontaktiert.
Sie hat angerufen, ich war auf dem Spielplatz und bin nicht drangegangen, denn ich kannte die Nummer nicht. Dann hat sie mir eine SMS geschrieben. Ich denke, das zeigt, dass Bettina Wulff durchaus ein Bedürfnis gehabt hat, sich zu einigen Dingen zu äußern und einiges klarzustellen.
Wir haben uns einfach getroffen und überlegt: Was wollen wir? Was kann das für ein Buch werden? Es war natürlich klar, dass es keine klassische Biografie werden kann, weil dafür viel zu relevante Dinge im Raum stehen. Und man kann jetzt nicht erzählen, was Bettina Wulff mit sechs, sieben oder acht Jahren gemacht hat. Das interessiert eher weniger. Es war ziemlich schnell klar, dass wir ähnliche Vorstellungen haben. Mitte März haben wir losgelegt.
Ich bin mit dem Zug nach Großburgwedel gefahren. Und dort haben wir uns zusammengesetzt. Das Diktiergerät lief immer so drei, vier Stunden. Insgesamt haben wir uns zehn, zwölf Mal getroffen. Wir haben auch zwischendurch länger telefoniert. Und fertig war alles Ende Juli, Anfang August.
Das finde ich überhaupt nicht. Ich finde, es ist ein sehr sachlicher Stil, tendenziell nüchtern. Es ist nicht lustig geschrieben, das wäre auch falsch. Ich finde nicht, dass es den Eindruck erweckt, es sei von einer jungen Frau geschrieben. Überhaupt: Was heißt jung, jugendlich? Bettina Wulff ist 38. Es ist eine klare Sprache, weil sie eine sehr klare Frau ist.
Grundsätzlich sage ich dazu: Es ist ihr Buch, nicht sein Buch.
Nein, er war gar nicht da. Es war eine professionelle Situation. Wenn man ein Interview führt, wäre es unangebracht, wenn zum Beispiel Kinder um einen herumturnen. Wir haben uns getroffen und waren dann zu zweit. Herr Wulff war insofern involviert, als dass er die Kapitel gelesen und dazu seine Anmerkungen gemacht hat.
(lacht) Es hielt sich im Rahmen.
Ich bin sehr froh, dass der Riva Verlag, der ja übrigens mit der Biografie von Rudi Assauer erst vor wenigen Monaten ein sehr gutes Buch herausgebracht hat, auch Oliver Kahn verlegte und daher für mich nicht als eventuell "kleiner Verlag" gilt, innerhalb von einer halben Stunde zugesagt hat, das Buch zu verlegen. Die Zusammenarbeit hat sehr gut funktioniert.
Lesen Sie das Gespräch mit Bettina Wulff im neuen stern