3. April 2013, 19:29 Uhr

Merkel bittet zum Google-Hangout

Wahlkampf online: Per Videokonferenz will Bundeskanzlerin Angela Merkel mit sechs Bürgern diskutieren. Das Gespräch soll live über das Internet übertragen werden – allerdings mit abgestimmten Fragen.

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Merkel beherrscht den Wahlkampf off- und online. Hier sucht sie Kontakt zu Bürgern im realen Gespräch. Demnächst über die Google-Videoplattform.©

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will mit einem neuen Onlineformat den Dialog über das Thema Integration führen. Am 19. April werde sie mit sechs ausgewählten Bürgern in einem Google-Hangout über die Integrationspolitik diskutieren, kündigte Vize-Regierungssprecher Georg Streiter an.

Hangouts sind kostenlose Videokonferenzen über das Internet, die allen Nutzern des Dienstes Google+ zur Verfügung stehen. Bis zu zehn Personen können dabei aktiv teilnehmen. Hangout-Video-Chats können auch über die Google-eigene Plattform YouTube verbreitet werden, wovon Merkel nach den Worten Streiters auch Gebrauch machen will. "Jeder, der sich dafür interessiert, kann nicht nur live zuschauen und zuhören, sondern auf der Internetseite der Bundesregierung vorher Fragen stellen", sagte Streiter. Die bis zum 15. April eingereichten Fragen sollen über einen Moderator in das Gespräch eingebracht werden.

Wie schon Obama und der Dalai Lama

Das Videogespräch wird live im Internet übertragen und kann weltweit verfolgt werden. Über die Google-Plattform haben bereits US-Präsident Barack Obama, UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon oder der Dalai Lama kommuniziert.

Integration sei ein zentrales Anliegen der Bundesregierung, betonte die Bundeskanzlerin in einem Video-Aufruf: "Sie bedeutet Veränderungen für die, die zu uns kommen - aber auch Veränderungen für die Gesellschaft derer, die schon lange bei uns leben." Sprecher Streiter ließ offen, nach welchen Kriterien die sechs Bürger ausgesucht werden, die in gut zwei Wochen mit der Kanzlerin in der Live-Videokonferenz diskutieren werden. Es sollen Bürger sein, die sich "auf ihre Weise besonders für Integration eingesetzt haben", sagte Streiter. Die Entscheidung für die technische Unterstützung durch Google begründete der Regierungssprecher damit, dass dies "im Moment die einzige Plattform ist, auf der man eine solche Veranstaltung durchführen kann".

swd/AFP/DPA
 
 
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