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13. Juli 2009, 08:51 Uhr

Genossen nehmen Steinbrück unter Beschuss

Überflüssig und schädlich - SPD-Vize Peer Steinbrück zieht mit seiner Kritik an der Rentengarantie zunehmend den Zorn der Genossen auf sich. Vor allem die SPD-Linke läuft gegen den Finanzminister Sturm.

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Eckt mit seiner Rentenkritik bei den Genossen an: Finanzminister Peer Steinbrück© Steffi Loos/DDP

Finanzminister Peer Steinbrück muss sich wegen seiner rentenpolitischen Äußerungen weiter harsche Kritik seiner SPD-Genossen gefallen lassen. "Peer Steinbrück sollte dringend in den Urlaub fahren, denn die Diskussion ist völlig überflüssig", sagte der niedersächsische Landesvorsitzende Garrelt Duin der "Bild"-Zeitung. "Wenn wir uns in der SPD ständig selbst zerfleischen, können wir keine Wahlen gewinnen." Und Bayerns SPD-Chef Florian Pronold kritisierte: "Diese Diskussion jetzt zu führen, ist überflüssig und schädlich für die SPD."

Steinbrück hatte Vorbehalte gegen die von Arbeitsminister Olaf Scholz (SPD) initiierte Rentengarantie geäußert und gesagt, angesichts einer "bemerkenswerten Rentenerhöhung" und anderer Maßnahmen stelle sich "langsam die Frage, ob das unter dem Gesichtspunkt der Generationengerechtigkeit nicht grenzwertig ist". Der heutigen Rentnergeneration gehe es so gut wie keiner zuvor. Die "Gekniffenen" seien die heute 25- bis 35-Jährigen. Nach der beschlossenen Rentengarantie sollen die Ruhestandsbezüge auch dann nicht sinken, wenn die Löhne der Beschäftigten geringer werden. Zum 1. Juli wurden zudem die gesetzlichen Altersbezüge im Westen um 2,41 Prozent und im Osten um 3,38 Prozent angehoben.

Auch der Sprecher der SPD-Linken, Björn Böhning, wies die Äußerungen von Steinbrück zurück. "Die Rentengarantie ist richtig, um wieder Vertrauen in die gesetzliche Rentenversicherung aufzubauen", sagte Böhning dem "Handelsblatt". "Hierbei handelt es sich nicht um einen Generationenkonflikt, sondern um eine solidarische Maßnahme, die auch künftigen Rentengenerationen zugute kommen wird." Kritik an Steinbrück kam auch vom DGB und dem Sozialverband VDK. "Wer die Rentengarantie in Frage stellt, muss damit rechnen, bei der Bundestagswahl abgestraft zu werden", sagte VDK-Chefin Ulrike Mascher der "Bild".

Arbeitgeber-Präsident Dieter Hundt hingegen unterstützt Steinbrück: "Der Beschluss, die Renten selbst bei sinkenden Löhnen stabil zu halten, ist ein falsches Signal. Es muss alles unterlassen werden, was die Beschäftigten und die Wirtschaft zusätzlich belastet", sagte er der "Bild".

Grüne pflichten Steinbrück bei

Auch die Grünen-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Renate Künast, pflichtete Steinbrück bei. "Die Löhne gehen runter und die Renten sollen hochgehen. Das funktioniert so nicht", sagte sie im ARD-"Morgenmagazin". Die alte Rentenformel sei richtig gewesen. Eine Garantie sollte es nur für niedrige Renten geben. "Die Jüngeren müssen es bezahlen können." Künast betonte, Politik dürfe sich weder auf die Seite der Jüngeren noch der Älteren schlagen. Die Rentner brauchten ein Auskommen, daher plädiere sie für eine Mindestrente. "Aber wir sagen nicht, dass man nach oben Rentenerhöhungen garantieren muss, denn da muss man auch an die Jüngeren denken."

DPA/AP
 
 
KOMMENTARE (10 von 11)
 
ganzbaf (14.07.2009, 10:06 Uhr)
Dieser rückgratlose Büroleiter...

.
Weiß immer nur hinterher - manches - besser ;-S
Die SPD hätte besser dem Hausmeister den Job geben sollen.
sternenhagel (13.07.2009, 20:26 Uhr)
Der Nächste, bitte!
Steinbrück der Clement des Bundestagswahlkampfes und sicher hat er auch schon ein lukratives Pöstchen bei seinen Auftraggebern in Aussicht. Der Verrat ist die unendliche Geschichte der Deutschen Sozialdemokratie.
Es geht hier keineswegs um alt gegen jung, das ist doch lediglich wieder ein Versuch des "spalte und herrsche:," Es geht doch in Wirklichkeit darum, wer die Zeche für die kapitalistische Krise zahlt. Es geht um unsere Interessen gegen die des Kapitals.
Darum brauchen wir eine einige Front gegen das Kapital und seine Vertreter. Wir zahlen nicht für eure Krise.
Angel_of_Mercy (13.07.2009, 19:57 Uhr)
Natürlich hat Steinbrück recht, aber
er hat einfach in die Runde gerülpst. Anstatt Lösungsvorschläge zu präsentieren und nicht nur auf die Renten zu schielen, sondern auch auf die Löhne und Pensionen, und besonders seine eigenen Bezüge, macht er es sich leicht und hetzt die Jungen gegen die Alten, was von seiner Konzeptionslosigkeit ablenken soll.
Eine vernünftige Rentenreform traut auch er sich nicht, weil er dann nämlich all jenen ans Bein pinkeln muss, die sich bis jetzt nicht an der gesetzlichen Altersvorsorge beteiligen.
Vielleicht will er ja auch einfach nur möglichst hoch in der FDP quer einsteigen, wenn die SPD auch wegen ihm in die außerparlamentarische Opposition geht.
kabelmann (13.07.2009, 11:07 Uhr)
Prinzipiell
Sieht man mal wieder, wie wenig Ahnung Steinbrück besitzt. Schön, dass er mal so nebenbei vergisst, dass die jetzige Generation auch irgendwann Rente bekommt und wir arbeitende Bevölkerung in ein paar Jahren die Gelackmeierten sind. Vielleicht sollte man im Finanzministerium ein Phrasenschwein aufstellen, um alleine mit Steinbrücks Bemerkungen den Staatshaushalt sanieren zu können
babylon (13.07.2009, 10:31 Uhr)
Herr Blüm hat doch schon vor 20 Jahren
eine Rentengarantie angegeben. Warum nun das Geschrei. Es ist doch nichts neues das Politiker lügen, dafür bekommen sie doch ihr Geld.
Man sollte aber nicht vergessen das die heutige Rentnergeneration diesen Staat aus Trümmern aufgebaut hat. Viele junge Leute meckern auf hohem Niveau denn sie haben sich nie die Hände schmutzig machen müssen und sind nur ihre Bürostühle gewohnt.
Starbeiter (13.07.2009, 10:31 Uhr)
Mit Steinbrück als...
..Kanditaten stünde die SPD sicher besser dar. Zumindest sind seine Aussagen wesentlich öfter objektiv betrachtet richtiger. Ich weiß nicht, wen die SPD mit ihrem Rentensicherungskram für dumm verkaufen will. Wahrscheinlich die gleichen Leute, denen die CDU/CSU weißmachen will,dass die Steuern nach der Wahl sinken werden. Die meisten Deutschen sind zwar schon ziemlich verblödet, aber so blöd sind wir noch nicht. Leider fehlt es noch den meisten am Mut, Ihr Kreuz trotz besseren Wissens nicht bei einer der beiden großen Volksverdummer zu machen. Deutschland geht es schlecht; sagt es den Leuten endlich klar ins Gesicht und unternehmt endlich die harten aber notwendigen Schritte! Ehrliche Politik in schweren Zeiten. Aber jeder denkt nur an seine nächste Wiederwahl; nicht an das große ganze.
Corazito3333 (13.07.2009, 10:24 Uhr)
alles machbar genug Geld für alle da!!!
Bitte die Milliarden die für Banken, marode Unternehmen bereitstehen zum Abruf....umleiten!!!! Und Politiker kriegen 10% weniger, ihre Renten werden um 10% runtergefahren zum Wohle der Allgemeinheim..... warum eigentlich nicht????? Oder ist das jetzt Kommunismus????
endbenutzer (13.07.2009, 10:17 Uhr)
@Admins:
Na das ging ja wieder fix. Respekt! War das Thema über in Hessen kaltgestellte Steuerfahnder nicht genehm?
undjetztnochder (13.07.2009, 09:54 Uhr)
Steinbrück hat Recht
in der Sache. Aber tatsächlich ist es etwas unglücklich, nach Mehrheitsbeschlüssen im Bundestag und Bundesrat das Thema nun wieder auf die Tagesliste zu setzen - das hätte man besser vorher machen sollen. Im Hinblick auf die kommende Bundestagswahl und die Macht der Generation 60 + bei solchen Abstimmungen ist es zumindest taktisch nicht klug nun erneut darüber zu reden.
Der aktuelle Renten-Beschluss wird sowieso in den nächsten 10 Jahren wieder gekippt werden - wetten?
esopherah (13.07.2009, 09:44 Uhr)
ein super beispiel
für die unfähigkeit der spd.
Die kinder in de haben nix zu fressen und die spd kümmert sich um die alten...
Sogar meine Oma ist der meinung das es so nicht sein kann...
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