... aber da Griechenland nun mal in der Eurozone ist, hilft nach Ansicht von Ex-Finanzminister Theo Waigel nur eins: handeln statt quatschen. Ein stern-Interview.
Unsinn. Den Griechen geht es schlecht, nicht dem Euro. Es wird zu schnell vergessen, wie stabil uns diese Währung bisher durch alle Krisen geführt hat. Der Euro steht immer noch viel besser da als bei seinem Start. Das wird leider viel zu leicht vergessen. Der Kardinalfehler war, die Griechen überhaupt in die Euro-Zone hineinzulassen.
Nur wenn sie freiwillig gehen würden, aber auch das wäre nicht billig.
Ich meine, es wäre schon gut, nicht gleich in Panik zu verfallen. Die Bundesbank hat in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts große Beträge zur Verfügung gestellt, um andere Währungen zu stützen - bis zu 100 Milliarden D-Mark. Damals wurde gehandelt und nicht öffentlich debattiert.
Genau so ist es. Das Durcheinander - Hilfe nein, Hilfe vielleicht, Hilfe jetzt doch - hat dem Euro geschadet. Die Märkte reagieren auf so etwas extrem empfindlich.
Man muss sich in einer Krise gut abstimmen und das, was man entschieden hat, muss man gut begründen. Dazu gehört übrigens auch, dass es hier um den Kern eines vereinigten Europas geht. Wenn Sie nämlich auf die reale Wirtschaftskraft von Griechenland schauen, dann sind die aktuellen Ausschläge auf den Finanzmärkten wirklich übertrieben. Griechenland trägt schließlich nur zu 2,6 Prozent zum Bruttosozialprodukt der EU bei.
Ein kollektiver Rückfall in die nationalen Währungen wäre das Schlimmste, was passieren könnte - davon würde sich die deutsche Wirtschaft lange nicht erholen. Der Euro wird auch im nächsten Jahrzehnt bestehen.
Alles über die Griechenland-Krise ... lesen Sie im aktuellen stern