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Flüchtlingspolitik: CSU-Politiker kritisieren Scheuer wegen "Senegalesen"-Äußerung

CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer bekommt wegen seiner "Senegalesen"-Äußerung heftig Gegenwind - auch aus der eigenen Partei. Theo Waigel und Alois Glück fürchten, dass solche Sprüche Wähler verprellen.

CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer

"Gefährlicher Entfremdungsprozess": CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer steckt wegen seiner "Senegalesen"-Äußerung viel Kritik ein

Namhafte CSU-Politiker sind auf Distanz zu Generalsekretär Andreas Scheuer wegen dessen Äußerungen zu Flüchtlingen gegangen. "Wir müssen Obacht geben, dass wir, wenn wir konservative Wähler wollen, nicht die kirchlichen Wähler verprellen", sagte der CSU-Ehrenvorsitzende Theo Waigel der "Augsburger Allgemeinen" vom Dienstag. Der langjährige Vorsitzende der CSU-Landtagsfraktion, Alois Glück, warnte vor einem "gefährlichen Entfremdungsprozess" zwischen der CSU und sozial engagierten Bürgern.
"Die Gesamtpartei leidet immer wieder unter der Sprache einiger ihrer Akteure", mahnte Glück, der bis 2015 Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken war. Die scharfen Töne in der Flüchtlingspolitik könnten sich noch negativ für die Partei bei den Landtagswahlen auswirken, denn ihre stärkste Stammwählerschaft sei kirchlich gebunden.

Kirche kritisiert Scheuer deutlich

Zuvor hatten bereits zahlreiche Kirchenvertreter Kritik an Scheuer geäußert. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hatte sich am Montag zum Auftakt der Vollversammlung in Fulda "erschrocken und verärgert" über die Aussagen des CSU-Generalsekretärs gezeigt, die nur darauf abzielten, wie Deutschland Flüchtlinge loswerden könne.

Scheuer hatte vergangene Wochen bei einem Pressegespräch Schwierigkeiten bei der Abschiebung von Flüchtlingen mit den Worten beklagt: "Das Schlimmste ist ein fußballspielender, ministrierender Senegalese. Der ist drei Jahre hier als Wirtschaftsflüchtling. Den kriegen wir nie wieder los."


tis / AFP