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M. Beisenherz - Sorry, ich bin privat hier: Post von Beisi: "Lieber Andreas Scheuer ..."

Er hat den Charme eines Fielmann-Vertreters: Viele hielten Andreas Scheuer für harmlos. Doch seine Entgleisung über den "Fußball spielenden, ministrierenden Senegalesen" entlarvt ihn. Ein offener Brief an den CSU-Generalsekretär.

Von Micky Beisenherz

Micky Beisenherz zu Felix Baumartner

Micky Beisenherz schreibt einen offenen Brief 

Lieber Andreas Scheuer,

wenn Sie das hier lesen, haben Sie sich vielleicht gerade die Sachen angezogen, die Ihnen Horst Seehofer heute Morgen rausgelegt hat. Vielleicht hat er Ihnen auch gerade die Kanten vom Toast abgeschnitten. Möglicherweise aber hat er Ihnen auch übers Haar gestrichen und Ihnen gesagt, dass Sie das nur geträumt haben, was Sie da gestern im Keller gesehen haben und Sie ins Heim kommen, wenn Sie das jemandem erzählen. Man weiß es nicht.

Ich möchte Ihnen ein Kompliment machen. Und mich bei Ihnen entschuldigen. Ich habe Sie bislang zu Recht völlig unterschätzt. Bis jetzt, tja, wie drücke ich das charmant aus, haben viele Sie für eine Art wirbellosen Wurmfortsatz gehalten, der bei PKs von Horst Seehofer immer in einem solch unglücklichen Winkel zu den Kameras stand, dass man stets den Eindruck haben musste, Sie wüchsen dem GröLaZ* direkt aus der Schulter und seien nur operativ wegzukriegen.

Andere sahen Sie weniger positiv. Es hieß, jeder Reifen eines Zuhälter-Lamborghinis am Ende einer Eisdielen-Saison habe mehr Profil als Sie. Ihnen wurde oft und regelmäßig die unangenehme Aufgabe zuteil, im "Heute Journal", in den "Tagesthemen", Nachrichtensendungen, aber auch bei N24 den Tinnef schönzureden, den ihr priapistischer Parteivorsitzender wieder einmal in Zeitungen und Bierzelte geblasen hatte.

Das haben Sie so glaubwürdig getan, wie es einem Mann mit dem Charme eines Fielmann-Vertrieblers eben möglich war. "Wer soll den Leuten die Scheiße wieder verkaufen? Hier, der fleischgewordene Enkeltrick! Der macht das schon." Und wie Sie das getan haben! Klasse! 

Andreas Scheuer - 'ne total wilde Type

Dabei wirken Sie immer so sandgestrahlt und stromlinienförmig, dass man kaum glauben kann, dass Sie privat echt 'ne total wilde Type sind. Sie hören ja auch mal Nickelback oder Bryan Adams. Und das, obwohl Sie ja eigentlich Doktor sind. Sie lassen es aber nicht so raushängen.

Gut, vornehmlich, weil es außerhalb Bayerns verboten ist, sich Dr. zu nennen, wenn man nur ein "kleines Doktorat" in Tschechien gemacht hat. Was in etwa den Wert hat vom Yps-Agentenausweis, aber jemand, der seinen Posten als Generalsekretär beim Dosenwerfen auf dem Sommerfest der CSU erschmissen hat, der sieht das sicher nicht so eng.

Ist eh Geschichte. Denn jetzt ist es vorbei mit dem Schattendasein aus Parteiindianer, der stets den Zynismus der Oberen wiederkäuen muss. Seit dem Wochenende hat sich Dandy Andy in die erste Reihe gepoltert! Beim Regensburger Presseclub haben Sie zum Thema Einwanderung den Stammtischler gegeben: "Das Schlimmste ist ein Fußball spielender, ministrierender Senegalese. Der ist drei Jahre hier - als Wirtschaftsflüchtling. Den kriegen wir nie wieder los." 

RUMMS! Das hat gesessen! Das wäre selbst dem Alten nicht eingefallen. Da glänzt die stets verlässlich nickende Darmzotte des Landesvaters doch tatsächlich plötzlich durch intellektuelle Eigenleistung! Und überholt alle in der Partei rechts. Ohne zu blinken! Chapeau.

"A Neger" gehört zurück nach Afrika

Während ein Parteifreund wie zum Beispiel Badenixe Söder bei Facebook knallhart die Sexkarte spielt und sich ansonsten stets hinter der Behauptung versteckt, "der Neger" wolle sich gar nicht integrieren und der Muselmane das Land wie eine Art islamistischer Super-Christo in eine gigantische Burka hüllen, sagen Sie, Andi Scheuer, wie Ihr Brüder bei der CSU wirklich tickt: Der Senegalese kann tun, was er will.

Er kann sich im Sportverein engagieren, da mitkicken und sich sogar in Eurer hochheiligen Kirche engagieren. Top integriert und deutscher als so mancher Deutsche. Am Ende bleibt er aber eben doch: a Neger. Und gehört zurück nach Afrika. 

Das ist doch mal eine ehrliche und klare Aussage! Integration ist kein Bleichmittel - haut ab. Ein echter Kracher gegen das politische Mitläufertum! Da hat sich einer in der brauen Brühe freigeschwommen. Man möchte meinen, da hätte sich ein rückgratloser Karriereaal das Rektum des Chefs als bequeme Einliegerwohnung gemütlich eingerichtet, und plötzlich wagt er sich so aus der Komfortzone. Geil, Andi! Jetzt ist Schluss mit Wischi Waschi. Ab 5.45 Uhr wird zurückgescheuert!

Nicht schlecht für einen, der damals für seine Mitschüler als Schulhof-Piñata den Watschenmagneten gegeben hat. Andreas Scheuer: Ein Poloshirt-Kragen geht seinen Weg! Und da sagen viele zu Recht anerkennend: Sie sind das fehlende Bindeglied zwischen AWD und AfD. Schmierig im Auftreten, hart in der Sache.

Weiter so! Im Konzert der Großen spielen Sie jetzt die erste Arschgeige. Kompliment. Ich bewundere Sie. Danke für Ihre Aufrichtigkeit. Ihre Haare riechen bestimmt total gut.

Herzlichst,

Ihr Franz Josef Beisenherz

 

*Größter Landesvater aller Zeiten