Krasser Schiri-Fehler kostet BVB den Sieg

8. Dezember 2012, 19:51 Uhr

Zwei Elfer und eine rote Karte – selten hat ein Schiedsrichter ein Spiel so verpfiffen wie Schiedsrichter Wolfgang Stark. Die Niederlage Dortmunds gegen Wolfsburg geht auch auf sein Konto. Von Tim Schulze

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Fußball-Bundesliga, Dortmund, Stark, Klopp, Wolfsburg

Sein Tor war regulär und schön herausgespielt: Bas Dost erzielte den Siegtreffer gegen Dortmund.©

14 Punkte Abstand auf Bayern München sind eine Menge Holz. Nach der Niederlage im Heimspiel gegen Wolfsburg ist Borussia Dortmund einen Spieltag vor Abschluss der Hinrunde, so muss man es wohl sehen, hoffnungslos hinter den Rekordmeister zurückgefallen. 14 Punkte – da muss der BVB fünfmal gewinnen und die Bayern müssen genauso oft verlieren, dann hätten die Dortmunder einen Punkt Vorsprung. Es gibt wohl niemanden, der ein derartiges Szenario für realistisch hält, seien es Fans, Spieler, der Trainer oder irgendwelche Experten. Der Traum vom Titel-Triple ist endgültig ausgeträumt.

Dafür hat der amtierende Meister bislang, ganz im Gegensatz zu den beeindruckenden Auftritten in der Champions League, zu nachlässig gespielt in der Liga - oder großes Pech gehabt wie jetzt in diesem unglaublichen Spiel gegen Wolfsburg. Die Schale werden sie wieder herausrücken müssen. Die Dortmunder sollten sich an den Gedanken gewöhnen, um einen Champions-League-Platz zu kämpfen.

Es läuft alles erwartungsgemäß - zunächst

"Extrem skurril" nannte es Dortmunds Coach Jürgen Klopp nach der Partie, was da nach einer halben Stunde auf dem Rasen des Signal Iduna Parks passiert war. Eine krasse Elfmeter-Fehlentscheidung von Schiedsrichter Wolfgang Stark und die folgende Rote Karte für den Dortmunder Marcel Schmelzer (35.) sorgten maßgeblich für den Sieg der Gäste vor 80.000 Zuschauern. Stark gab nach Ansicht der TV-Blider kleinlaut zu: "Es war leider ein Wahnehmungsfehler von mir. Es tut mir leid, das darf nicht passieren."

In der ersten halben Stunde hatte es nach einem Heimsieg für den BVB ausgesehen. Marco Reus brachte den deutschen Meister erwartungsgemäß durch einen Freistoß in Führung (8.) – bis zu der Szene, die die Stimmung auf dem Rasen mächtig anheizte. Nach einem Schuss des Wolfsburger Mittelstürmers Bas Dost klärte BVB-Außenverteidiger Schmelzer auf der Linie. Die Rettungsaktion mit dem Knie und den folgenden Kontakt des Balles mit der Hand wertete der Unparteiische jedoch als Handspiel und entschied auf Elfmeter und Rot gegen den Nationalspieler. Diese Chance ließ sich Strafstoßschütze Diego nicht entgehen und brachte sein Team mit dem 1:1 zurück ins Spiel.

"Abhacken müssen die Jungs die Dinger noch nicht, um kein Handspiel zu begehen. Es war klasse verteidigt von ihm", kommentierte Klopp die Szene sarkastisch.

Klopp: Extrem brutal für uns

Die Aufregung hatte sich noch nicht gelegt, da schlug Wolfsburg ein weiteres Mal zu. Eine Flanke von Diego beförderte Naldo per Volleyschuss von der Strafraumgrenze in das Tor und bescherte den Wolfsburgern damit die schmeichelhafte 2:1-Führung.

Mit viel Frust kamen die Dortmunder wieder aus der Kabine. Wütend berannten sie das gegnerische Tor und wurden für dieses Engagement belohnt, durch einen Elfmeterpfiff von Stark, der wieder mehr als fragwürdig war. Robert Lewandowski hatte sich in einem Zweikampf mit Simon Kjaer einfach fallen lassen. Es roch nach Konzessionsentscheidung. Blaszczykowski verwandelte den Strafstoß, konnte sich aber nicht lange über den Ausgleich freuen. Einen mustergültigen Konter schloss Dost nach Zuspiel von Diego sicher ab und sorgte damit für den vierten Auswärtssieg der Wolfsburger.

"Das Ergebnis, so wie es zustanden, gekommen ist, ist brutal hart für uns", sagte ein bedienter Klopp. Noch brutaler wird es für die Dortmunder, wenn sie einen Blick auf die Tabelle werfen. Nur ein kleiner Trost bleibt: Es besteht die Möglichkeit, dass Schmelzer im nächsten Spiel gegen Hoffenheim wieder aufläuft, wenn anerkannt wird, dass es eine Fehlentscheidung war. Das entscheidet der DFB.

 
 
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