Engländer will Atlantis entdeckt haben

20. Februar 2009, 13:28 Uhr

Es musste wohl so kommen: Kaum bietet das Google Earth einen Blick in die Ozeane, schon sichtet jemand im Atlantik das legendäre Inselreich Atlantis. Tatsächlich zeigt Google dort außergewöhnliche Strukturen auf dem Meeresgrund - winkt jedoch in Sachen Atlantis ab.

Google Earth, Atlantis, Atlantik, Mythos

Westlich von Afrika könnte laut Bernie Bramford Atlantis zu finden sein©

Bernie Bramford, ein Luftfahrtingenieur aus Chester, entdeckte das Rechteck, als er sich mit Google Earth auf dem Grund des Atlantiks umsah. "Es muss von Menschen gemacht sein", war ihm laut der britischen Zeitung "The Sun" sofort klar. Die Fläche ist rund 21.000 Quadratkilometer groß, das entspricht etwa den Ausmaßen von Hessen.

Charles Orser, Kurator für historische Archäologie am New York State Museum, sagte der "Sun", die Entdeckung sei "faszinierend". Die rechteckige Struktur findet sich knapp 1000 Kilometer westlich von Afrika in der Nähe der Kanarischen Inseln. Diese Region ist eine - von vielen - an denen sich das legendäre Atlantis befunden haben könnte.

Beschrieben hat das Inselreich der griechische Philosoph Platon. Jenseits der "Säulen des Herakles", also der Straße von Gibraltar, soll es gelegen haben. Und die Atlanter sollen über diverse Landstriche geherrscht haben, bis ihre Insel etwa 9700 vor Christus versank. Archäologen und Historiker gehen im Allgemeinen davon aus, dass Platon keinen realen Ort beschrieb. Trotzdem gab es immer wieder Expeditionen mit dem Zweck, das versunkene Inselreich zu entdecken.

Update; 14.00 Uhr: Einige Stunden nach Meldung des möglichen Funds äußerte sich laut "Mail Online" Google, was die Euphorie der Atlantis-Fans wohl drosselt. "Was wir in diesem Fall sehen, ist ein Artefakt, das durch das Datensammeln entsteht." Die Daten gewinne man per Schiffssonar, die Linien spiegelten den Weg des Schiffs wider. Insofern hatte Bernie Bramford immerhin recht mit seiner Einschätzung, dass diese Strukturen nicht natürlichen Ursprungs sind.

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KOMMENTARE (9 von 9)
 
Issor (20.02.2009, 16:06 Uhr)
Update: 16.00 Uhr ...
...der Stern hat den Ehrgeiz so trashig zu werden wie andere Onlinepublikationen noch nicht aufgegeben. Die Geschichte ist aus der britischen Boulevardzeitung „The Sun” abgeschrieben. http://www.thesun.co.uk/sol/homepage/news/article2255989.ece
Für stern.de ist das natürlich nur ein Thema, wenn man daraus eine mindestens sechsteilige Bilderstrecke machen kann.
Der Stern verarscht uns doch alle.
Livia008 (20.02.2009, 16:04 Uhr)
Das muss man Google lassen,
Marketin und Promotion sind ausgezeichnet!
"Werbung dient der gezielten und bewussten Beeinflussung des Menschen zu meist kommerziellen Zwecken. Der Werbende spricht Bedürfnisse teils durch emotionale, teils informierende Werbebotschaften zum Zweck der Handlungsmotivation an." All das hat Google hiermit erreicht!
Eisenbaer (20.02.2009, 13:51 Uhr)
Sicher, Atlantis muss im Atlantik liegen...
Viel wahrscheinlicher ist, dass das legendäre Atlantis im heutigen Mittelmeer liegt. Und dass seine Überflutung mit dem Bruch der Landbrücke zwischen Afrika und Europa zusammen hängt. Einige Vermutungen gehen dahin, dass es sich bei Atlantis um eine weitere Landbrücke bestehend aus dem großen Plateau zwischen Sizilien und Nordafrika gehandelt haben könnte. Und dass neben Sizilien auch Malta, Lampedusa, usw. die letzten Überreste dieser versunkenen alten Welt darstellen. Gut passt dazu auch, dass dort Überreste menschlichen Lebens fast mit dem Fischernetz eingesammelt werden können...
tigro (20.02.2009, 13:44 Uhr)
Ich sags ja immer wieder
- diese Inselaffen ( Engländer ) trinken einfach zu viel....
shine (20.02.2009, 13:40 Uhr)
Das kann keine Stadt sein
...den die Seitenlinien sind 140-160 km lang. So groß war wohl Atlantis niemals. Und Strassen können es auch nicht sein, denn welche Städte hätte es denn wohl miteinander verbinden sollen und noch dazu gitterförmig. Das mit den Sonarartefakten klingt da schon eher plasuibel...
Atropos (20.02.2009, 13:29 Uhr)
Das ist doch ein alter Hut...
So wie ich weiss hat eine Expedition die den Meeresboden erkundet hat, das schon lange entdeckt. Nicht einmal Sedimetablagerungen waren dort zu finden, sodern einfach nur eine nackte "Gesteinsoberfläche". Seltsam, aber so steht es geschrieben...
provocateur (20.02.2009, 12:49 Uhr)
Google winkt ab...
Ein Google-Sprecher dazu:
'In this case, however, what users are seeing is an artefact of the data collection process.
'Bathymetric (or sea floor terrain) data is often collected from boats using sonar to take measurements of the sea floor.
'The lines reflect the path of the boat as it gathers the data.
Aber was ist mit dem rhombenförmigen Gebilde direkt südlich von Madeira. Ist klar abgegrenzt mit einer deutlichen Erhebung in der Mitte?!?
onkel.erwin (20.02.2009, 12:44 Uhr)
Ja nee is´klar.
Und ich habe zuhause eine Kokosnuss, auf der kann man das Bildnis der Jungfrau Maria erkennen...
provocateur (20.02.2009, 12:35 Uhr)
Faszinierend...
Also entweder ist das ein Fake, um Google-Ocean zu promoten oder das ist die größte Entdeckung seit Tut-Ench-Amun. Eben mal gegoogelt und es ist wirklich einfach zu finden. Außerdem gibt es rechts davon noch weitere, größere Strukturen, die in ihrer Geometrie kaum zufällig sein können. Im Norden sieht man eine große Kante, könnte eine Rißkante sein. Vielleicht ist ja was dran und die komplette Region war früher mal Land und hat sich durch was auch immer 3000 Meter tief gesenkt. Faszinierend!!!
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