Das gehörnte Seemonster von Villarico

23. August 2013, 11:55 Uhr

Vier Meter lang und riesige Hörner: Eine Spanierin hat am Strand von Villarico den Kadaver einer gehörnten Seeschlange entdeckt. Jetzt rätseln Biologen über die Herkunft des Meeresmonsters.

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Meer, Monster, Schlange, Kadaver, Villarico, Spanien

An der Küste des spanischen Dorfs Villaricos wurde der Kadaver eines etwa vier Meter langen Meeresungetüms mit Hörnern angespült. Eine Strandbesucherin entdeckte zuerst einen Teil des Biests und verständigte dann die Behörden, die anschließend den restlichen Kadaver an Land zogen und das Gebiet weiträumig absperrten. Nach Berichten der spanischen Nachrichtenseite "ABC de Sevilla" verströmte das "gehörnte Seemonster", wie es von einigen Medien genannt wird, einen unangenehmen Geruch und befindet sich bereits im Verwesungsstadium. Deshalb wurde ein Großteil des Tiers mittlerweile im Sand vergraben.

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Der Kadaver des bislang unbekannten Seemonsters©

"So etwas haben wir noch nie gesehen"

"Es hat die Form einer Schlange", erzählt María Sánchez vom spanischen Katastrophenschutz "ABC". "Es erinnert an einen Drachenfisch aus Afrika, der vielleicht von der Strömung mitgerissen wurde." Andere Experten vermuten, es könnte ein seltener Hai oder ein riesiger, exotischer Fisch sein. Um welches Tier es sich genau handelt, ist bislang unbekannt. Zuletzt verkündeten spanische Behörden am Montag, dass die Untersuchungen noch weiter andauern.

Vor allem die Hörner verwirren Meeresbiologen: "Niemand von uns kennt irgendetwas im Meer, was Hörner hat. Wenn ich mir die Bilder anschaue, bezweifle ich sogar, dass sie überhaupt zum Kadaver gehören", so ein Sprecher der spanischen Gesellschaft für Meeresbiologie gegenüber der britischen Zeitung "Dailymail". Ein langer Schlangenkörper mit Hörnerkopf - der Leichnam erinnert an Monsterfilme und mythologische Wesen aus griechischen Sagen.

"Vielleicht können wir die Knochen untersuchen und so mehr herausfinden", sagte Paco Toledano, ein Sprecher der Naturschutzorganisation Promar, dem Blog "Inexplicata". "Doch eine genetische Untersuchung ist teuer, und wer bezahlt uns das? Auf jeden Fall haben wir so etwas wie das noch nie gesehen."

Meeresbiologen rätseln über die Herkunft

Gary Griggs, Direktor am Institut für Meereswissenschaften an der Universität von Kalifornien, hat eine eigene Erklärung für die Herkunft des Ungetüms. "Basierend auf meinen umfangreichen Erfahrungen als Ichthyologe (Fischexperte, Anm. d. Red.), ähnelt der Kadaver einem Sensen- oder Riemenfisch", sagte er der "Huffington Post". Schon früher seien diese Fische dem Experten zufolge mit Seeschlangen verwechselt worden. Der längste bislang entdeckte Riemenfisch war fast elf Meter lang. Die Tiere wurden bislang nur extrem selten lebendig gesichtet.

"Jeder liebt Geschichten über Drachen und Seeschlangen, und auch wenn dieses Ungetüm absonderlich wirkt, glaube ich nicht, dass es sich um eines von beiden handelt", erzählt Giggs der "Huffington Post".

cf
 
 
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