Alfa Romeo Einer von 500


Bei der heutigen Massenfertigung von in der Regel mehreren 100.000 Autos pro Modell wünschen sich viele Fahrer mehr Individualität. Alfa Romeo setzte sich aus diesem Grund mit dem Tuning-Spezialisten Zender in Verbindung und rüstete den Serien-145 zu einem eigenständigen Sondermodell

Auf den ersten Blick sieht der Limited wie ein ganz gewöhnlicher Alfa 145 aus. Die keilförmige Front blieb vom Body-Lifting weitgehend unberührt. Selbst die von Alfa erwähnten weißen Blinkleuchten tun auch im Serien-145 ihren Dienst. Das an ein Dreieck erinnernde Heck wurde allerdings stärker überarbeitet. Am oberen Rand der Heckscheibe thront ein Abrisskanten-Spoiler, der für besseren Abtrieb sorgen soll. Dieses Prinzip verfolgen auch die wuchtigen Heckspoiler bei Formel 1 Boliden. Eine aus Aluminium gefertigte Auspuffblende hebt sich matt schimmernd von der tief schwarzen Karosserie ab. Der 145 Limited ist ausschließlich in dieser dunklen Farbe zu haben; vielleicht damit der blutrote Limited-Schriftzug mit Produktionsnummer am Heck und an den Seiten immer gut zur Geltung kommt.

Ein Blick auf die metallisch glänzende Mittelkonsole verrät schon wieder in knallroten Buchstaben, dass es sich um den Limited handelt. Das grenzt schon an Penetranz! Die Italiener scheinen sich in den Werkstoff Aluminium verliebt zu haben: Nicht nur die Pedale plus Ablageblech für den linken Fuß bestehen aus dem Leichtmetall; nein, auch die Umrandungen für die inneren Türgriffe und der Schaltknauf schimmern in mattem Alu-grau. Das Lenkrad zeigt sich in schwarzem Leder mit kirschroten Nähten. Diese Lederkombination findet sich auch am Schaltknauf für das Fünfgang-Getriebe.

Zu einem Sondermodell gehört auch eine Sonderausstattung. Der 145 Limited macht da im Prinzip keine Ausnahme. Eine Klimaanlage sorgt stets für kühle Köpfe. Die Fenster öffnen und schließen sich auf Knopfdruck. Die hinteren Seitenscheiben lassen sich manuell ausstellen. Eine Funkfernbedienung übernimmt das Entriegeln der Türen und die serienmäßigen Veloursfußmatten präsentieren stolz das Alfa-Romeo Emblem in silber. Vielleicht weil Alfa-Motoren für ihren beherzten Sound bekannt sind, sucht man im Limited vergebens nach einer Audio-Anlage. Für ein einfaches Radio mit Kassettenteil und vier Lautsprechern verlangen die Südländer stolze 790 Mark. Das Sicherheitspaket mit vier Airbags, ABS und Gurtstraffern kostet dagegen keine Mark extra.

Die Frage des sportlichen Antriebs beantwortet Alfa Romeo auf gewohnte Weise: Drei bekannte Triebwerke stehen zur Wahl. Den Einstieg repräsentiert der 1,4 L Benziner mit einer Leistung von 76 kW/103 PS. Mit dieser Maschine spurtet der Italiener in flotten 11,2 Sekunden auf die Tempo 100 Marke. Die rote Tachonadel huscht bei der Fahrt auf der Autobahn bei Bedarf bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von 185 km/h über das Ziffernblatt. Damit der 145 dabei nicht hilflos ins Zappeln gerät, spendiert Alfa ein hart abgestimmtes Fahrwerk. Der Durst des 1,14 Tonnen schweren Kompaktsportlers hält sich mit durchschnittlich 7,9 Litern Super-Benzin auf 100 Kilometer noch im Rahmen.

Wer es noch schnittiger mag, kann alternativ zum 1.6 L Triebwerk greifen. Allerdings wird der Limited mit dem 88 kW/120 PS starken Benzinmotor nur unwesentlich schneller. Die Beschleunigung verbessert sich um eine Sekunde; die Höchstgeschwindigkeit steigert sich um 10 km/h. Dynamischen Sparcharakter verbreitet der 1.9 Liter Turbodiesel (77 kW/105 PS). Bei nahezu gleichen Fahrleistungen wie der 1.6 Benziner, verbraucht das moderne Common-Rail Triebwerk nur durchschnittlich 5,7 Liter Diesel auf 100 Kilometer.

Eigenständig gibt er sich, der Alfa Romeo 145 Limited. Seine zahlreichen, besonderen Ausstattungsdetails verhelfen ihm zu einem prestigeträchtigen Image. Die Tatsachen, dass der sportliche Südländer nur 500 Mal zu haben ist und dass er dieses auch schamlos zur Schau stellt, dürften ihn für Individualisten interessant machen. Der Kaufpreis variiert von 34.780 Mark für den 1.4 L bis zu 38.270 Mark für den 1.9 JTD. Für ein vergleichbares Serienmodell müssten auf jeden Fall rund 2.500 Mark mehr berappt werden. Da der Limited exklusiv vom Interessenten bestellt wird, genießt dieser auch das Privileg über die Motorisierung zu entscheiden. So wird von dem "Alfioso" selber bestimmt welche Limited-Nummer mit welchem Motor eine Symbiose eingeht. Ganz schön individuell!!


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