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Aston Martin DB9 Volante: Englischer Aufschneider

Inzwischen äugt nicht nur die Konkurrenz aus Zuffenhausen nervös ins englische Gaydon. Aston Martin stellt einen rassigen Sportler nach dem anderen vor. Ab 2004 gibt's ein neues Cabrio.

Als Dr. Ullrich Bez vor gut drei Jahren das Steuer bei Aston Martin in die Hand nahm, zweifelten viele an der Zurechnungsfähigkeit des Schwaben. Die Ford-Tochter schlingerte von Rekordverlust zu Rekordverlust, ein Aston Martin war längst kein bewunderter Sportwagen mehr. Und Bez? Der verkündete trotzig, dass er in spätestens fünf Jahren in einer Liga mit Porsche zu spielen gedenkt. Selten so gelacht.

Kehrt Aston Martin mit dem DB9 zurück zu alter Stärke?

Aufmerksamkeit und Ehrfurcht

Inzwischen äugt nicht nur die Konkurrenz in Zuffenhausen nervös ins englische Gaydon. Astons erster Streich, der V12 Vanquish, sorgte für Aufmerksamkeit, nicht für Ehrfurcht. Kein Wunder, bei einem Preis von 220.000 Euro pro Stück und einer Jahresproduktion von nur 300Fahrzeugen. 2.000 Fahrzeuge will Bez vom DB9 jedes Jahr verkaufen. Das wird klappen. Die Vorstellung des 150.000 Euro teuren 12-Zylinder-Coupés auf der IAA in Frankfurt in diesem Jahr klappte bestens, die erste Jahreproduktion ist beinahe ausverkauft.

450 offene PS

Auf der Detroit Motor Show im Januar legt Aston Martin nach. Mit dem DB9 Volante geht die offene Version des 450 PS starken Boliden an den Start. Überrascht ist davon niemand. Schon in Frankfurt wurde heftig über ein Cabrio spekuliert. So eine gelungene Karosserie darf einfach nicht mit einem festen Dach entstellt werden.

Bekannter Look

Dementsprechend wenig haben die Ingenieure von der Insel am Auftreten des DB9 verändert. Auch der Volante blickt aus spitz zulaufenden Scheinwerfern auf den Asphalt, der riesenhafte Chrom-Kühlergrill outet den Engländer als echten Kilometerfresser. Lediglich die Frontscheibe steht flacher, um im Fall eines Überschlags die Passagiere auf den Vordersitzen besser schützen zu können. Hinten übernehmen diese Aufgabe zwei ausfahrbare Überrollbügel.

Leder, Holz und Aluminium

Auch unter der Haube vertraut die Traditionsmarke auf bekannte Werte. 450 PS aus 12 Zylindern, sechs Liter Hubraum und 300 Sachen Spitze. Gesessen wird auf komfortablen Leder-Sportsitzen, jeder Stich von Hand ausgeführt. Plastik findet sich, außer an der Soundanlage, kaum. Aluminium-, Holz- und Magnesiumbauteile bedecken besonders beanspruchte Bereiche des Cockpits.

Das dick gefütterte Stoffdach öffnet sich per Knopfdruck und verstaut sich innerhalb von 17 Sekunden unsichtbar in einer Wanne hinter den Rücksitzen. Undenkbar, die feinen Linien des Engländers durch eine Persenning zu stören.

Jeder zweite verkaufte DB9 soll ein Volante sein. Mindestens. Was er kosten soll, möchten die Engländer noch für sich behalten. 15 - 20 Prozent Aufpreis zum DB9 sollte man aber einplanen. Mindestens.

Nach der Präsentation in Detroit hat die Konkurrenz ein Jahr Ruhe. Die Zeit sollte sinnvoll investiert werden. 2005 kommt der V8 Vantage, der kleine Aston. Ein echter Porsche-Killer für 110.000 Euro.

Jochen Knecht

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.