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AUTO: Mit dem »Leuchtenden« in die Zukunft

Jetzt ist es raus: Der neue Luxus-VW, bisher nur unter dem Namen »D1« bekannt, wird offiziell als »Phaeton« aus der Gläsernen Manufaktur zu den Händlern gleiten.

Jetzt ist es raus: Der neue Luxus-VW, bisher nur unter dem Namen »D1« bekannt, wird offiziell als »Phaeton« (sprich »Fäton«) zu den Händlern gleiten.

Das gab der scheidende VW-Chef Ferdinand Piech während eines Festaktes anlässlich der Eröffnung der Gläsernen Manufaktur in Dresden bekannt. Die bis zu 200.000 Mark teuere Limousine wurde bisher unter strengster Geheimhaltung entwickelt. Piech betonte während seiner Rede vor allem die bedeutende Rolle, die dem »Phaeton« zukommt. Er dokumentiere den Anspruch VWs, in die automobile Luxusklasse vorzudringen.

Griechische Mythologie

Den ungewöhnlichen Namen hat Volkswagen sich aus der griechischen Mythologie entliehen. Dort ist Phaeton (übersetzt »der Leuchtende«) als Sohn des Sonnengottes Helios bekannt.

356 Millionen

Die Gläserne Fabrik in der Dresdner Innenstadt entstand in fast zweijähriger Bauzeit und kostete rund 365 Millionen Mark. Bei voller Auslastung sollen dort bis 800 Mitarbeiter beschäftigt sein. Kunden sollen in der gläsernen Fabrik dabei zusehen können, wie das von ihnen bestellte Auto montiert wird. Bisher sind die Mitarbeiter in Dresden noch damit beschäftigt, 250 Vorserienmodelle des »Phaeton« zu bauen.

VW-Dickschiff

Neben dem mächtigen 12-Zylinder-Motor, der schon in der VW-Supersportsudie W12 für diverse Rekorde sorgte, wird im neuen VW-Flaggschiff auch noch ein bärenstarker 10-Zylinder-Dieselmotor Platz finden. Selbstverständlich soll das Dickschiff dank Luftfederung und optionalem Allradantrieb über die Straßen gleiten, nicht fahren.

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Edel, edel, edel

Im Innenraum möchte VW so ziemlich alles verbacken haben, was in eine Limousine der Oberklasse hineinpasst: Infocenter mit zentralem Farbbildschirm, zugfreie Vier-Zonen-Klimaanlage, Wurzelholz, edelstes Leder und weitere elektronische Spielereien.

Unglücklicher Name?

Ob das VW-Monster jemals den prolligen Ruf eines VW Passat W8 loswerden wird hängt ganz davon ab, ob Premium-Kunden tatsächlich dazu bereit sind, einen VW im Luxus-Segment zu akzeptieren. Doch selbst ein Scheitern von Ferdinand Piech Vorzeigeprojekt ließe sich erklären: »Phaeton« war in der griechischen Mythologie keine glückliche Rolle zugedacht. Der leuchtende Göttersohn wurde nämlich von seinem Vater ins Meer befördert, als er mit dessen Sonnenwagen zu nahe an die Erde herangerast war und dabei fast einen Weltenbrand ausgelöst hätte.

Noch mehr Namen

Nach Informationen das Magazins »auto motor und sport« ist der »Phaeton« nicht der einzige Namens-Neuling, im Hause VW. Der in Zusammenarbeit mit Porsche entwickelte Geländewagen wird, so das Blatt, nicht Colorado sondern Tuareg heißen. Weiter steht wohl auch schon ein Namen für den Supersportler W12 fest: Der soll als VW Nardo über die Piste heizen.

Von Jochen Knecht

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