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VW Phaeton: Oberklasse süß-sauer

Der Phaeton gehört zweifellos zu den besten Automobilen der Welt, nur kaufen ihn zu wenige, findet zumindest VW. Ein letzter Feinschliff soll das Flaggschiff wieder auf Kurs bringen - und vor allem Chinas Millionäre locken.

Von Michael Specht

Deutsche Manager, Vorstände und Firmenbosse zählen wahrlich nicht zu den Lieblingskunden von Volkswagen. Das ärgert die Wolfsburger Autobauer. Denn mit dem Phaeton hat man einen Luxusmobil im Angebot, der den Konkurrenten Mercedes S-Klasse, BMW-Siebener und Audi A8 in nichts nachsteht und manches sogar besser kann. Doch Image und Status werden hierzulande noch immer über Stern, Niere und Ringe im Kühlergrill transportiert, nicht über das VW-Emblem. Daran konnte seinerzeit selbst Bundes(Auto)kanzler Schröder nichts ändern, der als einer der wenigen Politiker den Phaeton zu seinem Dienstwagen wählte. Die Verkaufszahlen blieben und sind noch immer unbefriedigend. Mercedes und BMW setzen von der S-Klasse und dem Siebener jeweils mehr als dreimal so viele Einheiten ab und spülen Geld in die Kassen der Konzerne. Weltweit betrachtet sieht die Phaeton-Position noch schlimmer aus. Das Verhältnis liegt bei rund zehn zu eins.

Nächster Phaeton kommt 2013

Doch die Volkswagen-Strategen bleiben gelassen. Man hat einen langen Atem und hält am Phaeton fest. Dies bestätigte auch Martin Winterkorn: "Ja, es wird einen Nachfolger geben." Wann genau, ließ der VW-Chef allerdings offen. Doch 2013 gilt als ausgemacht. Dann soll der Phaeton auch wieder in den USA verkauft werden, nachdem ihn dort der früherer Vorstandsvorsitzende Bernd Pischetsrieder 2006 wegen Erfolglosigkeit vom Markt genommen hat. Geplant ist zudem eine Hybridversion.

Ihre größten Hoffnungen auf mehr Verkäufe setzen die Wolfsburger jedoch auf China. Ein Grund, warum man ausgerechnet hier die Fahrpräsentation des jüngst überarbeiteten Topmodells stattfinden ließ. Für VW ist China eine Art "Boom-Country", und ein finanzielles Füllhorn. Die Wachstumsrate der Wolfsburger liegt im Reich der Mitte gegenüber dem Vorjahresquartal bei gigantischen 60,9 Prozent. China gilt als der am schnellsten wachsende Luxusmarkt, mit einer höchst anspruchsvollen Käuferschaft. 1190 reiche Chinesen entschieden sich im vorigen Jahr bereits für den Phaeton. "Dieses Jahr wollen wir die 3000 schaffen", sagt Frank Thomas, der Leiter des Produktmarketings. Ein ambitioniertes Ziel. Es wäre gut die Hälfte der gesamten Produktion.

Gesicht im neuen Familien-Look

Gute Anlagen hierzu hat der Phaeton allemal. Erst recht nach dem Facelift. 800 Teile haben die VW-Leute im Zuge der Modellpflege angeblich geändert. Sichtbar ist dies am deutlichsten an der Front. Der Grill steht aufrechter, ist dreidimensional ausgeformt und trägt das neue Familiengesicht. Die Flanke erhielt schärfere Konturen – hierzu mussten sogar die Presswerkzeuge geändert werden – und das Heck bekam neue Rückleuchten im zeitgemäßen LED-Design. Insgesamt steht der Phaeton optisch breiter auf den Rädern und wirkt auch ohne Deko-Elemente sehr luxuriös.

Innen besser als Rolls-Royce

Innen gleicht das VW-Topmodell weiterhin einer edlen Lounge. Die Auswahl der Materialien und deren handwerkliche Verarbeitung bleiben außergewöhnlich. "Wir sind besser als Rolls-Royce", versichert Phaeton-Projektleiter Robert Schmidt-Hebbel. Die Ledernähte sitzen auf den Zehntel Millimeter genau, jedes Detail ist präzise eingepasst und haptisch eine Wohltat. Und weil der ehemalige VW-Vorstandsvorsitzende und "Vater" des Phaeton, Ferdinand Piech, keine Zugluft mag, konstruierten seine Ingenieure eine Klimaautomatik, die noch immer als die feinste der Welt gilt. Nach Erreichen der gewünschten Temperatur schieben sich geräuschlos Edelholzabdeckungen automatisch über die Ausströmgitter und sorgen nicht nur für optische Ruhe im Cockpit, sondern auch für eine zugfreie indirekte Belüftung.

Saftige Importsteuer in China

Während deutsche Kunden den Phaeton zu 90 Prozent mit dem 240 PS starken Dreiliter-Diesel bestellen (ab 66 500 Euro) und sich über das hohe Drehmoment (5oo Nm) und den niedrigen Verbrauch (8,5 Liter) freuen, setzen die Chinesen in dieser Fahrzeugklasse ausschließlich auf Benziner. Prestigeversessen würden sie am liebsten den weiterhin angebotenen Sechsliter-W12 unter der Haube fahren. Doch in den meisten Fällen "zwingt" der Staat sie zur Einstiegsversion, dem 3,6-Liter-FSI. Denn die chinesische Regierung belegt Import-Modelle, nach Hubraum gestaffelt, mit einer teils saftigen Kaufsteuer. Zwölfzylinder-Phaeton-Kunden trifft sie besonders schmerzhaft – mit rund 60 000 Euro.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.