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VW Passat 2014: Biedermann im Armani-Dress

Der neue Passat rollt an. Mit der Konkurrenz von Opel und Ford beschäftigt er sich gar nicht erst: Der Marktführer macht Oberklassenfeeling für Familien und Außendienstler erschwinglich.

Von Gernot Kramper

Ab November muss sich die Mittelklasse-Konkurrenz auf ein Erdbeben gefasst machen. Dann kommt der neue Passat als Limousine und als Kombi auf den Markt. Die Massenhersteller Opel und Ford halten dann mit Modellen dagegen, die deutlich in die Jahre gekommen sind. Doch der neue Passat zielt nicht in erster Linie auf die Volumenhersteller, er greift BMW, Audi und Mercedes an.

Die letzten Versionen von Polo und Golf konnten das Niveau in ihrem Marktsegment jeweils ein Klasse nach oben schieben, und das gleiche macht der Passat. Das Design wurde konsequent auf eine entschlossene Eleganz hin entwickelt, die sich schamlos am Luxusmodell Phaeton bedient. Damit ist der Passat immer noch nicht der schönste Wagen im Land, aber die Zeiten des rundlichen Biedermanns sind vorbei. Der Passat attakiert die Konkurrenz mit einer Flut von Innovationen, die es mit den Premiumkonkurrenten von BMW, Audi und Mercedes aufnehmen können. Dazu zählen: LED-Scheinwerfer, Head-Up-Display, animiertes Cockpit, Massagesitze und eine Vielzahl von Assistenzsystemen. "Wir sprengen die Klassengrenzen", sagt Volkswagen Entwicklungsvorstand Heinz-Jakob Neußer.

Bei fast gleicher Größe nimmt der Besteller in der Mittelklasse bis zu 85 Kilogramm ab. Das Motorenangebot der als Fronttriebler und Allradler erhältlichen Passat-Generation Nummer acht liegt zwischen 122 PS und 280 PS. Die Triebwerke wurden dabei durchschnittlich um 20 Prozent sparsamer. Ein große Leistung, denn es ist nicht die erste Sparrunde im Motorenbau. Technisches Highlight ist der neue leistungsstarke Diesel. "Wir sind mit unserem doppelt aufgeladenen Zweiliter-Diesel mit 3,8 bar Ladedruck 240 PS und 500 Nm weit gesprungen", so Entwicklungsleiter Jörg Kahrstedt, "er verbraucht 5,3 Liter." Die Volumendiesel leisten 150 sowie 190 PS und geben sich mit etwas mehr als vier Litern zufrieden.

Für alle, die sparen wollen, sich aber mit einem Diesel nicht anfreunden können, folgt im Herbst 2015 ein 211 PS starker Plug-In-Hybrid. Er fährt 50 Kilometer rein elektrisch. Und soll ähnlich wie der VW Golf GTE rund 1,5 Liter verbrauchen. In einem typischen Langstreckenfahrzeug wie dem Passat, wirkt ein Plug-In-Hybrid allerdings nicht so überzeugend, wie in einem Citycar.

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Bei den Komfort und Sicherheitssystemen trumpft Volkswagen auf. Selbst eine Mercedes S-Klasse hat kaum mehr Assistenzsysteme. Der VW Passat hält zukünftig im Stau ohne Zutun des Piloten die Spur und koppelt selbst Anhänger fast selbsttätig an. Der neue Baukasten ermöglichst mehr Platz im Innenraum und das Ladeabteil des VW Passat Variant schluckt nun 650 Liter. Erhältlich ist der VW Passat unverändert in den drei Ausstattungsvarianten Trendline, Comfortline und Highline.

Preislich geht es für den VW Passat 1.4 TSI als Limousine für 25.875 Euro los. Das sind 550 Euro mehr als bisher, angesichts der besseren Serienausstattung soll der Wagen sogar günstiger sein. Der identische VW Passat Variant startet mit etwa 1000 Euro Aufpreis bei 26.950 Euro.

Gernot Kramper mit Agenturen

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