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VW Passat Limousine: So schön kann doch kein Passat sein

Die Passat Limousine – das war einst ein Wagen für Oma und Opa. In der aktuellen Version sieht der Passat markanter und konzentrierter denn je aus und führt dabei vor, wie souverän ein Butter-und-Brot-Auto heutzutage sein kann.

Die Passat Limousine – das war einst ein Wagen für Oma und Opa. Der Variant galt zwar auch nicht als Gefühlsrakete, konnte aber immer mit praktischen Qualitäten punkten. Aber nun steht die neue Limousine auf dem Parkplatz. Und? Ist der Passat immer noch die "Schlaftablette des Modellprogramms"? Nein, der überarbeitete Passat ist in edler Wagen für Anzugträger, die eine kühle Eleganz zu schätzen wissen. Nach dem Facelift trägt er nun auch das neue Markengesicht und die scharfen Linien bekommen ihm besser, als der barocke Chromgrill des Vorgängers. Eckige Polygon-Frontscheinwerfer blicken konzentrierter als die Kulleraugen des Vorgängers. Obwohl sich an den Proportionen des Fahrzeugs wenig geändert hat, wirkt er doch deutlich straffer.

Kaum ein Limit nach oben

Im Innenraum empfängt einen die Businesswelt von Volkswagen exakt so, wie es die Brieftasche zulässt. Schon die Einstiegsversionen sind solide, aber bei ihnen gilt das Wort "arm aber sauber". Am Einstiegspreis von unter 25.000 Euro sollten sich nur Puristen orientieren. Mit zunehmenden Budget nötigt der Passat dann immer mehr Achtung ab. VW will im Passat Features aus der Oberklasse demokratisieren. Das gelingt durchaus. Immer mehr Assistenten treiben den Preis zwar nicht in den Bereich der Oberklasse, aber doch in sehr luftige Höhen. Kleiner Trost: Auch ohne jedes Extra ist es in diesem Wagen extrem ruhig. Wind und Laufgeräusche werden so reduziert, so wie man es vor Jahren nur in der Oberklasse erwarten konnte. Im Fahrverhalten sucht VW gekonnt das Heil in der Mitte. Der Wagen fährt direkt und exakt, hält sich mit sportlicher Härte jedoch zurück.

Sparsam,e Sache

Als Antrieb des Testwagens wurde ein 170-PS-TDI-Diesel gewählt, kombiniert mit dem DSG-Getriebe. Der Motor könnte vielleicht eine Nummer kleiner sein, so reicht er in jeder Lebenslage vollkommen aus. Auf das DSG-Getriebe möchte man dagegen nicht verzichten. Zu dem souveränen Innenraum und der fast lautlosen Fortbewegung passt der Handschalter nicht recht. Eine Start-Stopp-Automatik und ein System zur Bremsenergie-Rückgewinnung sind beim Diesel immer mit dabei, mit ihnen ist ein Verbrauch in der Praxis von wenig weniger als sechs Litern möglich. Der Normverbrauch wird sogar mit 4,6 Litern angegeben. In 8,2 Sekunden ist der Spurt auf Hundert möglich. Die Spitzengeschwindigkeit liegt bei 213 km/h. Den großen Diesel gibt es ab 30.000 Euro, mit DSG und angemessener Ausstattung wird man allerdings 40.000 Euro erreichen.

Am Ende doch lieber den Variant

Die Passat Limousine ist nach dem großen Facelift 2010 noch erwachsener geworden und muss sich vor dem Vergleich mit den Premiumfahrzeugen nicht verstecken. Schärfster Konkurrent in Deutschland bleibt jedoch der eigene Variant und daran kann auch diese Version nichts ändern. Ein VW-Kunde entscheidet immer auch mit dem Verstand und der sagt: Wer braucht eine derart große Limousine? Im eigenen Haus lockt der knackige Jetta. Praktischer bleibt immer der Variant, für 1000-Euro-Aufpreis werden sich alle Familien und auch Dienstwagenfahrer mit Anhang für ihn entscheiden.

Gernot Kramper
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