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Autobahn-Maut: Pleiten, Pech und skurrile Pannen

Die deutschen Spediteure kann in Sachen Maut inzwischen kaum noch etwas erschüttern. Die ersten Klagen gegen Toll Collect sind unterwegs. In der Zwischenzeit gibt es genügend Vorfälle, die LKW-Fahrern und Spediteuren den Tag versüßen.

Offiziell muss jeder Brummi auf deutschen Autobahnen ab dem zweiten November Maut bezahlen. Offiziell sollte allerdings auch letzten Freitag der Probe-Betrieb des High-Tech-Systems starten. Die deutschen Spediteure kann in Sachen Maut inzwischen kaum noch etwas erschüttern. Die ersten Klagen gegen Toll Collect sind unterwegs. In der Zwischenzeit gibt es genügend Vorfälle, die LKW-Fahrern und Spediteuren den Tag versüßen.

Barbara Rauch, Pressesprecherin vom Deutschen Speditions- und Logistikverband e.V. (DSLV), hat die skurrilsten Pannen gesammelt:

- Teures Rangieren

Die Betriebshöfe von vielen Speditionen liegen direkt neben der Autobahn. Das spart Zeit, kann allerdings teuer werden. Dem DSLV liegt inzwischen die Beschwerde eines Spediteurs vor, dessen Grundstück direkt neben einer so genannten Maut-Brücke an der Autobahn liegt. Aus diesem Grund zeichnen die Onboard-Units (OBU) in den LKWs auch auf dem Betriebshof fleißig jeden gefahrenen Meter auf. Je nach Größe des Grundstücks kann die Rangiererei teuer werden.

- Kilometer sparen

Einige Fahrer berichten, dass ihre OBU rückwärts zählt. Der Grund: Bauarbeiten. Vor allem im Bereich von Großbaustellen wird der Verkehr oft über die Gegenfahrbahn geleitet, die LKWs fahren in entgegengesetzter Richtung unter den Mautbrücken durch und die OBUs zählen rückwärts.

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- Endlose Autobahnen

Viele OBUs ignorieren scheinbar auch das Ende von Autobahnen. Einige Fahrer berichten von OBUS, die auch nach dem Verlassen der Autobahn fleißig Kilometer berechnen.

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- Wie breit ist eine Autobahn

Pech haben auch die Fahrer, die eine Bundesstraße parallel zur Autobahn benutzen. Die OBU zählt weiter. Offenbar sind die Sensoren der Maut-Brücken so sensibel eingestellt, dass sie auch Daten empfangen, wenn sich ein LKW neben der Fahrbahn befindet.

- Keine Pausen bitte!

Hat man die Fahrtroute in die OBU eingegeben, arbeitet der schwarze Kasten selbstständig. Wenn man kein Gerät erwischt hat, das bei ausgeschalteter Zündung (Tanken, Pausen) alle gespeicherten Daten "verliert".

- Keine Autobahn

Viele OBUs haben scheinbar Mitleid mit finanziell angeschlagenen Speditionen. Einige Unternehmen berichten von einer Anzeige, die man mitten auf der Autobahn gerne sieht: "Mautfreie Strecke".

Der DSLV bezeichnet die Maut inzwischen nur noch als "Flop des Jahres". "Vor diesen Problemen haben wir bereits am 19.05.2003 gewarnt", blickt Barbara Rauch zurück. "Vor genau 104 Tagen..."

Jochen Knecht
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