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Mobilität Berlin: Fahrräder dürfen bald kostenlos auf Parkplätzen für Autos geparkt werden

In einer Parklücke zwischen zwei Autos steht ein Fahrrad
Ab Januar dürfen auf Parkplätzen auf der Straße in Berlin auch Kleinfahrzeuge wie Fahrräder, E-Scooter und Motorräder kostenlos stehen
© Imago
Ab Januar soll es in Berlin erlaubt sein, Fahrräder, Motorräder, Mopeds und E-Scooter kostenlos auf Parkplätzen für Autos abzustellen, um mehr Platz auf Fußwegen zu schaffen. Für Autofahrer:innen soll parken teurer werden.

In Berlin sollen Fahrradfahrer:innen ab Januar kostenlos ihre Fahrräder abstellen können. Dasselbe gilt auch für Motorräder, Mopeds und E-Scooter. Gleichzeitig sollen Parkgebühren für Autos angehoben werden – je ein Euro mehr pro Gebührenstufe. Das hat die Berliner Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz am Dienstag mitgeteilt.

Damit sollen vor allem Fußwege von Fahrrädern und anderen kleinen Fahrzeugen wie E-Scootern befreit werden, wo diese zu Hindernissen würden, hieß es aus der Verkehrsverwaltung des Senats. "Das Ziel unserer gesamten Mobilitätswende ist ja, dass wir den öffentlichen Raum anders verteilen: Mehr Platz für den Umweltverbund, weniger Platz für Autos." sagte Verkehrssenatorin Bettina Jarasch (Grüne) gegenüber dem rbb. Während das Abstellen von Fahrrädern auf Gehwegen grundsätzlich weiterhin möglich sein soll, sollen E-Scooter laut Jarasch nach einer Übergangsfrist ganz von Fußwegen verschwinden. Danach sollen sie nur noch an Sammelstellen und auf Parkplätzen abgestellt werden dürfen. 

Reaktionen auf Vorhaben des Berliner Senats gespalten

Es gibt allerdings einige Feinheiten bei der neuen Park-Regelung, die es zu beachten gilt, wie die "Berliner Zeitung" berichtet: Wenn Fahrräder zum Beispiel in der Dunkelheit auf Parkplätzen abgestellt werden, müssen sie durchgängig beleuchtet sein. In zweiter Reihe parken ist auch für Fahrräder, Motorräder, Mopeds oder E-Scooter nicht erlaubt. 

Die Reaktionen auf das Vorhaben sind gespalten. Während auf Twitter einige User:innen die Entscheidung als einen Beitrag zur Verkehrswende loben, gibt es auch Zweifel an der Umsetzung. So geben viele zu bedenken, dass die abgestellten Fahrräder so leicht geklaut werden könnten, da sie nirgendwo direkt angeschlossen werden können, oder dass wütende Autofahrer:innen diese einfach wegstellen könnten, wenn sie selbst parken möchten. 

Auch der Fraktionsvorsitzende der Berliner CDU, Kai Wegner, kritisierte in der rbb24 Abendschau, das Vorhaben trage zu einem "Gegeneinander" im Straßenverkehr bei, denn es sei "ausschließlich zu Lasten der Autofahrer." Verkehrssenatorin Bettina Jarasch äußerte sich zur Kritik beschwichtigend: "Ich rechne nicht damit, dass viele Fahrräder auf Parkplätzen abgestellt werden" zitiert sie die "Berliner Zeitung". Grundsätzlich müssten alle Fahrzeuge natürlich platzsparend abgestellt werden. 

Quellen: Berliner Zeitung I, Berliner Zeitung II, rbb24, Twitter

ckön

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