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E-Mobilität Der Elektro-Pick-up Ford F-150 Lightning wird den US-Markt umkrempeln

Ford F-150 Lightning 2022
Ford F-150 Lightning 2022
© press-inform - das Pressebuero
Anfang kommenden Jahres will Ford unter dem Namen Lightning seinen F-150 auch als Elektromodell präsentieren. Nachdem Tesla den Elektrotrend in den USA gestartet hat, könnte der elektrifizierte F-150 den US-Markt tatsächlich umkrempeln. Das dürfte auch Auswirkungen auf Europa haben.

Seit über vier Jahrzehnten sind die Modelle der F-Serie von Ford, allen voran der F-150, die unangefochtenen Bestseller auf dem nordamerikanischen Automarkt. Anfang 2022 kommt das Massenmodell F-150 in den USA nun auch als Elektromodell auf die US-Straßen und die Händler können sich vor Vorbestellungen kaum retten. "Die Nachfrage ist selbst bei uns hier in Colorado viel größer, als wir es erwartet hätten", so einer der großen Ford-Händler im Raum Denver, "ansonsten tun sich die Elektroautos hier schwerer als in anderen Regionen, weil wir einen langen und harten Winter mit viel Schnee haben." Hier kann man seine Bestellung auf einen F-150 Lightning noch für die obligatorischen 100 US-Dollar platzieren, doch viele der Ford-Händler gerade in Kalifornien nehmen aktuell schon keine Vorbestellungen mehr an, weil sie keine Chance auf einen realen Liefertermin sehen. Hört sich alles ein wenig nach Tesla an, als Elon Musk mit seinem Model S vor knapp zehn Jahren die amerikanische Autowelt auf den Kopf stellte.

Vorsprung vor dem Tesla Pick Up

Musk selbst kommt mit dem lange Zeit angekündigten Tesla Pick Up aktuell nicht nach. Bereits Ende 2019 wurde er vorgestellt uns sollte in diesem Jahr die ersten Kunden erreichen. Damit wird es nichts. Zuletzt musste Elon Musk einräumen, dass sich der Elektro-Pick-Up mit Designanlehnungen an ein Geodreieck nennenswert verzögere. Vor Ende 2022 dürfte kaum ein Modell auf den Straßen surren und nach den zahlreichen Verzögerungen der anderen Tesla-Modelle befürchten einige, dass es 2023 wird, bevor der Elektro-Pick-Up in nennenswerten Stückzahlen zu den Kunden rollt, die ihn ebenfalls für 100 US-Dollar vorbestellen können. Das alles nimmt man in der Ford-Konzernzentrale von Dearborne mit viel Genugtuung zu Kenntnis, steht der F-150 Lightning trotz andauernden Halbleiterkrise zum Jahreswechsel 2021 / 2022 in den Startlöchern. Bereits Anfang September vermeldete das Blue Oval mehr als 130.000 Vorbestellungen. Wie schnell die Produktion angesichts der Halbleiterprobleme hochgefahren werden kann, ist ein anderes Thema. Massenproduktionen dürfte es frühestens im weiteren Verlauf des Jahres 2022 geben und viele Kunden bekommen ihren F-150 Lightning nach Ansicht des Ford-Dealers von der Colorado-Automeile wohl erst 2023.

"Work Horse" für den harten Einsatz

Der F-150 verkauft sich seit vier Jahrzehnten nicht zuletzt deshalb so erfolgreich, weil er nicht nur die Privatkunden, sondern auch die Gewerbetreibenden anspricht. Keine Überraschung daher, dass auch der F-150 Lightning als sogenanntes "Work Horse" unter dem Titel Lightning Pro angeboten wird. Der Basispreis für den Ford F-150 Lightning Pro mit Standard-Akku, elektrischem Allradantrieb, 426 PS und einer maximalen Reichweite von 370 Kilometern mit einer Akkuladung liegt bei knapp 40.000 US-Dollar. Für 10.000 US-Dollar mehr gibt es 563 PS, 480 Kilometer Reichweite sowie eine verbesserte Ausstattung.

Dabei ist der elektrische F-150 Lightning sowohl für die Privatkunden als auch in der gewerblichen Pro-Variante mit externen Netzsteckern für Camping oder Handwerk ein Kraftwerk für unterwegs. In der Basisversion bieten die Netzstecker 2,3 Kilowatt, bei den Topmodellen Lariat und Platinum 9,6 Kilowatt für die Versorgung von Werkzeug, Kühlaggregaten oder dem Wohnanhänger. Ford legt Wert darauf, dass der rustikale Pick Up trotz Elektroantrieb seine bekannte Robustheit und Geländegängigkeit behält, die ihn seit Jahrzehnten bei den Kunden in aller Welt und spezielle in den USA so beliebt macht. Wie beim normalen F-150 gibt es Aluminium-Karosse und Einzelradaufhängung sowie die vier Fahrprogramme Normal, Sport, Offroad und Zugbetrieb, wobei der spezielle Unterfahrschutz das mächtige Akkupaket sichert.

Günstige Preise im Vergleich zu Europa

Die meisten Vorbestellungen gingen staatenübergreifend jedoch für die normalen F-150-Lightning-Versionen ein, die ebenfalls bei 426 PS beginnen. Viele Kunden interessieren sich aktuell jedoch für die stärkere 563-PS-Variante mit 1.050 Nm Drehmoment, die bis zu 500 Kilometer ohne Nachladen zurücklegen kann. Damit diese gewaltige Leistung auf den Untergrund kommt, ist der Ford F-150 obligatorisch mit einem Allradantrieb unterwegs und kann über 4,5 Tonnen schwere Anhänger ziehen. Gut ausgestattete Privatkundenmodelle kosten als F-150 XLT weniger als 53.000 Dollar. Neben der großen Ladefläche verfügt der elektrische Ford F-150 erstmals unter der Fronthaube über einen Laderaum von 400 Litern für Gepäck, weil sich hier kein Verbrennungsmotor befindet. An der heimischen Ladesäule lädt der F-150 in einer Stunde für knapp 50 Kilometer; für eine volle Akkuladung vergehen daheim an der normalen Steckdose bis zu acht Stunden, um komplett aufzutanken. Deutlich schneller ist es an einer 150-kW-Schnellladesäule, an der US-Pick-Up in zehn Minuten für knapp 100 Kilometer erstarkt oder in 40 Minuten auf bis zu 80 Prozent seines Akkustandes kommt.

"Ford ist auf einem ehrgeizigen Weg, die Elektrifizierungsrevolution anzuführen - von der Tatsache, dass wir uns als einziger amerikanischer Automobilhersteller auf die Seite Kaliforniens gestellt haben, um die Treibhausgasemissionen zu verschärfen, bis hin zur Elektrifizierung unserer bekanntesten und beliebtesten Fahrzeuge, wie dem F-150 Lightning, dem Mustang Mach-E und dem E-Transit", sagt Ford-CEO Jim Farley, "die Kundennachfrage hat unsere Erwartungen übertroffen. Wir gehen daher davon aus, dass wir gut positioniert sind, um bis 2030 40 bis 50 Prozent unserer Verkäufe in den USA auf vollelektrische Fahrzeuge zu konzentrieren."

Kra Pressinform

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