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Oshkosh JLTV: Gepanzert, minenfest und gewaltig - das ist der Super-Geländewagen der US-Armee

Die US-Armee hat den Humvee in Rente geschickt. Der Oshkosh JLTV ist sein Nachfolger. Er ist fast doppelt so schwer wie sein Vorgänger und schützt seine Besatzung besser gegen Beschuss und Minen. Als Privat-Fahrzeug eignet er sich nicht.

Der Allradantrieb von Oshkosh wurde bereits bei 27.000 Militärfahrzeugen verbaut,

Der Allradantrieb von Oshkosh wurde bereits bei 27.000 Militärfahrzeugen verbaut,

Der Humvee ist eine Legende: Der moderne Jeep der US-Streitkräfte bildete das Rückgrat der Einsätze in und im Irak und setzte mit seiner Geländegängigkeit Maßstäbe. Bekannt wurde er allerdings vor allem durch die bei Promis beliebten Hummer-Offroader, die einige optische Elemente der Militär-Version kopierten, technisch aber ganz andere Fahrzeuge waren.

Nicht auf moderne Kriege eingestellt

Inzwischen ist der Humvee allerdings in die Jahre gekommen, nach einem zehn Jahre währenden Auswahlprozess wurde ein Nachfolger gekürt: In einem harten Wettbewerb setzte sich das Modell des US-Herstellers Oshkosh Defense gegen die Konkurrenz durch. Nicht nur AM General - Hersteller des Humvee - zog den Kürzeren, Oshkosh setzte sich auch gegen die Bethesda des Rüstungsgiganten Lockheed Martin durch. 

JLTV steht für Joint Light Tactical Vehicle . Er ist ein leichtes geländegängiges Einsatzfahrzeug für alle US-Teilstreitkräfte.  Insgesamt wird das Beschaffungsprogramm auf 30 Milliarden Dollar taxiert, dafür soll Oshkosh 50.000 Fahrzeuge für die Army und 5500 für das Marine Korps liefern.

Vom JLTV gibt es auch eine Combat-Support-Version mit kürzerer Kabine und mehr Ladekapazität.

Vom JLTV gibt es auch eine Combat-Support-Version mit kürzerer Kabine und mehr Ladekapazität.

Worin unterscheidet sich der Humvee-Nachfolger vom Vorgänger? Der Humvee wurde für den Kalten Krieg entworfen. Mit seiner tatsächlichen Rolle im und in Afghanistan war er schnell überfordert. Das ursprüngliche Modell war nämlich nicht gepanzert. Mit nachträglich montierten Stahlplatten gelang es die Kabine einigermaßen gegen den Beschuss mit Sturmgewehren zu sichern. Gegenüber schweren MG, schweren Gewehrkalibern oder auch Panzerfäusten bot der Humvee auch in einer späteren Version jedoch nie ausreichend Schutz. Vor allem aber schützte er die Besatzung nicht vor Minen oder Sprengsätzen, die auf den Fahrzeugboden einwirkten. Die Konsequenz: Bei  vielen Einsätzen wich die Truppe auf schwerere und technisch anfälligere Schützenpanzer aus.

Auch der JLTV lässt sich mit Rüstsätzen wie diesem MG-Turm ausstatten. 

Auch der JLTV lässt sich mit Rüstsätzen wie diesem MG-Turm ausstatten. 

Der JLTV soll nun ausreichend Schutz vor allem vor Minen bieten, dafür ist das Gesamtgewicht des Fahrzeugs auch fast doppelt so hoch wie das des Humvee. Der JLTV nutzt den bewährten Allradantrieb von Oshkosh und wird von einem Achtzylinder-Diesel von General Motors mit etwa 300 PS angetrieben. Das Getriebe stammt von Allision. Mit vier Passagieren kann der JLTV noch 1,6 Tonnen Ausrüstung transportieren. Seine Reichweite mit einer Tankfülllung beträgt etwa 500 Kilometer, die Höchstgeschwindigkeit 110 km/h. Der Stückpreis der Basisausführung liegt bei 250.000 Dollar, unwesentlich mehr als der Preis eines Humvee (circa 220.000 Dollar).

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Keine Flut an Gebraucht-Humvee

Derzeit können Outdoorfans kaum einen Humvee ergattern, die US-Armee nutzt die Fahrzeuge solange, bis sie vollkommen unbrauchbar sind, oder gibt sie an Verbündete weiter. Für einen Haufen Schrott mit Fahrgestellnummer werden 10.000 Euro verlangt. Daran wird sich auch kaum etwas ändern. Der JLTV wird den Humvee nach und nach ersetzen, es ist nicht damit zu rechnen, dass Tausende ausrangierter Exemplare auf den Markt drängen.

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