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Zugunsten der Reichweite Mercedes steigt bei Entwickler von Feststoffbatterien ein

Ein Mercedes-Benz EQC wird nach der Batteriemontage durch das Werk transportiert.
Ein Mercedes-Benz EQC wird nach der Batteriemontage durch das Werk transportiert. In ein paar Jahren sollen bestimmte Fahrzeuge Feststoffbatterien erhalten. (Symbolfoto)
© Sina Schuldt / Picture Alliance
Mehr Effizienz und doppelte Reichweite für seine Elektroautos: So sieht das Versprechen von Mercedes aus. Dafür hat der Autobauer eine weitere Kooperation zur Entwicklung von Feststoffbatterien geschlossen. 

Neue Batterien sollen Elektroautos künftig eine deutlich größere Reichweite ermöglichen. Dafür arbeiten Autobauer mittlerweile auch mit Batterieherstellern zusammen – und setzen zunehmend auf die erwartungsvolle Feststoffbatterie. So holt sich Mercedes nun Unterstützung aus Taiwan. Die Stuttgarter steigen mit einem "hohen zweistelligen" Millionen-Euro-Betrag in die Entwicklung der Feststofftechnologie bei Pro Logium ein.

Mercedes kündigte am Donnerstag an: "Die ersten gemeinsam entwickelten Feststoffbatterien könnten bereits in den kommenden Jahren in Mercedes-Benz Testfahrzeugen zum Einsatz kommen." In der zweiten Hälfte des laufenden Jahrzehnts sollen sie dann in ausgewählten Modellen verbaut werden. Denn bis Ende des Jahrzehnts will Mercedes vollständig zur Elektromobilität überschreiten und ausschließlich auf Elektroautos setzen, sofern es die Marktbedingungen zulassen werden.

Feststoffbatterie soll Reichweite deutlich erhöhen

Nach eigenen Angaben arbeitet Mercedes seit 2016 zusammen mit Pro Logium an der Batterieentwicklung. Mit der nun ausgebauten Kooperation verspricht sich der Autobauer, seinen Führungsanspruch in der Batterietechnologie "weiter auszubauen". 

"Effizienz und Reichweite sind die neuen Branchenmaßstäbe für Elektroautos. Die Feststofftechnologie hat das Potenzial, Größe und Gewicht der Batterie deutlich zu reduzieren", sagt Daimler-Vorstand Markus Schäfer, verantwortlich für Entwicklung und Einkauf. Vincent Yang, CEO und Gründer von Pro Logium kündigt an, die Batteriefabrik bis Ende 2022 hochfahren zu wollen. Man wolle "auf eine erfolgreiche Massenproduktion hinarbeiten", sagt er weiter.

Bei Feststoffbatterien findet der Transport der Ladung nicht mehr durch ein flüssiges Trägermaterial statt. In der Folge erhöht sich durch ein niedrigeres Gewicht der Zellen die Reichweite – und die Batterie lässt sich schneller aufladen. Mercedes ist davon überzeugt, dass sich mithilfe der Feststofftechnologie "Kosten, Skalierbarkeit und Energiedichte im Bereich der Batterien für Elektrofahrzeuge neu definieren" lassen. Demnach könne eine Feststoffbatterie die Reichweite der heutigen Lithium-Ionen-Batteriezellen nahezu verdoppeln, heißt es.

Mercedes setzt auf mehrere Batteriefirmen 

Neben der Zusammenarbeit mit Factorial Energy kooperiert Mercedes bereits mit weiteren Batterieherstellern. Ende November gab der Autobauer eine Partnerschaft mit dem US-amerikanischen Batterieunternehmen Factorial Energy bekannt. So wollen die beiden Unternehmen ebenfalls gemeinsam Feststoffbatterien entwickeln. Auch hier kündigte Mercedes an, sich "mit einem hohen zweistelligen Millionenbetrag in US-Dollar“ beteiligen zu wollen. Der Opel-Mutterkonzern Stellantis kooperiert ebenso mit Factorial Energy.

Weiter arbeitet Mercedes mit Catl zusammen, um die Produktion von Lithium-Ionen-Batterien zu fördern. Im EQS ist eine Batterie des chinesischen Batterieherstellers verbaut. Die Limousine schafft bis zu 784 Kilometer nach WLTP. Die Kooperation mit dem US-amerikanischen Batterieentwickler Sila Nanotechnologies, welcher für die Batterieentwicklung Silizium verwendet, geht bereits auf das Jahr 2019 zurück. Damals kündigten die Stuttgarter die gemeinsame Entwicklung von Lithium-Ionen-Batteriematerialien an.

Quellen: Daimler


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