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Neue Erfolgspläne Elon Musk arbeitet an Tesla-Masterplan 3: Was bisher dazu bekannt ist

Elon Musk
Tesla-Chef Elon Musk arbeitet an einem Masterplan 3
© dpa/dpa-Zentralbild/POOL | Patrick Pleul / Picture Alliance
Der Erfolg von Tesla liegt unter anderem in Elon Musks Masterplänen. Derzeit arbeitet der Tech-Milliardär an einem dritten Masterplan. Was bisher darüber bekannt ist.

"Working on Master Plan Part 3", also: "Ich arbeite am Masterplan Teil 3", twitterte Tesla-CEO Elon Musk am 17. März. Mehr schrieb er in dem Tweet jedoch nicht. Trotzdem sind ein paar Informationen über dessen neuen Pläne und Ziele bereits bekannt.

"Die Hauptthemen von Tesla werden die Skalierung auf extreme Größe sein, die notwendig ist, um die Menschheit von fossilen Brennstoffen wegzubringen, und KI (Künstliche Intelligenz)", schrieb Musk vier Tage später auf Twitter. "Ich werde aber auch Abschnitte über SpaceX, Tesla und The Boring Company einbeziehen."

Damit sorgte Musk bereits für Spekulationen. Denn es ist das erste Mal, dass sich die Pläne auf einzelne Firmen des Tech-Milliardärs beziehen. Demnach könnte er den Plan haben, seine Unternehmen zu einer Dachgesellschaft zusammen zu binden. Es ist aber auch möglich, dass er künftig eine Kooperation der einzelnen Unternehmen plant.

Klar ist: Tesla plant, weiter zu expandieren. Erst in der vergangenen Woche eröffnete das Unternehmen seine Gigafactory in Gründheide, der fünfte Produktionsstandort in den USA, in China und jetzt in Deutschland. In einer ersten Phase mit 12.000 Mitarbeitern plant Tesla die Produktion von 500.000 Autos jährlich.

Elon Musk hat Masterplan 1 bereits erreicht

Masterplan 1 und Masterplan 2 erwiesen sich praktisch als genauer Fahrplan. Den ersten Masterplan veröffentlichte Elon Musk im August 2006. Dabei formulierte er das Ziel, ein sportliches viertüriges Familienauto als zweites Modell auf den Markt bringen zu wollen, das etwa halb so viel kostet wie der Tesla Roadster. Der Verkauf des Roadster, Teslas erstem Serienfahrzeug, sollte Geld für die Produktion des zweiten Modells einbringen.

Zudem wollte Musk mit Tesla ein drittes Modell herausbringen, das noch günstiger sein sollte. Darüber hinaus beinhaltete der Masterplan 1 das Ziel, nachhaltige Energieprodukte von anderen Unternehmen zu vermarkten. "Wir werden unter anderem ein Solarpanel von Solarcity in bescheidener Größe und zu bescheidenen Preisen anbieten", schrieb der Tesla-CEO.

"Der Grund dafür, dass wir mit Schritt 1 beginnen mussten, war, dass ich mir mit dem Geld, das ich bei PayPal verdiente, nur diesen Schritt leisten konnte. Ich hielt unsere Erfolgschancen für so gering, dass ich anfangs nur mein eigenes Geld riskieren wollte", so Musk. Und weiter: "Ein Autounternehmen zu gründen ist idiotisch und ein Elektroautounternehmen ist idiotisch hoch Zwei."

Tatsächlich hat Tesla die Ziele erreicht. Denn auf den Roadster folgten das Model S, das Model X und im Jahr 2016 das Model 3. 2019 stellte der US-Autobauer dann das Model Y vor. Auch das Solargeschäft schreitet voran.

Masterplan 2 teilweise erreicht

Fast genau zehn Jahre später veröffentlichte Elon Musk den Masterplan 2. Ziel dessen war es, das Model 3, ein SUV und ein Pickup auf den Markt zu bringen. Außerdem wollte Elon Musk einen schweren Lkw und städtische Verkehrsmittel mit hoher Personendichte im Jahr 2017 vorstellen. 2017 stellte Tesla dem Semi-Truck vor, dessen Auslieferungen ins Jahr 2022 verschoben wurden. Das Model 3 und das Model X gehören inzwischen zum Fahrzeugangebot von Tesla. Der Cybertruck, ein Teslas erster Pickup soll Ende des Jahres in Produktion gehen, nachdem der Produktionsstart mehrmals verschoben wurde. Damit hat Tesla seine Ziele aus dem Jahr 2016 nur teilweise erreicht. Denn auch der neue Roadster kommt frühestens 2023.

Auch beim autonomen Fahren konnte Tesla seine Ziele noch nicht erreichen. Durch die Möglichkeit selbstfahrender Autos sollten Halter künftig Geld mit ihrem Tesla verdienen können, indem das Fahrzeug dann, wenn dessen Halter es nicht benötigt, wie ein Taxi Menschen zu einem gewünschten Zielort bringt. Konkret formulierte Musk das Ziel, ein selbstfahrendes lernfähiges Autos zu entwickeln, das zehn Mal sicherer ist als manuelles Fahren.

Der Tesla-CEO schrieb in dem Plan aber auch: "Es ist wichtig zu betonen, dass die Verfeinerung und Validierung der Software viel länger dauern wird als die Installation der Kameras, des Radars, des Sonars und der Computerhardware." Selbst wenn die Software hochgradig verfeinert und weitaus besser als der durchschnittliche menschliche Fahrer sei, werde es noch eine beträchtliche Zeitspanne dauern, bis echtes selbstfahrendes Fahren von den Aufsichtsbehörden zugelassen werde. Bisher macht der Tesla-Autopilot allerdings noch Probleme; es hat bereits mehrere Unfälle mit eingeschaltetem Autopiloten gegeben – teils auch mit tödlichem Ausgang. Auch die autonome Fahrzeugpalette ist derzeit noch nicht in Sicht.

Weiter beinhaltete auch der Masterplan 2 das Ziel, die nachhaltige Energiegewinnung voranzutreiben. Dazu plante Musk, Solarenergie durch Solardächer mit integriertem Batteriespeicher bereitzustellen, um das Ziel der Einführung nachhaltiger Energie zu beschleunigen. "Wir können das nicht gut machen, wenn Tesla und Solarcity unterschiedliche Unternehmen sind. Deshalb müssen wir uns zusammenschließen und die Barrieren abbauen, die mit der Trennung der Unternehmen verbunden sind", schrieb der Tesla-CEO. Mittlerweile verkauft Tesla ein Solardach und Hausspeicher-Batterien (Tesla Powerwall), um die Elektrofahrzeuge laden zu können.

Quellen: Tesla (1), Tesla (2), Finanzen, Techchrunch

nk

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