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Audi A3 Der schöne Bruder des Golf


Er hat lange auf sich warten lassen: Nach neun Jahren rollt der neue Audi A3 auf die Bühne in Genf. Der Kompakte ist leichter, sparsamer und edler als der Vorgänger, und er teilt die Gene der nächsten Golf-Generation.

Neun Jahre war der Audi A3 im Markt - ein geradezu biblisches Alter in dieser Fahrzeugklasse. Dennoch hat das Ingolstädter Kompaktmodell so gut wie nichts von seiner Attraktivität eingebüßt. Dies beweisen die Absatzzahlen: Weltweit über 180.000 Käufer fanden sich allein 2011, rund 1,8 Millionen seit Premiere der Baureihe 2003. Nun steht der Nachfolger auf dem Genfer Automobilsalon.

Der späte Modellwechsel hat auch seine Vorzüge. "Wir wollten neben dem modularen Querbaukasten auch die derzeit modernste Stufe bei der Elektronik und dem Infotainment integrieren", erklärt Projektleiter Frank Herrmann. Weil der Letzte jetzt einmal der Erste ist, verrät der A3 bereits viel vom kommenden Golf. Der A3 verfügt als erster Audi überhaupt über eine Chiptechnologie, die steckbar und damit update-fähig ist. Die Rechnereinheit sitzt nicht mehr zentral hinter der Mittelkonsole, sondern separat im Handschuhfach. Diese Lage erlaubte es den Designern zudem, den Armaturenträger horizontaler anzulegen und ihn dadurch leichter und luftiger wirken zu lassen. Materialien, Oberflächen und Verarbeitung sind wie von Audi gewohnt exzellent. Bislang reicht hier in dieser Klasse kein anderer Hersteller heran.

Präzises Design

Auch äußerlich steht der neue A3 besser proportioniert auf seinen Rädern und vermittelt vor allem eines: Präzision. Mit 4,24 Metern ist er genauso lang wie sein Vorgänger. Auffällig nicht nur sein reduziertes, klares Design, sondern auch die extrem engen Biege-Radien im Blech - bislang einmalig im Karosseriebau. Der Radstand wuchs um 23 Millimeter, was in erster Linie den Fondgästen zugute kommt. Eine erste Sitzprobe zeigt: Bis zu einer Körpergröße von 1,80 Meter stoßen weder die Knie gegen die Lehnen, noch der Kopf gegen die Decke. Das Kofferraumvolumen hat sich geringfügig auf 365 Liter erhöht. Serienmäßig verfügt der A3 über einen verstellbaren Ladeboden.

Stolz sind die Entwickler in ihrer Paradedisziplin Leichtbau. Um immerhin 80 Kilogramm hat Audi den A3 abgespeckt, der in der Basis jetzt 1185 Kilogramm wiegt. Unter anderem bestehen Haube, Kotflügel und diverse Achskomponenten aus Aluminium. Nach dem A6 ist der A3 das zweite Modell, bei dem Audi die Gewichtsspirale erfolgreich umgedreht hat.

Reduzierter Verbrauch

Geringeres Gewicht bedeuten bei gleichstarker Motorisierung mehr Agilität und weniger Verbrauch. Genau Werte verrät Audi noch nicht, da bis zur Markteinführung im August noch weitere Test gefahren werden müssen. Nur so viel: Mit dem 1,6-Liter-TDI 105 PS soll der A3 auf einen CO2-Ausstoß von 99 g/km (3,8 l/100 km) kommen und dies ohne Spezial-Sparpaket. Zum Verkaufsstart stehen vorerst die beiden Benziner 1.4- und 1.8-TFSI (122 PS und 170 PS) sowie ein 2.0-TDI-Diesel mit zirka 150 PS zur Auswahl. Der 1,4-Liter mit Zylinderabschaltung (140 PS) folgt noch Ende des Jahres, ebenso der kleine Vierzylinder 1.2-TFSI mit 105 PS. Sogar ein Dreizylinder-Diesel ist im Gespräch.

Da die Sportback-Variante bislang den Löwenanteil des A3-Absatzes bestritten hat, wird Audi schon kurz nach dem Debüt des Zweitürers die viertürige Version nachschieben. Radstand und Länge sollen angeblich geringfügig wachsen. Preislich startet der neue A3 als 1.2 TFSI bei 21.600 Euro.

Michel Specht/MID MID

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